NGZ-Stoffels beklagt:
Die Stadt Dormagen im Würgegriff mittelloser Zuwanderer
Der Dormagener Lokalreporter der Neuss-Grevenbroicher Zeitung, Chris Stoffels,
hat die Verwertbarkeit der Zuwanderer in Dormagen durchkalkuliert und schlussfolgert:
1. ist jeder von ihnen zuviel, 2. kosten sie zuviel. 3. passen sie ohnehin nicht
hierher. In der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 30.1.02 beschreibt er den Stand
der Dinge:
"Dramatische Entwicklungen"
Innerhalb eines halben Jahres seien die Zahlen von 241 Flüchtlingen auf
415 gestiegen. Sozialdezernent Friedhelm Zander meint, "Dramatische Entwicklungen"
zu erkennen. Die Stadt müsse schließlich Kosten, die bereits zurückgefahren
worden seien, nun "wieder aufstocken". Viel Geld werde auch für
die Wiederinstandsetzung ehemaliger Asylheime draufgehen. Besonders blöd
finden es Stoffels und Zander, dass eventuell die alte Zonser Hauptschule wieder
mit AsylantInnen belegt wird. Schließlich ist auf diesem Gelände
ein geiler Supermarkt "für die Zonser Nahversorgung geplant".
Dieses Ei haben sich die Dormagener Politiker selbst ins Nest gelegt, denn eine
entsprechende Nutzung ist noch nicht "planungsrechtlich beschlossen".
Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: "Wie sich, der
Strom der Zuwanderer und Asylbewerber allerdings weiter entwickeln wird, lässt
sich noch nicht absehen. Erschreckend ist allerdings die Tatsache, dass alleine
im letzten Quartal des vergangenen Jahres 65 Personen von der Zentralstelle
in Unna nach Dormagen zugewiesen wurde." (Dass Stoffels hier Subjekt und
Objekt verwechselt, verwundert bei seiner Geisteshaltung nicht.) Das Bild vom
schmarotzenden Asylanten malt Stoffels weiter aus: "Neben den eigentlichen
Kosten für die Unterbringung kommen auf die Stadt erhebliche Summen für
den Lebensunterhalt dieser Menschen zu." Zwar bekommt die Stadt pro Asylbewerber
vom Land eine gewisse Zeit einen bestimmten Batzen Geld. "Doch dieser Betrag
deckt in vielen Fällen die laufenden Kosten nicht ab." Wenn die Typen
nämlich krank werden, muss die Stadt latzen. "- ein unkalkulierbares
Risiko", zitiert Stoffels verständnisvoll den Vertreter der Stadt.
Aber es kommt noch schlimmer
"Und wenn der Asylbewerber vier Monate nach dem negativen Ende des Asylverfahrens
noch nicht abgeschoben ist, geht die volle Kostenlast auf die Kommune über,
obwohl sie den geringsten Einfluss auf die Beseitigung von Abschiebehindernissen
hat". Das würde Herrn Stoffels gefallen: Kurzen Prozess, an Kopf und
Kragen packen und raus damit! Aber auf diesen hübschen Spruch hat ein anderer
NRW-Politiker* das Copyright.
Doch da gibt es immer noch die Möglichkeit, die AsylbewerberInnen und ZuwandererInnen
zur Arbeit zu verpflichten, damit sie die Kosten der Elendsbetreuung selber
tragen. Zerknirscht muss aber Stoffels feststellen, dass die gewieften Russen
erst "im Alter hierher" ziehen und sich schamlos mit der Sozialhilfe
bereichern. Natürlich darf in diesem Zusammenhang der personifizierte Schmarotzer
in der Gestalt des Juden nicht fehlen: "Schließlich hat die Anzahl
jüdischer Flüchtlinge aus Russland erheblich zugenommen. Für
die zahlt das Land ebenfalls Zuschüsse, die jedoch die Kosten nicht decken."
Ja, ja, haben wir es nicht immer schon gewusst: Die Juden sind unser Unglück!
Oder war das etwa anders gemeint, Herr Stoffels?
Rassismus und Ökonomie
Herr Stoffels ist kein Rassist alter Prägung. Er ist voll auf der Höhe
der Zeit. Es ist modern, die Menschen unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität
und Brauchbarkeit zu betrachten und zu sortieren. Alle diesbezüglichen
Tabus sind weggefallen. So zeigt Stoffels keine Scheu, auch die Juden unter
dem Gesichtspunkt der Kostenfrage zu begutachten. Und dabei schneiden diese
in Dormagen verdammt schlecht ab.
Herr Stoffels erscheint als moderner Rassist - und darum ist er besonders gefährlich!
· Friedhelm Farthmann
www.terz.org - 26.2.2002