Ratinger
Ausländeramt ganz normal „rassistisch“
Als ImmigrantIn in Deutschland zu
leben ist nicht besonders
lustig. Was jedoch in Ratingen passiert, geht weit über den
normalen Rassismus
in diesem Lande hinaus. Das Ratinger Ausländeramt ist nun
bundesweit bekannt
geworden.
Im Rahmen des
neuen Zuwanderungsgesetzes sind mehreren (bis
jetzt 11) Asylsuchenden MitbürgerInnen die Arbeitserlaubnis
entzogen worden. Es
handelt sich hierbei um Menschen, die schon teilweise 10 Jahre in der
BRD und
in Ratingen leben. Sie kommen u.a. aus Nepal, Iran und Sierra Leone.
Sie hatten
Berufe und sorgten selber für ihren Lebensunterhalt. Sie zahlten,
wie jeder
Berufstätige, Abgaben und Steuern. Das ist jetzt vorbei, dank
einiger weniger
Mitarbeiter des Ratinger Ausländeramtes, die das neue Gesetz in
negativer Weise
auslegen. Für die Betroffenen hat das ganz erhebliche
Auswirkungen. In einem
japanischen Restaurant in Düsseldorf arbeiteten drei der
Betroffenen als Köche.
Als sich jemand aus der Buchhaltungsabteilung beim Ausländeramt
erkundigte,
warum sie keine Arbeitserlaubnis mehr erhielten, bekam er zur Antwort:
„Wir
wollen die raushaben!“. Als er dann nachfragte, ob man eventuell auch
mal an
den Arbeitgeber gedacht habe, kam als Antwort: „Das ist er selber
schuld, warum
stellt er Nepalesen ein?“ Der Restaurantleiter von Burger King in
Ratingen
suchte zusammen mit einem ebenfalls von der Zwangsarbeitslosigkeit
betroffenen
Mitarbeiter das Ausländeramt auf und wollte sich eigentlich nur
informieren,
warum seinem Mitarbeiter die Arbeitserlaubnis entzogen worden sei. Was
sie sich
dann seitens zweier Mitarbeiter des hiesigen Ausländeramtes
anhören mussten,
war im höchsten Maße menschenverachtend und diskriminierend.
Was jetzt folgt,
sind wörtliche Wiedergaben aus dem Beschwerdeschreiben des
Restaurantleiters
an das Büro des Bürgermeisters. „Wir werden Ihm das Leben zur
Hölle machen,
damit er hier endlich abhaut. Er bekommt Gutscheine und zwar nur so
viele, die
kaum zum Überleben reichen. Und dann werden wir sehen, wer den
längeren Atem
hat!“. Ein weiteres wörtliches Zitat aus dem Beschwerdebrief in
Richtung des
Mitarbeiters von Burger King lautete: „Warum willst Du arbeiten? Du
kannst doch
zu Hause bleiben und schlafen! Ich sitze mit meinem Arsch auf einem
sicheren
Stuhl und zahle kaum Steuern. Mir kann es egal sein. Wir haben 4,5
Millionen
Arbeitslose in Deutschland. Auf den Einen oder Anderen kommt es nicht
an!“ Der
Mitarbeiter der Ausländerbehörde wurde jetzt „aus
Gesundheitsgründen“ versetzt.
Er hielt die Kritik an seiner Arbeit nicht mehr aus.
Die „Ratinger
Linke“ kritisiert vehement die Praxis des
Ratinger Ausländeramtes. Trotz des Protestes und bundesweiter
Medienaufmerksamkeit lässt sich das Ratinger Ausländeramt
nicht von seinem Kurs
gegen Flüchtlinge abbringen. Die Behörde will die Duldung von
sechs Nepalesen,
denen sie zuvor die Arbeitserlaubnis entzogen hatte, nur noch von Monat
zu
Monat verlängern.
Offenbar ist
Ratingen kein Einzelfall. Der Flüchtlingsrat
NRW beobachtet, dass derzeit in vielen Kommunen Flüchtlingen die
Arbeitserlaubnis entzogen wird.
Es ist auch
nicht das erste Mal, dass das Ratinger
Ausländeramt durch seine rassistische Praxis auffällt. Die
Terz berichtete im
September 2004 von der versuchten Abschiebung einer hochschwangeren
Asylbewerberin, die dadurch fast ihr Kind verloren hatte. Für
diesen Vorfall
erhielt kürzlich das Ratinger Ausländeramt von der
Bundesbeauftragten für
Migration einen blauen Brief.
Ein bisher
einmaliger Vorgang.
Mehr Infos unter
www.ratinger-linke.de
www.terz.org - 23.02.2005