Wenn aus Küchentischgesprächen ein Plan und aus dem Plan ein Projekt wird, und dieses Projekt ein halbes Jahrzehnt durch viele weitere Küchentischgespräche, einiges an Herzblut und eine Menge Arbeit aufrechterhalten wird, ist es Zeit für Händeschütteln, Schulterklopfen und Geschenke: Die Produzentengalerie plan.d. feiert ihren fünften Geburtstag.
Seit fünf Jahren organisieren ehemalige AkademieschülerInnen in einem
Ladenlokal zwischen Blumenladen, Libanon-Imbiss und Büdchen deep down in
Flingern Kunstausstellungen. Einerseits, um Raum für eigene Arbeiten zu
schaffen, andererseits, um Kollaborationen mit Künstlerinnen und Künstlern
aus anderen Städten im In- und Ausland realisieren zu können, tat
man sich zusammen und rief die Produzentengalerie plan.d. ins Leben. Zum fünften
Geburtstag wünscht man sich ausgiebiges Händeschütteln - in diesem
Fall in Form von Kunstwerken. "Künstler, Freunde und Artgenossen"
wurden aufgerufen, einen Handschuh zu gestalten, und weil in einer Produzentengalerie
alle Geburtstag haben, die dort Kunst produzieren, beschenkt man sich gegenseitig:
Dem Designer bzw. der Designerin des gelungensten Geburtstagshandschuhs winkt
der Kunstpreis der Galerie plan d.
Am 7. Februar wird eine namhafte Jury den Preis verleihen, und wer in diesem
Handgemenge mitmischen will, ist herzlich eingeladen.
Terz hat weder Kosten noch Mühen gescheut, vorab einen Blick auf ein paar
der Exponate zu erhaschen (wir haben bisher noch jedes Geburtstagsgeschenk-Versteck
gefunden...), und das, was wir gesehen haben, sah vielversprechend aus. Der
von Friederike Hinz verarbeitete Arbeitshandschuh der "Gartensaison 2003"
hat eindeutig schon bessere Tage gesehen, verleugnet aber zu einem baumähnlichen
Gebilde verdrahtet seine Herkunft nicht. Conny Dietrichs "Fete-Handschuh"
scheint ein Überbleibsel einer anderen Geburtstagsparty zu sein, denn er
hält sich immer noch an einem Sektglas fest. Der von Friederike Vahlbruch
ausgewählte weiße Handschuh fällt hingegen in dem collagierten
Ensemble zu dem gehört, gar nicht weiter auf, fungiert er doch in der Darstellung
von "Leda mit dem Schwan" als plüschiges Gegenüber der Dame
mit Hut. Die haptischen Qualitäten des handelsüblichen Einweghandschuhs
setzt Regine Strehlow-Lorenz mit ihrer Arbeit "Fingergefühl"
ins Bild, in dem sie Gummi-Fingerlinge zu einem Objekt verarbeitet, das man
einfach anfassen muß.
Bisher ungekröntes aber von mir eindeutig favorisiertes Objekt: Der von
Wolf Erlbruch auf einen (beuys'schen?) Filzlappen montierte "Schatten-Hase".
Wer in diesem Handgemenge die Oberhand behält, wird sich bei der Vernissage
am 7. Februar zeigen. Und statt Handshake an dieser Stelle herzliche Glückwünsche
zum Geburtstag.
KRÜMEL
"Handgemenge"
eine Ausstellung
in der Produzentengalerie plan d.
Erkrather Straße 88, Düsseldorf-Flingern
7. bis 28. Februar 2004, Mittwoch 17-21 Uhr, Samstag 16-20 Uhr
Vernissage: 7. Februar 19.30 Uhr mit Preisverleihung und anschließender
Party
www.galerie-plan-d.de
www.terz.org - 27.1.2004