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Für erhebliche Unruhe bei den Beschäftigten der Stadtwerke
AG sorgte ein Schnellbeschluß
der Aufsichtsräte Christiansen und Erwin, den Unternehmensberater
Berger mit einem Gutachten zur Privatisierung der Stadtwerke zu beauftragen.
Das Gutachten, das uns in Düsseldorf eine Menge Geld kostete, wurde
von der Belegschaft klassenspezifisch verstanden: Mehrwertschaffendes
lebendiges Kapital und akkumuliertes Sachkapital in den Rachen der Atommafia,
also RWE - und zwar flott!
Kurze Zeit später stellten Christiansen (SPD) und Scheffler (Grüne)
sich als Gegner des schon begonnenen Raubzuges vor und organisierten ein
Bürgerbegehren gegen den Verkauf der Stadtwerke AG.
Wie passen nun diese taktischen Schritte zur Gesamtstrategie der Koalition
Düsseldorf?
Nun, eine Kapitalfraktion (CDU/FDP) prescht erst mal vor und fordert den
Totalverkauf, die andere (SPD/Grüne) untergräbt sogleich den
Proletarischen Widerstand wie Spontanstreiks und Sabotage und organisiert
mit Hilfe der ÖTV ein Bürgerbegehren. Zur angeblichen Absicherung
aller (?) Arbeitsplätze kann sie einen Teilverkauf an RWE dann aber
leider nicht verhindern.
Bereits vor 20 Jahren verkauften die Stadtoberen Kürten/Bungert 20%
der Stadtwerke an RWE, und zwar für lächerliche 50 Millionen
DM plus einiger Versorgungsleitungen im Düsseldorfer Süden.
Der Rückkauf, eine beliebte Wahlkampfforderung der Grünen, wäre
natürlich viel teurer gekommen und war wohl auch nie ernst gemeint
- Papier ist ja bekanntlich geduldig.
Vielmehr privatisierten SPD und Grüne unter Smeets/Scheffler 1998
den Abfallbereich der Stadt und gaben die AWISTA GmbH zu 75% an die Stadtwerke,
den Rest an die Stadttochter IDR AG ab. Die Müllverbrennungsanlage
in Flingern wurde den Stadtwerken zusätzlich übertragen. Auf
seiner letzten Sitzung beschloß der Aufsichtsrat der IDR jetzt einstimmig,
ihren AWISTA-Anteil (25%) an die berüchtigte RWE-Mülltochter
Trinekens zu verkaufen. Auch Ratsfrau Iris Bellsted mußte im IDR-Aufsichtsrat
dafür ihr Händchen heben. Die Vorsitzende des Umweltausschusses
hat verstanden: Müll gehört zur Müllmafia und Düsseldorf
bleibt sauber! Mit der Privatisierung des Abfallbereichs verfolgten die
Grünen 98 (also vor den Kommunalwahlen ) außer ideologischen
auch ganz profane Ziele: Dr. Friege mußte damals das Umweltdezernat
für Grüne freiräumen, damit berufliche Perspektiven für
verdiente grüne Kader eröffnet werden konnten. Dieses Dezernat
ver- bzw. entsorgt nun ökologisch, gewaltfrei und basisdemo-kratisch
C. Nies Mache als Dezernentin, W. Görtz als Amtsleiter, J. Fischer
als persönlichen Referenten der Dezernentin und G. Karen Jungen als
Referenten für stategische Fragen im Umgang mit umweltvergiftenden
Berufsdemonstranten. Als langfrristig planender Mitarbeiter hat er am
28. 10. schon mal vorsorglich viele Antifaschisten videomäßig
festgehalten, ob im Auftrag Erwins ist uns nicht bekannt.
Das Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluß zur Einleitung von
Verkaufsverhandlungen wird von den beiden Ex-Bügermeistern Bungert
und Scheffler angeführt. Beide waren lange im Stadtwerkeaufsichtsrat
zuständig für den "sozialverträglichen" Arbeitsplatzabbau
- und zwar sehr erfolgreich! Als prominente Ex-Politiker begeben sie sich
nun taktisch auf die Seite der Beschäftigten und vergießen
Krokodilstränen. Weinen wir ihnen nicht nach!
Dagegen steht Stadtwerkechef K. H. Lause mit seiner stategischen Planung,
einen Verbund kommunaler Stadtwerke als Bollwerk gegen die verbliebenen
Atommultis RWE und EON (VEBA) zu schaffen. Dieser Verbund soll München,
Mainz, Darmstadt und Düsseldorf zusammenbringen, später sollen
Leipzig und weitere Gemeinden dazukommen. Beim späteren Börsengang
einer neugeschaffenen "Bündnis gegen Atommafia" AG oder
ähnlich soll zusätzliche Liquidität generiert werden. Dem
Dipl. Kaufmann ist klar, daß dem Verkauf an RWE die "Schlachtung"
(Originalton) des Unternehmens Stadtwerke AG durch den Käufer nachfolgt.
Der Liquidation des akkumulierten Sachkapitals, besonders der Grundstücke
sowie der Wohnungs- und Firmenanschlüsse für Stom, Gas und Wasser,
muß die Liquidierung des Kostenträgers Arbeitskraft (früher
auch unter der Bezeichnung Proletarier bekannt) vorangehen. Alternativ
könnten einige Kostenstellen (Arbeitsplätze) vorübergehend
bei der öffentlichen Hand abgeliefert werden. Anschließend
stünden die Filetstücke des Unternehens zur zügigen Versteigerung
an, um schließlich die ausgeschlachteten Altlasten späteren
Generationen zu vererben.
Die Versteigerung der Unternehmenssubstanz würden über 3 Milliarden
DM in die RWE-Kassen spülen - ein Supergeschäft! Der Stadt-werke-chef
schätzt den Wiederbeschaffungswert der Versorgungsleitungen auf knapp
10 Mrd. DM; die von Christiansen und Erwin beauftragte Beraterfirma Berger
spricht in ihrem sog. Gutachten von erzielbaren Verkaufserlösen von
höchstens 2 Mrd. DM.
Der unbezahlbare Wert der Versorgungsleitungen, der Produktionsbetriebe,
Werkstätten, Büro- und Wohngebäude, etc. sind zu Kapital
geronnene Arbeitskraft von Generationen - Sklaven-arbeiterInnen eingeschlossen
- und wurden über die Strom-, Gas- und Wassergebühren von allen
Menschen hier in Düsseldorf bezahlt. Zwangssparen nennen Volkswirte
ein derartiges Abkassieren. Das soll jetzt alles für die Großaktionäre
der RWE bestimmt gewesen sein?
Deshalb sagen wir Nein - nein sowohl zu Erwin (Totalverkauf) als auch
zu Bungert/Scheffler (Teilverkauf).
Deshalb sagen wir Ja - ja zum Widerstand der Beschäftigten der Stadtwerke
(gegen den Verkauf).
(LAD)
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Die
bürgerliche Großkoalition im Düsseldorfer Rathaus hat
wiederum einen Raubzug vorbereitet - Privatisierung der Stadtwerke AG
(privare = berauben)
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