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"Trotz Verbot nicht tot..." Zu den wichtigsten Parteien der militant-neonazistischen Szene in den achtziger und Anfang der neunziger Jahre gehörten die "Nationalistische Front" (NF) und die "Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei" (FAP). Beide Parteien verfügten auch über "Stützpunkte" bzw. Kreisverbände in Düsseldorf. Die NF wurde Ende 1992, die FAP Anfang 1995 verboten. Beide Verbote waren längere Zeit vorhersehbar, so daß sie die Naziszene nicht unvorbereitet trafen. Viele AktivistInnen und FunktionsträgerInnen der verbotenen Parteien fanden ihre neue Heimat bei der Jugendorganisation der "Nationaldemokratischen Partei Deutschlands" (NPD), den "Jungen Nationaldemokraten" (JN), einer Organisation, die sich zunehmend für das militante neonazistische Spektrum öffnete und an Einfluß gewann. Die JN stieß in das Vakuum, das durch die Verbote entstanden war und bot den organisationslosen Neonazis eine legale Möglichkeit für eine Fortführung ihrer Aktivitäten. Mit dieser Entwicklung einher ging auf Betreiben der JN auch eine Modernisierung der schon totgeglaubten NPD. Zu sehr haftete dieser bis dahin das Image einer rückwärtsgewandten, überalterten Stammtischpartei an, die alten Zeiten nachtrauert. Heute kommen NPD und JN kämpferischer daher, geben sich insbesondere im Osten antikapitalistisch und erheben den Anspruch auf nichts geringeres als die Führerschaft im sogenannten "Nationalen Widerstand". Schwerpunktthema von JN und NPD sind heute - neben den schon fast rituellen Aktionen gegen die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht - Sozialabbau und Arbeitslosigkeit. Neben der JN/NPD besteht ein Netzwerk sogenannter "Freier Kameradschaften", einer Strömung, die sich als "Freier Nationaler Widerstand" bezeichnet, in keiner Partei organisiert und eindeutig nationalsozialistisch orientiert ist. Eng verzahnt mit personellen Schnittmengen sind die "Freien" mit der militanten Neonazi-Organisation "Blood&Honour" (B&H), die ihre Wurzeln in der britischen Rechtsrockszene hat und währenddessen europaweit und auch in den USA agiert. Zwar kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den genannten Strömungen, was aber bislang niemanden daran gehindert hat, gemeinsame Aktionen zu organisieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Die beschriebene Entwicklung in den letzten Jahren hat auch die Düsseldorfer Neonazi-Szene durchlaufen. Gab es Anfang der neunziger Jahre noch einen "NF-Stützpunkt Düsseldorf/Mettmann" und einen "FAP-Kreisverband Düsseldorf", so näherte man sich bereits vor dem zu erwartenden Verbot der FAP den "Jungen Nationaldemokraten" an. Heutiger Organisationsstand ist die "Kameradschaft Düsseldorf", die sich als "Freie Kameradschaft" versteht und in der sowohl ehemalige FAP'ler und NF'ler, als auch Personen zu finden sind, die bei der JN aktiv waren. Von der "Kameradschaft Düsseldorf" wird auch das "Nationale Infotelefon Rheinland" (NIT Rheinland) betrieben, ein neonazistisches Projekt mit bundesweiter Bedeutung. Neonazis organisieren sich in Düsseldorf zumeist nicht in dem von Eugen König von der Verweyenstraße 4 in Düsseldorf-Kaiserswerth aus geleiteten, allerdings kaum aktiven NPD-Kreisverband Düsseldorf, sondern in der "Kameradschaft Düsseldorf". |
Die militante Neonazi-Szene in Düsseldorf Inhalt der Sondernummer |