musicMahmoud Fadl:
The drummers of the nile goes south

Die nubische Reise entlang des Nils gibt einen Eindruck von der musikalischen Vielfalt der Gegend. Die traditionelle Musik will ihre neuen Einflüsse nicht verbergen. Vielleicht liegt es an den immer mehr erweiterten dancefloor Rhythmen, daß einem auch solch eine ungewohnte Musik und ihre Instrumente immer vertrauter und hörbarer werden. Die Musik ist eindeutig Percussion-betont und hat Rhythmus im Blut. Vor allem, wenn die Wedding Diva Salma das Mikro übernimmt. Lasst euch reinreißen in die musikalische Reise zum Nil.

Piranha Records

musicRembetika
Songs of the greek underground 1925-1947

Denkt man an griechische Musik, fällt einem in der Regel neben Mikis Theodorakis, Nana Mouskuri und Sirtaki aus dem Film "Alexis Sorbas" (im Gegensatz zum Film ist das Buch hervorragend) nicht viel ein. Um so erstaunter ist man von dem Eindruck, den diese CD vermittelt.
Rembetiko entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den griechischen Hafenstädten, wie überall ein Schmelztiegel für alle Gestrandeten. In den Kaschemmen entstand die Mixtur aus unterschiedlichen Musikstilen. Aber Rembetiko war mehr. Es war die Musik der Outlaws, der Ausgestoßenen, die in den Schoß der Gesellschaft auch gar nicht zurückwollten. Die Rembetis oder Mangas genannten waren Leute, die außerhalb der Gesellschaft lebten. Er heiratet nicht, trägt keine Krawatte, haßt die Polizei, hilft den Schwachen, meidet Arbeit und raucht Haschisch. Es gab aber nicht nur die männliche Variante sondern auch die Rembetissa, die nach Belieben die Männer wechseln konnte, ohne eine Prostituierte zu sein, sondern nur dem Verhaltenskodex der Rembetes-Gesellschaft verpflichtet war. Auch gleichgeschlechtliche Beziehungen waren nicht tabuisiert. Hier haben wir auch gleich die Themen, die in den Liedern sehr direkt angesprochen werden. Dazu kamen Ende der 30er Jahre die Erfahrungen mit der Diktatur, ab 1941 mit Nazi-Deutschland und ab 1944 die Erfahrungen des nach der Befreiung ausgebrochenen Bürgerkrieges.
Trikont hat mit dieser CD erneut Musik aus den verstaubten Archiven hervorgekramt, die man hierzulande kaum kennt. Wie immer gibt es ein hervorragendes Booklet, das nicht nur über die KünstlerInnen berichtet, sondern auch über die Musik, die Hintergründe, und auszugsweise die Texte übersetzt. So fühlt man sich beim Hören selber in eine Spelunke versetzt und ist willkürlich geneigt, die Pfeife (argiles) zu stopfen, um sich der Musik hinzugeben.

Trikont


www.terz.org - 29.1.2002