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Im Moment bereiten mir einige Dinge Freude so z.B. die Wahl in den USA;
ein Skandal, der ein Licht auf ein Mitglied der Terz-Redaktion wirft und
wie immer der deutsche Irrsinn. Fehri PS. Verdammte Druckfehler: Mascis heißt Mascis und
nicht Masis. Pardon! |
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daß man, wenn man in dadaistischen Lautgedichten von Tristan Tzara
mehr Sinn erkennt, als in den meisten Gesprächen, die man so mitbekommt,
in einen kritischen Bereich kommt. Aber bei den momentanen Debatten in
Deutschland überkommen mich zwangsweise Herbstdepressionen. Künast
von den unsäglichen Grünen verabschiedet sich vom MultiKulti-Begriff
und faselt von linker Einwanderungspolitik. Ich verstehe das nicht. Wieso
reden rechte Politiker in einer rechten Partei über was auch immer
für linke Politik? Den Linken nimmt den Brüdern und Schwestern
ja wohl hoffentlich keiner mehr ab. Und die deutsche Leitkultur? Das ist
stramm. Ich möchte die Diskussion aber um einen sicherlich überzeugenden,
weil realistischen Begriff erweitern. Wir sind doch in Wahrheit dabei,
eine MultiEthnie NullKulti Gesellschaft zu bosseln. Auch der Türke
darf in den Container! Aber bloß kein Buch mitnehmen. Da, wo alle
gleich blöd sind spielt die Herkunft keine Rolle mehr. Andere Länder
sind mit Einwanderungserleichterungen doch viel weiter. In Frankreich
ist die Tradition, daß junge Männer aus ganz Europa sich zur
Legion melden können, doch ein gelungenes Beispiel für Integration.
Und auch bei unseren Jungs Richtung Stalingrad waren doch damals Finnen,
Ungarn, Rumänen, Italiener und viele andere Nationen dabei. Und die
Waffen SS erst. Ein Völkergemisch ohnesgleichen würden verbohrte
Nazis dazu sagen. Also es gibt viele Möglichkeiten, Deutsch zu werden
bzw. Ausländer aufzunehmen. Warum sollte beim nächsten Balkankrieg
keiner, dessen Eltern aus Anatolien stammen, die Bomben werfen? Kann man
nicht über konsequent deutsches Handeln auch als Ausländer Deutsch
fühlen lernen? Gadji beri bimba blob und tschüss.... Fehri |
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Neues Jahr, neues Glück. 2001, Odyssee im Alltag. Und schon regnet es interessante Fakten am Rande. Das gegenwärtige Rentenniveau in Deutschland kann nur durch massive Einwanderung oder die Anhebung des Rentenalters und der Beiträge gehalten werden, so die Schlussfolgerung einer neuen Studie der UN zum Bevölkerungswachstum. Um die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 stabil zu halten, müsse zB. Deutschland 17 Mio Einwanderer ins Land lassen. Noch ausgeprägter ist der Bedarf an einwandernden Menschen in der gesamten EU: Sie muss 674 Mio Einwanderer aufnehmen, um gegen Überalterung und Rentenverlust anzugehen. Da das illusorisch erscheine, sehen die "Experten" nur eine Lösung: Anhebung des Rentenalters von 65 auf 75 Jahre (warum nicht gleich auf 85, da hätte man die nächsten 50 Jahre gleich mit drin), Senkung der Rentenzahlungen und die Erhöhung der Rentenbeiträge. Geht dem Rassismus, der seine Wurzeln im nationalistisch-humanbiologistischen Schwachsinn hat, also wenn überhaupt dann nur aus ökonomischen Gründen die Luft aus? Zeit heilt alle Wunden? Nicht wirklich...derzeit entblöden sich offizielle Figureheads nicht, ungehemmt von einer "deutschen Leitkultur" zu schwadronieren und die Stimmung unter den Primaten, die nie und nimmer über den Tellerrand des eigenen Egos schauen würden, wie immer prima anzuheizen. Und unter Internationalismus haben wir eigentlich auch immer was anderes verstanden als Globalkapitalismus. Trotzdem lässt sich siegen, ihr wisst das doch, oder? Kein Zweckoptimismus, sondern ein knisterndes Wissen. Seid stur, seid beweglich, seid schlauer, seid schneller, macht mehr und überlasst es bloss nicht den anderen. Und dann guckt euch den ganzen Kram nochmal an, haut das Kartenhaus um und macht es wieder anders. Tusch. Die Platte, die das letzte Jahr so kurz beschloss, muss hier nochmal vorgestellt werden: SCAVENGERS von der brillianten Band CALLA (quatermass / EFA). Das texanische Trio ist jetzt nach Brooklyn gezogen und erstellt dort sehr sanfte rasiermesserscharfe fragile Keulen, die in der Dunkelheit schimmern. Calla sind keine Rocker, aber auch keine blöden Indieomaten, die jetzt auf einmal anfangen, in offenen Elektronikkisten zu wühlen. Sie sind ganz 1fach eine Klasse für sich, halluzinieren in Wachträumen und nehmen einer abge-dunkelten Ästhetik Prätentiösität und Kitsch. Von der "electronic division" des SUB ROSA-Labels zum Unterlabel "le coeur du monde", und dort zu einer der Platten des Jahres: INUIT - fifty-five historical recordings versammelt traditionell grönländische Musik aus den Jahren 1905-1987, die einmal mehr zeigt, dass marginal beachtete Wurzeln der sog. Folkmusik bzw. "Minoritärenmusik" bewegender in Stil, Form und Ausdruck sein können als der allmonatliche Ausstoss der Kulturindustrie, der zum automatischen Tollfinden in den Musikmagazinen Pre-Set-artig abgefeiert wird (natürlich mit Diskurs-Vokabeln versehen). Die Stücke aus Ost- und Westgrönland, Uummannaq-Upernavik und den kanadischen Territorien überzeugen durch eine ganz eigene Klasse, die sich in den unterschiedlichsten Ensembles und Instrumentierungen auszeichnet. Aufgenommen vom britischen Ethnologen Thalbitzer und gesammelt vom dänischen Ethnomusikwissenschaftler Michael Hauser. Dickes Booklet mit Anmerkungen zu ALLEN Songs. Es kann nur ein Fazit geben: Don't miss this one! Und dann holt uns die Gegenwart ein: die Platte von LESSER schreit nach Aufmerksamkeit! Gut, geben wir GEARHOUND (Matador) mal locker die Höchstnote, nur: für was eigentlich? Wahrscheinlich für die unvergleichlich gelungene Mischung aus Sound, Attitude und Weirdness. Als Vergleichspunkt zum letzten Jahr lasse ich hier nur die Jamie Liddl Platte gelten: Lesser lässt es krachen, fiepen, bruzzeln und explodieren, ohne Rücksicht auf Verluste. Seine Anfänge liegen in der "alternative Spacken"-Szene von San Diego, deren gelangweilte Sonnenbrände er bald mit dem Metallkamm bearbeitete. Hier ist endlich mal wieder jemand, der Punk wirklich verstanden hat und auch bereit ist, das O.R.A.V. in der Jetztzeit zu leben. Und noch nichtmal auf die Experimentalklischees fällt der Guteste rein - wunderbar! Prätentiösisten und amtliche Stilliebhaber können den Superweirdo wirklich am Arsch lecken, er kollaboriert weiter mit Kid 606 und kann von Glück sagen, dass Matador derzeit so eine grosszügige Einkaufsliste hat, um so einen kranken Komiker ins Haus zu lassen. Demnächst auch in deinem Haushalt: Nervengift für Langeweiler. Ein "schöneres" Konzept wurde hingegen auf der Compilation CASHIER ESCAPE ROUTE (City Centre Offices) umgesetzt: solvent, to rococo rot, pole und 14 weitere Acts setzen Musik für den Ort um, in dem sich ja dann doch alle treffen: dem Supermarkt. Ein Jahr dauerte das Sammeln der sämtlich exklusiven und unveröffentlichten Tracks, samt und sonders geht es hier um sehr ansprechende erweiterte Elektronik. Einige Tracks klingen mir zu sehr retro von der Klangästhetik her, aber es gibt ja bekanntlich auch Retro-Supermärkte, da passt das dann ja. Die "moderneren" Ästhetiken aber versetzen die Ohren in spannungsvolles Schwingen, das funkt dezent, und wieder verschwindet etwas mehr in der Jacke. Eines der erfreulichsten Comebacks derzeit ist sicherlich das Wiederauftauchen von TUXEDOMOON. Anstossgeber war DJ Hell, eingefleischter Uraltfan der Band, der Gründungsmitglied Steven Brown in Mexico City traf und nach Respektbezeugenetc ohne Zögern die Klassiker "What Use" und "No Tears" auf seinem Label GIGOLO veröffentlichte. Remixe gibt's dazu natürlich auch, wobei Hans Platzgumer's harter Techstomp Mix von No Tears wirklich neue Akzente setzen kann, die anderen Remixe (u.a. 2 mal Detroit) betonen eher den Labeltypischen Elektro-Aspekt. Wer TUXEDOMOON aber live zu ihrer besten Zeit hören will, kommt um die Doppel-CD TEN YEARS IN ONE NIGHT (materiali sonori / artelier media) nicht herum. Hier sind nicht nur Musiker, sondern auch Soundarrangeure am Werk: wunderschöne Versionen von "The Waltz" oder "The Cage", aber auch durchweg die Kracher wie "Desire", "Nervous Guy"oder "No Tears". Die Aufnahmen sind meistens aus der Zeit 85-88 aus verschiedensten europäischen Konzerten, die Klangqualität ist überdurchschnittlich gut. Durch die grosse Gig- und Stückauswahl entsteht ein einmaliges Panorama der Ausnahmeband. Kompletter Stilbruch jetzt und endlich Zeit und Platz, die äusserst empfehlenswerten Compilation des Londoner BBE-LABELS hier mal anzupreisen. Zum ersten: der Begriff "Disco" geisterte vor Jahren in Retroeuphorie durch die subkulturellen Medien und wurde untersucht auf Subversivität und Stilpolitik. Jetzt, wo sich das Gerausche komplett gelegt hat, kann ganz unspektakulär eine in jedem Sinn des Wortes riesige Compilation zum Thema erscheinen, doch nicht etwa die üblichen Glamour-Verdächtigen tummeln sich auf satten 3 CDs, nono: vielmehr den Sound of Underground Disco hat DIMITRI ROM PARIS auf DISCO FOREVER (BBE) stil- und geschmackssicher zusammengetragen. Da tauchen Acts auf, nach denen man wirklich nicht gerade gesucht hat, die aber in der Plattenkiste und zur richtigen Zeit eine Offenbarung sein können! Zweitens: THE NU JAZZ GENERATION II (BBE) compiled ebenso stilsicher - das Wort trifft hier wie kein zweites - sehr freestylig produzierten aktuellen Soul-Jazz-House, der viel zu schön ist, um nur etwa schick zu sein. Gute Entdeckungen wie Christian Zimmermann's "Diary of a lost girl" lohnen sich. Zum Dritten: JAZZ SPECTRUM 2 (BBE) sammelt unter den Händen von Bob Jones "real jazz for real people", das heisst: Dance Jazz-Klassiker der 70er bis heute, und das reicht von Ryo Kawasaki's Fusion-Nugget "Trinkets & Things" über Freddie Robinson's Juwel "Black Fox" bis zu Brasil-Dance und Cuba-Classics wie Irakere. Recommended! Zum Vierten: die Doppel-CD-Compilation BEATS & PIECES (BBE) ist schon etwas älter, aber keineswegs abgenutzt: zum Soul & Jazz-Vibe des Labels kommt hier noch der Funk ins House, der die Tracks stets in Bewegung hält. Artists wie Kerri Chandler, Maurice Fulton, DJ Spinna, Kenny Dope oder Nuyorican Soul sollten genug dazu sagen, oder wie wär's mit Groover Washington Jrs "Sausa-lito" oder dem schweisstreibenden "Sausalito" der Ballistic Brothers? Der Knacker aber und ab-schliessende fünfte Sampler ist FUNK SPECTRUM II (BBE): wem die Tracks bisweilen noch zu schmoov sind, sollte hier reinhören, denn hier gibt's Rohkost-Funk, compiled von Kenny Dope und Keb Darge. Natürlich "real funk for real people", und die zwei CDs brennen ein Feuerwerk von raren Funk-Gems ab. Für alle BBE-Compilations gilt, dass sie von Leuten zusammengestellt wurden, die die Musik wirklich lieben, von der sie naturgemäss eine Menge verstehen. Means: you can trust 'em. Nicht so begeisternd hingegen STYLE AFTER WORK (Electric Lounge), die Nachfolgecompi zu THE CITY COLLECTION: war dort schon neben einigen netten Hängern einiges an Boutiquenfutter vertreten, dominiert hier eine lässigblöde Neo-Yuppie-Ästhetik, die nur noch absuckt. Wenn der Grafikdesigner dieser CD so aussieht wie der miese Comic-Handy-Macho im Innencover, würde mich das nicht wundern. Der Trend ist klar: after-work-parties, after-work-music, after-arschlecken. Ich hab nicht das Geld und die Zeit für sowas. HipHop, bei Fuss! Heuer hat's zwei Platten, die ich Euch empfehlen möchte: GRAND AGENT ist der gelassen agierende Wortschmied Jared Taylor aus Philadelphia, der seine Verse auf BY DESIGN (Groove Attack) also wirklich ziiiemlich entspannt und aber ergo sehr schnell in die Mikroleitung gibt. Vor 5 Jahren startete er mit einer Gruppe namens "Name", und man könnte meinen, viele Worte sind des grossen Agenten Ding nicht, aber von wegen! Kollabs Planet Asia, die Single "Every Five Minutes" produziert von Kut Masta Kurt, das passt alles zusammen und ist auch so gut, wie's klingt. Der andere Joint: ein HipHop-Muss! EGOTRIPS "THE BIG PLAYBACK" (Rawkus) versammelt definitive HipHop-Klassiker der 80er Jahre. Divine Force, Marley Marl, Grandmaster Caz, The Alliance &&& - kein historischer Nachhilfeunterricht, sondern frischester Stoff für heute! Wow, das "Buch des Raps" - das gibt es wirklich! - zum Hören, real cool. Zum Schluss noch ein Blick auf KANTE. Den Zweitling ZWEILICHT (Kitty Yo) halte ich, bei aller Sympathie für Kitty Yo, für masslos überschätzt. Während einige kritiklos "ein neues Modell / Konzept etcpp" abfeiern, höre ich nurmehr Suppenwürfel in soft. Gefühlvoller Diskurspop mit fluffiger Akademiegarantie. Ehemalige Spex-Studenten, die nie ihre verdammte Vergangenheit abgearbeitet und exkommuniziert haben und jetzt vor den Toren der Spassgesellschaft im Gras hocken und sanft, bestimmt und vor allem mit Unschärferelation musizieren wollen. Improvisatorisch-elegische Elemente sind natürlich auch dabei, und sogar ein kleiner Uptemporocker, der die Prätentiösitäten aus der Balance holen soll, aber: sie lassen ihn in der Wiege liegen, oder besser: verhauen ihn. Armer kleiner Rocker. Kopf steht hier immer vor Bauch, obwohl's immer so sehr anders gewünscht wird, und das hört man, und wie soll dabei gute Musik bei rauskommen? Für Konzeptaddicts natürlich ein Frass, aber - sorry, ich habe so etwas wirklich zur Genüge serviert bekommen, ich höre wirklich lieber einfach gute Songs. Oder soetwas: DYNAMITE von EC8OR und die TOO DEAD FOR ME EP von ATARI TEENAGE RIOT (Beide auf Digital Hardcore), wo es um die 58 illegalen chinesischen Einwanderer geht, die auf ihrem Weg nach UK im Container verreckten. Da stimmt das dann wieder mit dem Diskurs, und der Kreis schliesst sich - vorerst. MARCUS |
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