|
Zunahme von Aktivitäten der "Kameradschaft Düsseldorf" Neben der Verbreitung von Propagandamaterial und der Agitation von potentiellen SympathisantInnen sind die "Kameraden" auch verstärkt im Rheinstadion und bei Auswärtsspielen von Fortuna Düsseldorf zu finden. Ansonsten versucht man sich vor Ort an kleineren Aktionen. Hierzu zählt z.B. auch die Organisation von Aktionen am Volkstrauertag, in der Sprache der Neonazis "Heldengedenktag" genannt. Im Sommer 1998 sorgte die Kameradschaft Düsseldorf" sogar dafür, daß eine städtische Veranstaltung zum Thema "Die extreme Rechte in Düsseldorf" im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellung im Stadtmuseum kurz vor Veranstaltungsbeginn abgesagt werden mußte, da 22 Neonazis erschienen waren und eine Durchführung unmöglich gemacht hatten. Am 13.4. diesen Jahres versuchte die "Kameradschaft" eine Podiumsdiskussion über die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht zu stören. Dieses konnte jedoch von AntifaschistInnen, die sich den Neonazis in den Weg stellten und ihnen den Zutritt verweigerten, verhindert werden. Darüber hinaus bemüht sich die "Kameradschaft", Informationen über Personen zu erheben, die gegen Rechts aktiv sind. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszurechnen, wofür diese Informationen benötigt werden. Es läßt sich eine deutliche Ausweitung der lokalen Aktivitäten der "Kameradschaft Düsseldorf", aber auch ihres Umfelds feststellen. Ihre Stellung" in der Neonazi-Szene läßt sich schon dadurch erahnen, daß ihr bereits im Sommer 1998 die Organisation einer "Saalveranstaltung" übertragen wurde, an der ca. 80 teilweise hochkarätige Nazis aus NRW teilnahmen. Die Veranstaltung fand ungestört in einer Düsseldorfer Gaststätte an der Ulmenstraße in unmittelbarer Nähe einer Polizeikaserne und -wache statt. Selbst der offen gezeigte "Hitler-Gruß" führte nicht zu einem polizeilichen Einschreiten. So verwundert es auch nicht, daß eine weitere Veranstaltung am 18.9.1999 in Düsseldorf-Hamm durchgeführt wurde, dieses mal mit hochkarätigem Besuch von niederländischen Nazis. Es steht zu befürchten, daß demnächst auch größere Aktionen in Angriff genommen werden. Sollte es zum Beispiel doch noch gelingen, nächstes Jahr gegen den Willen von CDU und REPs die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht nach Düsseldorf zu holen, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß auch bei uns ein bundesweiter Neonaziaufmarsch ansteht, wie es in vielen anderen Städten auch geschehen ist. Nur um ein Haar blieb uns übrigens ein für den 6. Mai terminierter Neonaziaufmarsch in Düsseldorf erspart. Die ursprünglich für Düsseldorf geplante 500-köpfige NPD-Demonstration gegen Sozialabbau und Arbeitslosigkeit wurde nach Essen verlegt. |
Die militante Neonazi-Szene in Düsseldorf Inhalt der Sondernummer |