|
Noch ist nichts endgültig entschieden, doch eins scheint klar zu
sein, die Hochschullandschaft in NRW wird sich nachhaltig verändern!
Die Forderungen des Qualitätspaktes, den Ministerin Gabriele Behler
im letzten Jahr mit den Hochschulen dieses Landes geschlossen hat, nehmen
nun konkrete Formen an. So ist die Evaluierung durch den Expertenrat an
den Hochschulen mittlerweile abgeschlossen, und das Empfehlungsschreiben
wurde am Dienstag an den Ministerpräsidenten Wolfgang Cle-ment, sowie
an das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung übergeben.
Bis dato konnten die Hochschulen über die Konsequenzen, die sich
aus dem Papier ergeben, nur spekulieren, da sie sich nur auf Informationen
stützen konnten, die sie aus Gesprächen mit Mitgliedern des
Expertenrates hatten. Klar war jedoch, daß die Konsequenzen aus
dem Papier negativ für die Hochschulen sein würden, da jede
Hochschule mit Stellenstreichungen rechnen mußte.
Für die FH Düsseldorf heißt dies konkret, daß der
Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik geschlossen, und die Fachrichtung
Produktdesign an die FH Niederrhein in Krefeld verlagert werden soll.
Diese Informationen, die bereits vor der Veröffentlichung der Empfehlung
des Expertenrates der Presse zu entnehmen waren, sind seit der Übergabe
des Papieres an Herrn Clement nun Tatsache. Auch von außerhalb der
Hochschule gab es Reaktionen auf die Empfehlungen des Expertenrates. So
reagierte beispielsweise die Firma "Tresor" aus Hamburg mit
spon-taner Unterstützung einer Unterschriftenliste der Fachschaft
Design, mit der Forderung: "Der Studiengang Produktdesign, Schwerpunkt
Schmuck---design darf weder geschlossen, noch aus der Fachhochschule Düsseldorf
ausgelagert werden." Auch die IHK Düsseldorf/Mettmann fordert
den Erhalt des Fachbereiches Maschinenbau und Verfahrenstechnik, da dies
laut eines Briefes der IHK an das Ministerium für Schule, Wissenschaft
und Forschung NRW aus bildungspolitischer Sicht ein falsches Signal in
Zeiten allgemeinen Inge-ni-eur-mangels am Standort Düsseldorf sei.
Sie bezieht sich dabei vor allem auf die Tatsache, daß ein solches
Lehrangebot an der Heinrich-Heine-Universität gar nicht existiert,
und somit nur die Fachhochschule Düsseldorf diesen Ingenieursstu-di-en-gang
in dieser Region anbietet. Dies gewinnt besondes vor dem Hintergrund Gewicht,
daß durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachbereiche
Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und Design erst in
jüngster Vergangenheit der Fachbereich Me-di-entechnik gegründet
wurde. Durch diese Zusammenarbeit wird eine weitere Forderung aus dem
Qua-litätspakt bereits jetzt erfüllt, nämlich die zunehmende
Interdis-zi-plinarität und Zusam-menarbeit der einzelnen Fachbereiche.
Diese Zusammenarbeit stieß auf große Anerkennung seitens der
Presse und der Politik. Auch die Fach--bereiche im Einzelnen haben sich
in letzter Zeit durch Projekte, wie beispielsweise das bundesweit einzigartige
Umweltmobil des Fachbereiches Maschinenbau und Verfahrenstechnik zunehmend
etabliert. Vor diesem Hintergrund ist es dem AStA und den Fachschaften
unverständlich, wie es zu der Entscheidung kommen konnte, diese Fachbereiche
schließen zu wollen.
"Eine sinnvolle Bildungspolitik für das Land Nordrhein-Westfalen
kann sich nicht auf eine Kostenbegrenzung durch die Einsparung von Fachbereichen
und den damit verbundenen Stellen stützen", sagt Reinhart Redel,
Referent für Hochschulpolitik des Allgemeinen StudentInnen-aus-schusses
(AStA) der Fachhochschule Düsseldorf, "sondern muß sich
vielmehr auf die Bereitschaft stützen, ein breit gefächertes
Studienangebot und die Finanzierung zukunftsweisender For-schungs-projekte
zu sichern."
Soll die Bildung weiterhin das wichtigste Kapital der Bundesrepublik sein,
so müssen auch die Länder bereit sein, die Finanzierung dieses
Kapitals zu übernehmen.
AStA
Seitenanfang
|
Keinen
Bildungsabbau durch Expertenrat - mehr Geld für die Bildung in NRW
|