fehritales
Protokollführer: Fehri
Anwesende Personen: Eine
Anlass: Konstituierende Versammlung zur Gründung des
“Unterstützerkreis Karl Heinz
Wildmoser e.V.”
“Mit tiefer Verbitterung
nehmen die Vereinsmitglieder das niederträchtige Kesseltreiben und die Vorverurteilung
eines geachteten Unternehmers entsetzt zur Kenntnis. Jeder Kaufmann weiß, dass,
wer ein Kassenbuch führt, auch mal eine Quittung vergisst. Jeder
Verantwortliche weiß, dass man manchmal Dinge unterschreibt ohne sie zu lesen
(das war in Deutschland immer so, siehe alle Prozesse gegen sogenannte Kriegsverbrecher
nach 1945). Es muss in diesem Land endlich begriffen werden, dass es keine
Schande ist, wohlhabend zu sein. Karl Heinz Wildmoser hat sich in vorbildlicher
Art und Weise dafür eingesetzt, dass die Stadt München eine neue Arena bekommt.
Er muss rehabilitiert werden!”
Wer sich an dieser Kampagne
beteiligen möchte, kann sich via Terz jederzeit bei mir melden. Ich spüre, nein
ich weiß, dass die Mehrheit der Leserschaft genauso empfindet wie ich! Nun muss
man immerhin sagen, dass die Stadt München zwei Bundesligavereine hat, ergo die
Arena wenigstens benutzt wird. Düsseldorf baut so etwas, ohne in absehbarer
Zeit einen Profiverein bieten zu können. Prall gefüllte Briefumschläge hin oder
her, ich weiß nicht, was beknackter ist ...
Ebenfalls belämmert zeigt
sich die große Politik. Dank George W. Bush weiß ich nun, dass ich im Krieg
bin. Und zwar für oder gegen ihn. Nun ja, eins muss man ihm lassen. Er hat die
bewährt dualistische Sicht auf die Dinge aus der Zeit des Kalten Krieges
bestens verinnerlicht. Lieber George, was soll ich nun tun, da ich weder
Islamisten schätze noch Leute, die Splitterbomben werfen lassen? Wahrlich ein
großer Polarisierer! Allerdings kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, dass
Leute nun nach dem Krieg (den ich auch für falsch hielt) den sofortigen Abzug
der Amerikaner und freie Wahlen fordern. Wie viele Tote soll es denn im
Wahlkampf geben, wenn die Amerikaner vorher weg sind?
Unfreiwillig polarisiert
hatte seinerzeit Hannes Heer, der für die Konzeption der ersten Ausstellung über
die “Verbrechen der Wehrmacht” verantwortlich war. Er hat nun ein lesenswertes
Buch geschrieben: “Vom Verschwinden der Täter – Der Vernichtungskrieg fand
statt, aber keiner war dabei”. Hier äußert er sich ausführlich über die
“gezähmte” neue Ausstellung, über die Gründe für das Ende der ersten und die
gesellschaftliche Debatte, die darüber geführt wurde. Er wehrt sich nicht
ungeschickt, und dankenswerterweise beschäftigt er sich unter anderem mit der
revisionistischen Geschichtsschreibe eines Jörg Friedrich, so wie dieser es
verdient. Natürlich verteidigt er die erste, also seine Ausstellung, immer noch
gegen die Angriffe von rechts. Eine kleine Kritik muss ich hier doch anbringen.
Wer eine Austellung mit einer solchen Brisanz eröffnet, muss mit dem obligaten
deutschen Aufschreien rechnen. Und wenn auch nur eine Hand voll Bilder der
Austellung falsch beschriftet waren, so hätte dies niemals passieren dürfen,
denn es war klar, dass man diese Austellung beim ersten kleinen Fehler
zerreißen würde. Denn in Wahrheit ging es natürlich nie um ein paar kleine
Fehler. Es sollte die Kernaussage über eine verbrecherische Wehrmacht weggefegt
werden, und dies scheint ja leider im wesentlichen gelungen zu sein (Hannes
Heer ist am 21.04. im Zakk).
So gesehen: “Alte Kameraden,
ja ihr habt Euch schlimm benommen, da im Osten. Der Iwan war aber auch nicht
ohne! Und die angloamerikanischen Plutokraten haben uns und unsere Kinder
ohne richtigen Grund (schließlich waren wir Antibolschewiken, und den Krieg
haben durch das Diktat von Versailles eigentlich die Alliierten angefangen, war
ja eh ein 30jähriger Bürgerkrieg das alles!) mit Bomben beworfen und unsere
einmaligen Fachwerkhäuser zerstört!”
So oder so ähnlich sieht man
das doch alles, oder? Außerdem, liebe Leser, was geschah eigentlich am 01.09.
1939 am Sender Gleiwitz, kann mir das jemand beantworten? ... Banzai!
Fehri
www.terz.org - 25.2.2004