Noch eine “Reichswehr”
Ihre zweite CD brachte
kürzlich die neonazistische Düsseldorfer Band “Reichswehr” um die Elleraner
Brüder Dennis und Thomas Wichrowski auf den RechtsRock-Markt. Ebenso wie bei ihrer ersten CD “Kaiserreichstreue”
(vgl. TERZ 12/2002) hat sich die Combo, deren Mitglieder im Frühsommer 2000 auf
dem S-Bahnhof Derendorf zwei Migranten angegriffen und einen von ihnen schwer
verletzt hatten (vgl. TERZ 4/2001), besondere Mühe beim Kreieren des Titels der
neuen Scheibe gegeben: “Irgendwann einmal”. Dann nämlich, eben “irgendwann
einmal”, kehre ”Recht und Ordnung in dieses System. Ihre Herrschaft wird
vergehen, Ein gewalt- und drogenfreies Land. Das Paradies heißt nicht Eden,
sondern Deutschland. [...] Irgendwann einmal, ihr werdet es sehen. Das
Kaiserreich wird auferstehen.” Reimkunst vom allerfeinsten. Aber selbst Teile
der RechtsRock-Szene sind zwischenzeitlich skeptisch geworden. Schließlich ist
“Reichswehr” nicht immer durch Qualität aufgefallen. Ein Konzertbesucher
beschwerte sich z.B. im Internet nach dem Besuch von zwei
“Reichswehr”-Konzerten: “Auf beiden waren sie einfach nur scheiße, besoffen und
haben nichts mehr Zustande gebracht.” Und an die Band gewandt: “Immerhin
bezahlen einige Leute Geld um EUCH zu sehen und wenn ihr dann dort vollgesoffen
rumträllert ist das nicht gerade nett” (vgl. LOTTA Nr. 13). Und auch das
RechtsRock-Magazin “Rocknord” sprüht nicht vor Begeisterung. Bei der
Beurteilung der CD jammert “Rocknord”-Schreiberling Gunnar Heckert in der
aktuellen Ausgabe 100/101 des in Hilden erscheinenden Blattes: “Oh Mann, wieso
ich?” Sein Urteil: Ein “Fehlkauf”, “da retten auch die zahlreichen Bilder von
Besäufnissen im Inneren des Beiheftes nichts mehr”.
Antifaschistisches
AutorInnenkollektiv