Der "freie zusammenschluss von studentInnenschaften" (fzs) und das
"Aktionsbündnis gegen Studiengebühren" (ABS) lehnen Studiengebühren
nun auch aus fiskalpolitischen Gründen ab. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes
zeichnet sich ab, dass Studiengebühren zukünftig regulär als
vorweggenommene Werbungskosten von der Steuer absetzbar sind. Nach Angaben des
Deutschlandfunks entstehen der öffentliche Hand dadurch Einnahmeausfälle
in Millionenhöhe.
"Wir haben immer betont, dass wir Studiengebühren aus sozial-, bildungs-
und wirtschaftspolitischen Gründen ablehnen", sagt Klemens Himpele,
Geschäftsführer des ABS. "Spätestens mit diesem Urteil sind
Studiengebühren nun auch fiskalpolitisch nicht mehr haltbar. "Häufig
sind es die Finanzminister der Länder, die kurzsichtig auf Einführung
von Langzeitstudiengebühren und Studienkonten drängen, allerdings
mit zweifelhaftem finanziellem Erfolg: Niedersachsen hat schon mehr Geld zur
Implementierung des Langzeitgebührenmodells ausgegeben, als durch Studiengebühren
eingenommen."
ABS und fzs warnen, das Studium zur reinen "Investition in das eigene Humankapital"
verkommen zu lassen. "Das Urteil des Bundessozialgerichtes macht aber deutlich,
dass Studiengebühren das Studium genau zu einer solchen Investition machen",
so Tück. "Daher fordern wir erneut, dass Studiengebühren jeder
Art bundesweit verboten werden." Himpele bezeichnet das Urteil als "eine
herbe Niederlage für die Verfechter von Studiengebühren." Laut
fzs und ABS bringen Studiengebühren nur Nachteile: massenhafte Exmatrikulationen,
keinen beachtenswerten Anstieg von Abschlüssen, die Zerstörung der
Lebensplanung zahlreicher Menschen und jetzt auch noch eine Belastung der öffentlichen
Kassen. "Wer eine solche Politik macht, muss sich schon fragen lassen,
ob das sinnvoll ist", kritisiert Tück.
ABS und fzs fordern sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierungen
auf, endlich einen Politikwechsel einzuleiten. "Anstatt unter dem Deckmantel
der Vereinfachung, Steuerreformen zu diskutieren, die die öffentlichen
Haushalte weiter zu Gunsten der Reichen plündern, muss endlich eine Umverteilung
von oben nach unten veranlasst werden," fordern fzs und ABS. "Die
Regierung soll sich nicht ständig nur um Besserverdienende kümmern,
sondern um die breite Mehrheit der Beschäftigten und Arbeitslosen.
Um auch den Kindern aus bildungsfernen Schichten ein Studium zu ermöglichen,
müssen die staatlichen Transferleistungen im Bildungsbereich ausgebaut
und Studiengebühren bundesweit verboten werden", sagt Himpele.
www.terz.org - 25.2.2004