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Der Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn und der Brandanschlag
auf die Synagoge löste eine Welle staatlichen "Antifaschismus"
aus. Bundeskanzler Schröder rief zum Aufstand der Anständigen"
auf, führende Politiker wie Ministerpräsident Clement gingen
auf die Straße gegen "rechte Gewalt" und für "Menschenwürde".
Deutschlands Image als attraktiver Wirtschaftsstandort im Ausland drohte
zerstört zu werden. In New York wurde z. B. Düsseldorfs Oberbürgermeister
Erwin nicht mehr nach dem attraktiven Wirtschaftsstandort Düsseldorf
befragt, sondern nach dem wachsenden Neofaschismus und der Gefahr für
ausländische Investieren.
Erleichtert wies man nun mit dem Finger auf die kleine Minderheit kahlgeschorener
Neonazis, die von der Gesellschaft bisher toleriert, nun aber als von
ihr völlig isoliert betrachtet werden. Das Problem des "Rechtsextremismus"
wurde von PolitikerInnen und Medien für die Öffentlichkeit neu
entdeckt. Der rassistische Alltagsterror, der in über 100 Morden
in den letzten Jahren gipfelte, wurde zum großen Teil von Staat
und Gesellschaft ignoriert, geleugnet und vertuscht.
Empörung überall, was folgte war der Ruf nach dem starken Staat,
für ein NPD-Verbot, eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit,
kurz: dem Abbau demokratischer Grundrechte.
Verschwiegen wurde der staatliche und gesellschaftliche Alltagsrassismus,
der geprägt ist von Abschiebungen, der diskriminierenden Behandlung
und der Rechtlosigkeit von Flüchtlingen und MigrantInnen in der BRD.
Von Abschiebeknästen, Sondergesetzen für AsylbewerberInnen war
keine Rede. Auf den Bühnen des antifaschistischen Staatstheaters
standen führende Politker wie: SPD-Innenminister Schilly, der noch
vor kurzem die Abschaffung des Asylrechts forderte; NRW's Ministerpräsident
Clement, der in NRW für den zweitgrößten Abschiebeflughafen
in der BRD verantwortlich ist; CDU-OB Erwin, der im Düsseldorf Rathaus
Neonazis wie Thorsten Lemmer die erste Strophe des Deutschlandliedes singen
ließ. Gerade jene zeigten sich plötzlich als "aufrichtige
Antifaschisten", die verantwortlich für den staatlichen Rassismus
und die Stichwortgeber für die Neonazis auf der Straße sind.
Flüchtlinge und MigrantInnen, die tagtäglich gegen die Asylpolitik,
gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und rechte Gewalt zu kämpfen
haben, wurden ausgeklammert. Ihre Probleme, ihre Situation, ihr Alltag
im "Einwanderungsland" Deutschland ist nicht thematisiert worden.
Im Gegenteil, es begann sich die Debatte um "kontrollierte Zuwanderung"
und die "Greencard". Der einstige Wirtschaftsflüchtling
mutiert zum IT-Inder, wenn er denn die deutsche Wirtschaft zu retten vermag.
Einmal mehr wurden "Nichtdeutsche" nur nach ihrer Leistung und
ihrer Arbeitskraft bewertet, vom Flüchtling zum "Nützling".
Der Aufenthalt des Flüchtlings in der BRD hängt davon ab, was
er an Qualifikation, an Leistung und Nutzen mit sich bringt, nicht von
seiner Notlage oder seiner politischen Verfolgung im Herkunftsland. Nach
diesen Kriterien wird selektiert, wer keine Verwendung für den deutschen
Arbeitsmarkt oder die Sicherung der Rente findet, landet erst im Abschiebeknast
und wird dann wieder ins Herkunftsland abgeschoben.
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Demonstration
am Samstag, 7. April 2001,
12.00 Uhr
Auftakt "Schadowplatz" in Düsseldorf
Inhalt
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Die sogenannte Residenzpflicht schränkt das - vom Grundgesetz garantierte
- Recht auf Freizügigkeit ein. Sie hindert Flüchtlinge daran,
ihren Landkreis bzw. ihre Stadt ohne gebührenpflichtige Genehmigung
der Ausländerbehörde zu verlassen. Ignorieren sie diese Regelung,
droht ihnen eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall die Abschiebung. Der
Kontakt zu Freunden und Verwandten wir hierdurch enorm erschwert. Vielen
politischen Flüchtlingen werden Reiseerlaubnisse verwehrt, gerade
wenn sie zu kulturellen oder politischen Zusammenkünften fahren wollen.
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Schließung
der Asylbewerber-lnnenheime und Unterbringung in
Wohnungen.
Inhalt
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Die Auswirkungen des kapitalistischen Systems wie Bürgerkriege,
Hunger, Folter und politische Verfolgung zwingen weltweit Millionen von
Menschen dazu ihre Herkunftsländer zu Verlassen. Die meisten fliehen
in die Nachbarländer und nur die allerwenigsten erreichen überhaupt
Westeuropa, ein Bruchteil von ihnen kommt in die BRD. Trotzdem werden
jedes Jahr allein aus NRW Tausende von Flüchtlingen, ohne Berücksichtigung
der politischen Situation in den Herkunftsländern, abgeschoben. Den
Zurückgeschobenen droht bei der Ankunft oft Gefängnis und sogar
der Tod. Bis zur eigentlichen Abschiebung werden die "Schüblinge"
(so werden abzuschiebende Flüchtlinge im Bundesgrenzschutz-Jargon
genannt) in extra Abschiebeknästen inhaftiert oder direkt am Flughafen
in Sammellagern monatelang interniert, darunter sogar Kinder. Viele Flüchtlinge,
die traumatisiert aus ihrem Land fliehen mußten, halten der psychischen
Belastung der deutschen Abschiebemaschinerie nicht stand; die Folge sind
zahlreiche Selbstmorde.
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Aufhebung
des Arbeitsverbotes für Flüchtlinge und eine finanzielle
Gleichstellung im Sozialrecht.
Inhalt
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