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Ausländische
Gewalttäter - |
Der Brandanschlag auf die jüdische Synagoge in Düsseldorf - so verkündeten die Ermittlungsbehörden - sei aufgeklärt. Nicht deutsche Neonazis seien die Täter, sondern Ausländer. |
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"Geplatzt: Die Lügen gegen Rechts", so titelte die "Nationalzeitung" ihre Ausgabe nach Verkündung der polizeilichen Ermittlungserfolge. "Die Täter des Synagogen-Anschlags sind gefunden - es sind keine Neonazis", berichtete die christliche Abendlandzeitung Rheinische Post erleichtert über die Ermittlungsergebnisse und erklärte: "Düsseldorf ist also jetzt nicht mehr neben Hoyerswerda und Rostock, sondern in einer ähnlichen Lage wie Sebnitz..." Düsseldorf - das Opfer einer Verschwörung, so wäre die korrekte Übersetzung im "Stürmer"-Jargon. Oberbürgermeister Erwin kartete nach und bekundete, daß nun das schlechte Bild Düsseldorfs wieder geradegerückt sei. Wenn dann noch gar der Bombenanschlag ein Werk der "Russen-Mafia" wäre... ja dann wäre wirklich wieder alles sauber und in Ordnung für die "Toleranz und Weltoffenheit"-Landeshauptstadt, wie es in den Werbebroschüren heißt; jedenfalls, wenn es nach dem Willen der Stadtoberen ginge. Vergessen scheinen nun die neonazistischen Aktivitäten, Angriffe und Gewalttaten in Düsseldorf - die Wirklichkeit sieht anders aus. |
Alles wieder o.k. in Düsseldorf? |
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Erstens läßt es sich trefflich darüber streiten, ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern wirklich um "keine Neo-Nazis" gehandelt hat: Ob nun Neonazis oder schlicht antisemitisch motivierte Faschisten - faktisch handelt es sich bei Bestätigung der Beweislage um gewalttätige Antisemiten, bei denen Hitler-Bilder und faschistisches Propagandamaterial sichergestellt wurde. Beide Beschuldigten waren zudem an einem Angriff auf die ehemalige jüdische Synagoge in Essen beteiligt. Jeder Molli-Werfer in Deutschland, der mit Verweis auf politische Geschehnisse in Israel jüdische Gotteshäuser anzündet, ist schlicht als Antisemit in faschistischer Kontinuität zu kennzeichnen. |
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Zweitens handelt es sich bei den mutmaßlichen Tätern des Brandanschlages um zwei Düsseldorfer, einen deutschen Staatsbürger und einen staatenlosen Jordanier. Der Beschuldigte Khalid Z., 20 Jahre, ist Deutscher marokkanischer Herkunft und somit kein "Ausländer", wie es die Presse in völkischem Jargon behauptet. Es ist zwar noch kein R.P.-Redakteur auf die Idee gekommen, Hitler als österreichischen Ausländer und so den Nationalsozialismus als das Werk ausländischer Mächte zu beschreiben, aber der mutmaßliche antisemitische Molli-Werfer Khalid Z. muß als deutscher Staatsbürger deshalb zum "Ausländer" deklariert werden, damit das Bild des anständigen Bluts-Deutschen wieder geradegerückt werden kann. |
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Drittens ist bisher nicht geklärt, ob möglicherweise organisatorische
oder personelle Kontakte der mutmaßlichen Täter zur Düsseldorfer
Neonazi-Szene bestehen. Losgelöst von dieser Frage haben die Düsseldorfer
Neonazis ihren antisemitischen Vernich-tungs-willen schon länger
unter Beweis gestellt: "Die größten Feinde Deutschlands
sitzen auf der Zietenstraße", dem Sitz der jüdischen Gemeinde,
so lautete eine Hass-Parole der neonazistischen "Kameradschaft Düsseldorf".
Nach dem Bombenanschlag am S-Bahnhof Wehrhahn gründete die "Kameradschaft"
einen sog. "Ermittlungsausschuß Bombenstimmung" -- keine
militanten Antisemiten in Düsseldorf? Die Düsseldorfer "Kameradschaft"
ist eng vernetzt mit weiteren militanten "Kameradschaften" in
NRW sowie dem gesamten Bundesgebiet mit organisatorischen Kontakten nach
Belgien und den Niederlanden. Über das von NRW- "Kameradschaften"
betriebene "Wider-standsbüro" wird am 7.12.2000 nach Verkündung
der Ermittlungsergebnisse über die "Hysterie jüdischer
Kreise" gehöhnt und erklärt: "In Anbetracht der Tatsache,
dass die BRD die aggressive Politik Israels unterstützt, ist daher
auch klar, dass palästinensische Freiheitskämpfer die BRD für
ihren Kampf gegen Juden und Israel nutzen." Diese Erklärung
wird u.a. unterstützt von besagtem "Ermittlungsausschuß
Bombenstimmung" sowie einem "Freundeskreis Freiheit für
Palästina'". Schon die Stilisierung der mutmaßlichen antisemitischen
Täter als "Freiheitskämpfer" zeigt die offensichtliche
Sympathie der Neonazis für den Brandanschlag. Der Neonazi-Traum von
einer faschistisch-antisemitischen "Internationale" scheint
hier Nährboden zu finden. Schon seit Monaten sind auf jedem Aufmarsch
der neonazistischen "Kameradschaften" Plakate mit Parolen "gegen
Zionismus" und für "Palästina" zu sehen. Auf
der Homepage des "Nationalen Widerstands Ruhr" ist unter der
Rubrik "Aktuelles über den Nationalen Widerstand" die Parole
"Solidarität im Kampf der Palästinenser gegen Zionismus"
zu finden mit dem Angebot, Bilder von militanten Auseinandersetzungen
in Israel runterladen zu können. Der Ex-RAFler und heutiges NPD-Mitglied,
Horst Mahler, erklärte jüngst, daß in Palästina ein
"Aufstand der Anständigen gegen die Agenturen der jüdischen
Macht" stattfinden würde. ALC |