fehritalesInferno, unterste Schublade ...
Fragen, die die Nation spalten und mich zutiefst bewegen: Kann man Kokainspuren
von einem fremden Glas übertragen bekommen? Ist Naddel etwa keine ehrliche
Frau? Wie geht Angela Merkel mit der Demütigung durch den spröden
Franken Stoiber um? Wird Sie das verkraften und dem Volk erhalten bleiben? Wie
sind die Freizeitbedingungen für unsere Jungens in Kabul? Gibt es bei den
Muselmanen auch ein zünftiges Soldatenbordell? Was sollen die Männer
nur tun, wer pflegt ihre verkümmerten Seelen? Angelika Beer kann das ja
nicht mehr, die betreut doch schon unseren Feldkommandanten in Skopje. Wer untergräbt
wen? Die NPD den Staatsschutz oder andersrum? Kann Tommy Haas die Australian
Open gewinnen? Wenn Stoiber drankommt, gibt es dann den Kokaintest für
alle? Oder kommt ihm Schily zuvor? Die Gedanken kreisen immer schneller, immer
an der Wand lang, immer an der Wand lang ... Ist es Sarah Wagenknechts Schicksal,
betreffend des Kommunismus bereits in ihrer Ehe kläglich zu scheitern?
Warum werden Schafe so grausam geschlachtet? Wird in Berlin nun ein neuer Gulag
eröffnet? Warum schenkt die CDU Gysi Stacheldraht? Weil nach Auschwitz
Deutsche keine Lager mehr bauen dürfen? Sollten wir nicht endlich, da wir
nun ja im Krieg an vielen Fronten wieder dabei sind, auch diese Position überdenken?
Sind Lager an sich schlecht oder hängt es nur davon ab wer drin sitzt?
Wenn jeder hässliche Schwule heiraten darf, was kann das heilige Sakrament
der Ehe einer schönen Frau wie Verona Feldbusch dann noch bedeuten? Sind
wir nicht alle etwas glücklicher geworden, jetzt wo der Euro endlich da
ist? Wo alles nur noch die Hälfte kostet und man sich in Portugal den Weg
zur Bank sparen kann? Sind die neuen Scheine nicht ein schöner Schein?
Müssen wir nicht endlich mehr für den bedrohten Nordkaper tun? Das
Javanashorn nicht zu vergessen ...
Dieses Textfragment schrieb ich unter einem Malariaanfall leidend während
eines Kurzurlaubs in den Pripjetsümpfen. Trotzdem veröffentliche ich
es jetzt. Denn: Keine dieser Fieberwahnvorstellungen impliziert nicht Fragen,
die sich Zigtausende bis Millionen hier ganz ernsthaft stellen ...
Nun gut, wechseln wir das Thema: In einem hatte der große Steuermann Mao
natürlich recht: "It's right to rebel!" Ein sehr schönes
Buch über einen Aufstand ist folgendes: "Rebellion in Peking"
von Diana Preston. Angloamerikaner können im Gegensatz zu Deutschen oft
Geschichte ernsthaft, kritisch, aber auch spannend beschreiben. Hier handelt
es sich um eine vorzüglich lesbare Geschichte des Boxeraufstandes in China
im Jahr 1900. Dies war ein Volksaufstand, den die chinesische Regierung instrumentalisierte,
um die ausländischen Mächte aus China zu vertreiben. Dadurch kam es
dann zu der berühmten 55 Tage langen Belagerung des Gesandtschaftsviertels
in Peking. Da gibt es auch einen Hollywoodspielfilm zu, in etwa der heroische
Einsatz weißer Männer gegen gelbe Teufel, die sich dem rechten Glauben
und der Zivilisation verweigern wollen. China war schon dreist, die haben ja
schon 1842 Krieg gegen England geführt nur um zu verhindern, dass die Engländer
Opium frei verkaufen dürfen. Man kann hier diese Geschichte schön
nachlesen und sich informieren, wie sich die Europäer (damals?) benommen
haben. Etwas zu kurz kommen allerdings die Chinesen selber, was die Autorin
mit dem Fehlen von Quellen begründet. So ist die widersprüchliche
Politik der kaiserlichen Regierung teilweise nur spekulativ erklärt. Unvergessen
ist natürlich die Rede Wilhelm II. vor den ausgesandten deutschen Soldaten,
in der er forderte so vorzugehen, dass kein Chinese es mehr wagen würde,
einen Deutschen auch nur scheel anzusehen. Die internationale Militäraktion
gegen China erinnert in manchem durchaus an die heutigen humanitären Einsätze
...
Da ich nun mal ein bekennender Fan bin, sei hier noch kurz auf die neue Maxisingle
von Hack Mack Jackson hingewiesen. "Coming home" (Triggerfish) beinhaltet
vier Stücke, von denen das Titelstück, "Heaven in hell",
und die Monoversion von "Love is a horse" wiederum genial sind. Auf
"When my baby left me" jodelt mir Feeling etwas zu sehr. Trotzdem
kaufen!
Zum Abschluss noch etwas in eigener Sache. Ich bin erschüttert. Es hat
nämlich tatsächlich ein Leser das letzte Terz-Gewinnspiel richtig
gelöst. Hallo Andreas, Du hast selbstverständlich recht. Der gesuchte
Mann heißt Arthur Cravan, ein genialer Trunkenbold, Dichter und Boxer!
Ich habe also ein paar Bier verloren. Einzulösen entweder beim Annakolut-Konzert
am 08.02. oder demnächst woanders. Ich hätte ja niemals gedacht, dass
meine Fragen gelöst werden ... wo doch meine Preisverteilung politisch
so schrecklich unkorrekt ist. Das kann man doch nur machen, wenn nie jemand
gewinnt. Sollte ich mich bessern müssen?
Ok. Hier also die nächste Preisfrage: Wiederum wird es einfacher! Wie hieß
die langjährige Geliebte des zionistischen Hoffnungsträgers Chaim
Arlosoroff, der leider am 16.06.1933 in Tel Aviv ermordet wurde und einer der
engsten Mitarbeiter des späteren Gründers des Staates Israel, Chaim
Weizmann, war? Nebenbei gesagt ist die Dame ein schönes Beispiel für
"menschliche (oder weibliche) Flexibilität".
FEHRI
PS. Preise wie gehabt: Ein paar Bier für Ihn, ein Abendessen
für Sie! Ihr glaubt doch wohl nicht, dass ich mich einschüchtern lasse.
Banzai!
www.terz.org - 29.1.2002