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Da sitze ich doch vor ein paar Tagen auf meinem wunderbar bequemen Sofa
und höre die empfehlenswerte CD Dog Leg Left von den DJ's
Wally und Swingset (ruhiger, verdrehter Elektrokram, der mir besser
gefällt als z.B. die letzte Tricky oder Moby) und muß mir einen
grinsen. Das Bild von unserem verehrten Außenminister in kugelsicherer
Weste in einer mazedonischen Kaserne. Der Zauberlehrling, der die Geister,
die er rief, wohl nun nicht mehr ganz unter Kontrolle hat. Ich bin mal
gespannt, was die Rotgrünen nun machen, wo der letzte Depp begreifen
müßte, daß die UCK hyperextreme nationalistische und
terroristische Kämpfer sind (eins muß man denen lassen: Sie
sind keine Marionetten und haben keine Hemmungen), von nicht zuletzt Deutschland
protegiert und ausgerüstet. Will man der Bevölkerung nun erzählen,
daß die Mazedonen wie Milosevic einen Völkermord à la
Auschwitz begehen wollen (und die nächsten Täter, sprich von
der UCK Attackierten, könnten die Griechen sein - was ist dann mit
dem Nato Partner)? Mein Tip: Unsere Jungens rausholen, bevor die Bodybags
gefüllt werden und über den ganzen Balkankram bis zur nächsten
Wahl einfach nicht mehr sprechen....
Von deutscher Männlichkeit hin zur jungdeut-schen Weiblichkeit. Kürzlich
las ich eine Blümchen-Biographie von Julia Edenhofer. Sätze
wie folgender erregten meine Aufmerksamkeit: "Das Video erzählt
die Geschichte zweier Liebenden, die weit entfernt voneinander auf zwei
verschiedenen Planeten wohnen. Über mehrere Umwege finden sie dann
schließlich zueinander und es gibt natürlich ein wunderschönes
Happy-End. Blümchens Video Partner war also der 26jährige Wal-fredo.
Der total gutaussehende, dunkle Latino Lover ist hauptberuflich bei einem
italienischen Sicherheitsdienst angestellt. Seine breiten Schultern und
Hüften sind also wirklich echt, denn die Männer vom Sicherheitsdienst
müssen ja total fit und durchtrainiert sein." Das ist cool,
echt und nebenbei gesagt so realistisch! Man sieht, daß schon die
pubertierenden Mädchen lernen, worauf es hier und heute ankommt:
Bala-Bala-Geschichten in drei Minuten erzählt, und alle sehen gut
aus, und alles wird schön: Unerträgliches Glück pur. Stellt
sich allerdings für mich als fast blonder, deutscher Mann die Frage,
ob es denn wirklich ein dunkler Walfredo sein muß? Warum kein blonder
bierbäuchiger doitscher Konrad oder Rudolf oder was auch immer?
Mit solchen Fragen der Rassenkunde beschäftigte sich z.B. Justus
Lanz von Liebenfels, ein antisemitischer, frauenfeindlicher Pamphletist
aus dem deutsch-völkischem Umfeld der Vor-Nazi-Zeit in Wien. Nichts
ist schlimmer für ihn als die Rassenschande, wie er in hunderten
Briefen und Broschüren fanatisch predigte. Zu seinen Lesern gehörte
höchstwahrscheinlich der junge Adolf Hitler ....Wobei die Frage der
Wegbereitung für die NS-Zeit dabei immer mitschwingt. In "Hitlers
Visionäre: Die okkulten Wegbereiter des dritten Reichs" stellt
Eduard Guggenheimer die wichtigsten dieser deutschen Männer in Kurzbiographien
vor. Wer sich mit diesem Thema bzw. Leuten wie List, Sebottendorf, Lanz
u.a. einführend beschäftigen will, ist hier gut aufgehoben.
Wer sich allerdings intensiv mit dem präfaschistischen "Denken"
beschäftigen will, kommt etwas kurz. Hier wäre z.B. "Nicholas
Goodrick Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" zu
empfehlen, ein Buch das ungleich detaillierter ist.
Kommen wir zu alten Meistern ganz anderer Coleur. Vor ca. zehn Jahren
war eine meiner Lieblingsplatten Well von Swell. Melancholische,
fragile Songs, ungewöhnlich abgemischt. Immer noch toll. Einige der
damaligen Musiker haben jetzt als Jet Black Crayon eine LP namens
Low Frequency Speaker Test herausgebracht. Superruhig, instrumental
schwebt diese Musik zwischen Soundcollagen und Jazzrock. Wo dann auch
mein Problem liegt. Manche Passagen sind noch etwas verstörend, aber
zum Teil ist es mir einfach zu glatt.
Gar nicht glatt, sondern einfach nur gut und interessant sind David
Thomas And Two Pale Boys mit Surf's Up (Glitterhouse). Wie
immer von ganz schrägen Klängen von Melodeon bis Trompete begleitet,
haucht der Ex-Pere Ubu Sänger seine Texte ins Mikro. Wer noch etwas
wirklich Seltsames hören will, ist hier bestens bedient.
FEHRI
PS. Je älter ich werde, desto dunkler werden die immer weniger
werdenden Haare, und leider habe ich in meinen blauen Augen einen braunen
Fleck. Erschreckende Fragen zu meiner Herkunft stellen sich mir......Last
not least hat Blümchen übrigens am 20.04. Geburtstag. Da kann
man doch schöne Feten feiern und auch sonst......oder war da noch
was anderes?
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Über Geschmack
lässt sich angeblich streiten, aber Musik-Geschmack richtet sich
eigentlich nach sehr eigenen Kriterien. Pop&Rock als politisches
Subjekt - das ist genauso eine idealistische Phantasterei wie das Verschweißen
von Mode und Gesinnung, denn politisch sind - ganz materialistisch -
schließlich nur die sozial handelnden Subjekte und ihre Kämpfe.
Was also kann in nichtrevolutionären Zeiten eine linke Zeitung
wie die TERZ schon an Musik empfehlen? In Zeiten des Aufstandes der
Anständigen kann das nur sehr widersprüchlich ausfallen:
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