antifa papagei
Der mittlerweile 104 Jahre alte Papagei "Charlie", der ehemals dem
britischen Winston Churchill gehörte, kann immer noch deftig fluchen. Mit
"Fuck Hitler" und "Fuck the Nazis" in Churchills Slang macht
er dem heutigen Besitzer viel Freude. Und uns auch.
tod in der eu
Nach einem Bericht des europäischen Flüchtlingsnetzwerks United starben
von Januar 1993 bis März 2003 fast 3.800 Menschen bei dem Versuch, in die
Europäische Union zu gelangen. Es sind dies Zahlen, die auf einer losen
Sammlung von Zeitungsmeldungen beruhen. Die wirkliche Zahl liegt wesentlich
höher. Seit 1991 haben sich in Deutschland 111 Menschen der Abschiebung
durch Selbstmord entzogen.
arena lachnummer
Auch zum neuen Jahr konnte OB Erwin keinen Finanzierungsplan zur Arena vorlegen.
Dafür gibt es neue Schwierigkeiten für ihn. Wie der PDS Abgeordnete
Laubenburg schon im Juni 2003 im Rat hinwies, sind mit der vom Stadtrat mit
den Stimmen von CDU/SPD/Grüne abgesegneten Summe von 218 Millionen Euro
für den Bau der Arena nicht alle Kosten berücksichtigt. Der Baukonzern
Walther Bau wies darauf hin, dass dies nur die Nettosumme bedeutet, zu der noch
die Umsatzsteuer von fast 35 Millionen Euro hinzukommt. Dieses im Baugewerbe
übliche Vorgehen der Nennung der Nettosumme der Baukosten wurde von Erwin
geflissentlich verschwiegen. Somit steigt der Anteil der Stadt auf 74 Millionen
Euro. Aber nicht nur mit der Finanzierung steht es schlecht, auch mit möglichen
Megaevents sieht es schlecht aus. Außer Hoffungen auf Großveranstaltungen
gibt es wenig Konkretes. Zudem teilten die größten Konzertveranstalter
der Region mit, dass sie es für nahezu ausgeschlossen halten, dass die
Arena die Erwartungen der Politik erfüllt. Sie halten die Halle für
vollkommen überflüssig.
roh oder gekocht?
Am 15. Januar wurde eine 25-jährige Aktivistin aus Berlin u.a. vom Vorwurf
der versuchten gefährlichen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Köln
freigesprochen.
Die Staatsanwaltschaft hatte ihr vorgeworfen, als Teilnehmerin des 6. antirassistischen
Grenzcamps im Sommer 2003 in Köln-Poll Eier auf einen Aufmarsch faschistischer
Gruppierungen der freien Kameradschaften geworfen zu haben. In diesem Zusammenhang
galten die Eier als gefährliches Werkzeug, die dazu geeignet gewesen sein
sollen, die Nazis ernsthaft zu verletzen. Im Prozess ging es dann tatsächlich
auch um die Frage, ob die Eier roh oder gekocht waren.
Dies ist schon der zweite Prozess gegen eine Camperin. Am 8. Januar endete der
erste Prozess in Buxtehude bei Hamburg mit einer Einstellung des Verfahrens.
Schon im Vorfeld des Prozesses wollten Rechtsanwalt Reinecke und Richter Klimmer
das Verfahren einstellen, doch die Staatsanwaltschaft bestand auf der Durchführung
des Prozesses, um die Grenzcamperin mit Hilfe von PolizeizeugInnen zu überführen.
Tatsächlich stand aber die Aussage einer Polizistin im Widerspruch zu ihrer
ersten schriftlichen Aussage und einem Polizeivideo. Nach dieser peinlichen
Vorführung sah sich selbst die Staatsanwältin genötigt, auf Freispruch
zu plädieren... Weitere Strafprozesse werden aber trotzdem bald folgen.
(VON INDYMEDIA)
auf einmal bist du türkin
Die Zukunft hatte sich Fariha ganz anders vorgestellt. Vor über 16 Jahren
reiste die heute 21-jährige Sozialwissenschaftsstudentin der Uni Duisburg
mit ihren Eltern vom Libanon über die Türkei nach Deutschland ein,
um hier Asyl zu beantragen. Im Libanon war Bürgerkrieg, ihre Eltern konnten
weder schreiben noch lesen, nur mit viel Glück gelang ihnen die Flucht
in die Türkei. Dort kaufte Farihas Vater türkische Pässe, um
nach Deutschland zu gelangen, libanesische Dokumente besaßen sie nicht.
Der Asylantrag der Familie El-Zein wurde bereits 1990 abgelehnt, trotzdem fielen
sie als Libanesen unter eine Altfallregel und bekamen einen Abschiebeschutz
und eine Aufenthaltserlaubnis. Seit drei Jahren bekommt die Familie El-Zein
nur noch eine jeweils dreimonatige Duldung. Am 27. Januar 2004 soll Fariha,
ihre neun Geschwister, 4 bis 27 Jahre alt, die z.T. hier geboren sind, und ihre
Eltern abgeschoben werden, und zwar in die Türkei. Obwohl die El-Zeins
sofort nach ihrer Flucht zugaben, mit falscher Identität eingereist zu
sein, will die Solinger Ausländerbehörde sie jetzt zwingen, die türkische
Staatsangehörigkeit anzunehmen. Außerdem ist ein Verfahren gegen
Farihas Vater vor dem Amtsgericht Solingen wegen Verstoß gegen das Ausländergesetz
anhängig. Vorwurf ist "die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland
mit gefälschten Pässen". Der Prozess ist auf den 6. April 2004
verschoben worden. Die Solinger Ausländerbehörde meint, die Familie
könne auch in der Türkei auf das Urteil warten und von dort Rechtsmittel
einlegen. "Arbeiten darf ich ja eh nicht, weil ich nur eine Duldung habe.
Deshalb habe ich Abi gemacht und dann angefangen zu studieren," sagt Fariha,
"jetzt soll ich Türkin werden, bei den Behörden sprechen die
Beamten mich schon mit türkischem Namen an. Das ist doch total wahnsinnig.
Meine kleine Schwester fragt mich, ob wir in der Türkei Urlaub machen würden.
Ich kann dann immer nur traurig lächeln."
Laut "kein mensch ist illegal" laufen zur Zeit bundesweit die Bemühungen
der Ausländerbehörden, LibanesInnen, die meistens seit über zehn
Jahren in Deutschland leben und mit anderer Identität eingereist sind,
abzuschieben. Die Türkei erweist sich da als williger Partner.
kontrolleinkauf
Die vollständige Kontrolle über die Waren vom Lieferanten bis zur
Einkaufskasse will der Düsseldorfer Konzern Metro mit per Funk abzulesenden
Mikrochips erreichen. Seit Frühjahr letzten Jahres testet Metro diese Chips
in einem Rheinberger Einkaufszentrum und macht damit seine Kunden gläsern.
So hat Metro 2003 den BigBrotherAwards Deutschland für seinen "Future
Store" in Rheinberg in der Kategorie "Verbraucherschutz" erhalten,
um auf die Gefahren dieser Technik aufmerksam zu machen.
Mit Hilfe des Softwaregiganten Microsoft will Metro jetzt alle seine Einkaufsläden
mit diesem System einrichten. Zumindest theoretisch ist damit jede einzelne
Ware zu orten. Zwar soll der Chip nach der Kasse unbrauchbar gemacht werden,
aber wer glaubt das schon. Zwar ist es sicherlich brauchbar, nach einer durchzechten
Nacht übers Handy seine Unterhose wiederzufinden, der Datenschutz ist jedoch
dann nur noch Makulatur. So machen auch die Industriesprecher keinen Hehl aus
ihrer Ansicht, dass diese sogenannten RFID Chips und die anderen in der Tat
das "Ende der Privatsphäre" einläuten. In den USA sind sie
jedoch schon weiter. Dort ist von der Firma ADS ein RFID Chip vorgestellt worden,
der ungefähr so groß wie ein Reiskorn ist und unter die Haut gepflanzt
werden kann. Die dort enthaltene Nummer wird durch einen Scanner gelesen und
der Betreffende somit identifizierbar. Das nächste Ziel ist die Integration
der GPS Technik, damit die entsprechende Person überall zu Orten ist.
privater knast
Wie schon mehrfach verkündigt, soll in der Nähe von Düsseldorf
ein neuer Knast entstehen. Der soll in einer sogenannten "Public Private
Partnership" entstehen. Die dortigen Aufgaben sollen zu mindestens 22%
von privaten Firmen übernommen werden. Aktuell läuft dafür die
Ausschreibung vom NRW Innenministerium. In den wenigen Knästen, in denen
private Firmen schon Aufgaben übernommen haben, wie z.B. im Abschiebeknast
Büren, haben sich die Bedingungen für die Häftlinge drastisch
verschlechtert.
respekt verweigert
Jammernd berichtet die Düsseldorfer Polizei, dass der Respekt vor ihren
Beamten sinkt. Ins gleiche Horn stößt der städtische Ordnungsdienst
(OSD). Demnach werden die immer öfters beleidigt und ihre Autorität
in Frage gestellt. Da kommen einem ja direkt die Tränen. Vielleicht versuchen
die BeamtInnen ihr Selbstwertgefühl durch kriminelle Machenschaften auszugleichen,
denn immer mehr Fälle werden bekannt. Des weiteren wird darauf hingewiesen,
das Anzeigen wegen angeblichen Beleidigungen und Angriffen zunehmen, während
Anzeigen gegen BeamtInnen in etwa gleich niedrig bleiben. Kein Wunder, ziehen
die meisten Betroffenen doch erst gar keine Anzeige in Erwägung oder ziehen
sie schnell zurück, weil sie selber mit Gegenanzeigen der BeamtInnen konfrontiert
werden. Kommt es mal zu Verfahren, beruhen diese meist auf Anzeigen von deren
KollegInnen. Ansonsten kann den jammernden PolizeibeamtInnen und Ordnungsdienstleuten
geraten werden, sich doch einen anderen Job zu suchen.
erwin gibt klein bei
Wir erinnern uns nur zu gerne an den lächerlichen Auftritt des OB vor Gericht.
Zu seinem Missvergnügen wurde eine einstweilige Verfügung gegen Erwin
vom Landgericht Ende Oktober bestätigt, nach der der Oberbürgermeister
den PDS Abgeordneten Laubenburg nicht mehr als "verrückten Kommunisten"
bezeichnen darf. Großmäulig kündigte der OB noch im Gerichtssaal
an, dass er dieses Urteil nicht auf sich sitzen lassen würde und er vors
Oberlandesgericht gehen würde. Doch nun hat der noch amtierende OB klein
beigegeben und die Frist einfach verstreichen lassen.
amnesty kritisiert die polizei
Sehr zum Missfallen der deutschen Behörden und Politikern hat amnesty international
erneut Vorwürfe gegen die deutsche Polizei erhoben. Im Zeitraum von September
2002 bis Mai 2003 besuchten sie einige deutsche Städte, u.a auch Düsseldorf,
und untersuchten verschiedene Vorwürfe, die sie in einer Studie vorstellten.
"Der vorliegende Bericht dokumentiert anhaltende Vorwürfe über
polizeiliche Misshandlungen und unverhältnismäßige Gewaltanwendung
in Deutschland. In den zurück liegenden Jahren hat amnesty international
immer wieder von Beschwerden über Misshandlungen und den Einsatz unverhältnismäßiger
Gewalt durch Polizeibeamte Kenntnis erhalten. Die fraglichen Übergriffe
haben sich gewöhnlich bei der Festnahme der mutmaßlichen Opfer oder
in Polizeihaft zugetragen. Andere Berichte sprachen von Misshandlungen und der
Anwendung übermäßiger Gewalt gegenüber ausländischen
Staatsbürgern, die aus Deutschland abgeschoben werden sollten."...
"Der vorliegende Bericht dokumentiert des weiteren mehrere Vorfälle,
bei denen unbewaffnete Personen von der Polizei unter umstrittenen Umständen
erschossen worden sind. Es besteht der Verdacht, dass Polizeibeamte von ihrer
Schusswaffe Gebrauch gemacht haben, ohne dass eine unmittelbare Gefahr für
das Leben oder die körperliche Unversehrtheit von Menschen bestanden hat,
und dass ein etwaiges Gefährdungsrisiko auch mit weniger radikalen Mitteln
hätte abgewendet werden können." Als exemplarisches Beispiel
wird auch ein in der Presse behandelter Vorfall in Düsseldorf dokumentiert.
Leider stehen nicht alle Vorfälle in der Zeitung.
todesknast ""ulmer höh"
Erneut hat ein Untersuchungsgefangener im Düsseldorfer Knast "Ulmer
Höh" Selbstmord begangen. Es ist nunmehr der sechste Tote in kurzer
Zeit nach fünf Toten im Jahr 2003. Mindestens zwei von ihnen waren in einem
sogenannten besonders gesicherten Haftraum untergebracht. Während es bisher
außer Forderungen keine Aktivitäten zur Aufklärung der Selbstmorde
gab, will sich jetzt das Land einschalten. Anstatt sich jedoch grundsätzlich
mit dem Strafvollzug auseinanderzusetzen, droht eher eine Verschärfung
der Haftbedingungen. In der "Ulmer Höh" sind vorwiegend Drogenkranke
inhaftiert, die dringend ausreichende psychologische und soziale Hilfestellungen
benötigen, die sind jedoch nicht vorgesehen.
endlich ein platz
Am 23. 12. 03 war es endlich soweit. In der Altstadt am Eiskellerberg wurde
der "Hilarius-Gilges-Platz" eingeweiht. Hilarius Gilges war, wie in
der TERZ schon mehrfach berichtet, ein schwarzer Düsseldorfer, der u.a.
in der kommunistischen Agitpropgruppe "Nordwest-Ran" mitmachte und
sich auch ansonsten für die kommunistische Sache einsetzte. Seine Gesinnung
und seine Hautfarbe waren den Nazis ein Dorn im Auge. Am Abend des 20. Juni
1933 wurde der 24-jährige beliebte Altstadtjung von den Nazis verschleppt
und noch in der Nacht ermordet.
Zehn Jahre setzte sich der "Freundeskreis Heinrich Heine" für
ein Gedenken an den antifaschistischen Kämpfer in Form einer Straßenbenennung
ein. Fast an seinem nicht mehr bestehenden Wohnhaus wurde nun ein Platz nach
ihm benannt. Kotzen möchte man, wenn man bedenkt, dass OB Erwin den Platz
einweihte. Er schaffte es denn auch, in seiner Rede nicht einmal das Wort Kommunist
zu benutzen. So lag es an der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes"
(VVN/BdA) in einem Flugblatt auf die Geschichte von Hilarius Gilges und die
Hintergründe seines Todes einzugehen, das vor Ort verteilt wurde.
Allerdings war Gilges, anders als auf dem Straßenschild festgehalten,
nicht das "erste Todesopfer der NS-Zeit". Fünf Tage nach der
Machtergreifung Hitlers wurde der Arbeiter Wilhelm Hartwig aus Oberbillk Zeuge
eines Überfalls auf einen Zeitungsverkäufer, der vor dem damaligen
Apollotheater die kommunistische Zeitung "Freiheit" verkaufte. Sein
Eingreifen musste Hartwig mit einem Messerstich durch einen Nazi bezahlen. Kurz
darauf starb er (siehe auch "Ungesühnte Nazi-Morde in Düsseldorf",
herausgegeben von der VVN etwa 1980).
arbeiten bis zum kranksein
Die ArbeitnehmerInnen in Deutschland gehen lieber arbeiten, als krank zum Arzt
zu gehen. Wie das Gesundheitsministerium in Berlin bekannt gab, ist 2003 erstmals
der Krankenstand der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt mit 3,61% unter
4% gefallen. Aus Angst vor drohender Arbeitslosigkeit und aufgrund der Verschärfungen
im Arbeitsleben, schleppen sich die ArbeitnehmerInnen eher krank zur Arbeit,
als dass sie sich krank melden. Alles zum Wohle des Standorts Deutschland.
geschenk für fortuna
Fest eingeplant ist der zügige Aufstieg Fortunas in die Bundesliga. Da
man noch in der vierten Liga gegen so zugkräftige Mannschaften wie "Borussia
Freialdenhoven" und "SV Adler Osterfeld" spielt, dauert das zwangsläufig
noch ein wenig. Um dem Club aber finanziell schon einmal kräftig unter
die Arme zu greifen, erließ die Stadt der Fortuna mal eben 435.000 Euro
Schulden, die der Verein der Stadt durch Mietschulden im mittlerweile abgerissenen
Rheinstadion noch schuldete. Damit ist die Gefahr einer Lizenzverweigerung durch
zu hohe Schulden erstmal gebannt. Gegen dieses großzügige Geschenk
protestieren jetzt die örtlichen andere Sportvereine. Mehrere von ihnen
protestierten in einem Schreiben an die Stadt und wollen die anfallenden Pachtgebühren,
die Grundsteuer und Hallenmiete nicht mehr an die Stadt zahlen.
www.terz.org - 27.1.2004