kommunalwahl
Die Parole soll heißen:
Linke Liste tritt zur Wahl an
Laubenburg OB-Kandidat
Von Jürgen Stein
Auf ihrem Treffen am 2. März
im “zakk”, hat das Wahlbündnis PDS/Linke Liste seinen OB-Kandidaten gewählt und
über seine weitere Politik diskutiert.
Die Liste, die seit dem 22.
Januar besteht und sich auch im “zakk” gegründet hat, hat sich, nach eigenem
Bekunden, das Ziel gesetzt, “eine andere Politik” für Düsseldorf zu machen. Das
erste Ziel sei, alles dafür zu tun, dass OB Joachim Erwin nicht mehr
wiedergewählt werde. Parole: Erwin muss weg! Darin sind sich alle Mitglieder
des Bündnisses einig. Es sind dies vornehmlich Vertreter aus dem
PDS/DKP-Spektrum, aus der “trotzkistischen” ISL und ehemalige linke Grüne.
PDS-Stadtrat Frank Laubenburg gab zu Anfang des Treffens einen kurzen
mündlichen Bericht über die Politik der CDU für das zurückliegende Jahr. Er
sprach von einer “stabilen CDU in Düsseldorf”, deren Klientel zu ihrer Zufriedenheit
bedient sei. Nach seiner Einschätzung drohe eine mögliche Wiederwahl Erwins. Es
müsse aber festgehalten werden, dass es keinen Unterschied in der Politik
zwischen CDU und SPD gebe. Von einem “kleineren Übel” könne heute nicht mehr
gesprochen werden. Das sei in Düsseldorf nicht anders als im Rest der Republik.
Laubenburg wörtlich: “Wer in Reisholz wohnt, hat in den letzten zehn Jahren
keinen Unterschied zwischen SPD und CDU gemerkt.” Zur SPD-OB-Kandidatin Gudrun
Hock bemerkte Laubenburg, dass deren Aussichten, Nachfolgerin Erwins zu werden,
wohl eher bescheiden seien. Erwin werde vielmehr ein “relativ stabiles Ergebnis
einfahren und im zweiten Wahlgang gewählt werden.” Hock hingegen werde ein
schlechteres Ergebnis als vor ihr Marlies Smeets erhalten. Auch der
FDP-Kandidat Dr. Zeitz werde ein gutes Ergebnis erzielen. Die Bündnis“grünen”
werden seiner Meinung nach “eine starke Rolle” spielen. Zu den Chancen des
“Republikaners” Jürgen Krüger, der von seiner Partei und den beiden
rechtsextremen Parteien DVU und “Schill-Partei” unterstützt wird, meinte
Laubenburg, dass nach dem Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde, dessen Wiedereinzug
in das Stadtparlament sicher sei. Gleiches gelte für die “Lemmer-Liste”.
Thorsten Lemmer tue im Übrigen alles dafür, um in der Öffentlichkeit als von
seiner braunen Vergangenheit “geheilt” zu erscheinen. Das gehe so weit, dass er
deshalb extra eine Muslima geheiratet habe. Was die Finanzierung des
Wahlkampfes der eigenen Kandidatur betrifft, so kann diese als gesichert
bezeichnet werden. Die Bezeichnung PDS/Linke Liste war zunächst umstritten, da
den Beteiligten klar gewesen ist, dass es Linke gibt, die nicht bereit sind,
eine Liste zu wählen, die den Namen PDS trägt. Aus pragmatischen Gründen jedoch
entschied man sich für die jetzige Namensgebung. Ansonsten hätte man tausende
Unterschriften sammeln müssen, was aufgrund der dünnen Personaldecke nicht zu
schaffen gewesen sei. Da aber die PDS im Rat der Stadt vertreten ist, sei
dieses Problem vom Tisch. Meinungsverschiedenheiten gab es zwischen der
überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer des Treffens und den vertretenen
Ex-Grünen. Diese wollten in dem anstehenden Wahlkampf eine scharfe
Auseinandersetzung mit den Bündnis“grünen” führen. Dieses berechtigte Ansinnen
wurde von der PDS/ DKP-Mehrheit abgelehnt, die in den Bündnis“grünen” nicht den
Hauptgegner sehen wollten. Frank Laubenburg wurde mit 16 Ja-Stimmen, 2
Enthaltungen und einer Gegenstimme zum OB-Kandidaten der Liste gewählt.
Wahlkampfauftakt wird für das Wahlbündnis der erste Mai sein.
www.terz.org - 26.3.2004