comicEdward
Ihr kennt Edward nicht? Solltet ihr aber. Denn eigentlich ist er derjenige der Schuld an der heutigen Misere ist. Hätte er damals im Pleistozän im tiefen Afrika nicht das Feuer vom Vulkan geholt und damit nutzbar gemacht, würden wir wahrscheinlich heute noch in irgendwelchen Steppen hausen. Das Feuer machte es möglich die wilden Tiere aus den Höhlen zu vertreiben und dort selbst heimig zu werden. Es machte die Jagd einfacher, wärmte, machte durch Kochen das Essen genießbarer und überhaupt. Edward war seiner Zeit weit voraus und hatte Visionen, die er seinem Clan nahe brachte. Die Geschichte ist aus der Sicht von Ernest, einer von Edwards Söhnen geschrieben. Ernest ist so etwas wie der Philosoph der Familie, während Onkel Wanja der Querulant der schon mit dem heruntersteigen von den Bäumen nicht einverstanden war. So motzt er immer noch über die Veränderungen, die die Moderne mit sich bringt, während er sich sein Fell schön am Feuer wärmt. Doch Probleme tauchen auf. Nicht nur, dass Feuer auch außer Rand und Band geraten kann, sondern auch das Edward das Feuer der gesamten Menschheit bringen will um die Evolution zu beschleunigen, verursacht Ärger. Der Familienclan will das Feuer lieber für sich behalten nicht nur um die anderen Clans fern zu halten, sondern um sie zu beherrschen, damit man den entscheidenden Vorteil in der Entwicklung in der Hand behält. Das fordert ernsthafte Konsequenzen.
Edward ist eine abgefahrene Geschichte über die Entwicklung des Menschen. Es ist köstlich zu lesen, wie der erste Mensch das Feuer nutzbar machte und damit eine unheilvolle Entwicklung in Gang setzt. Roy Lewis hat das Buch 1961 geschrieben. Es hat aber nichts von seinem Spaß verloren. Inhaltlich ist es nicht unproblematisch Wissenschaft und Forschung, eine absolute Unschuld zu unterstellen. Das stimmt weder historisch, noch aktuell in der Forscher skrupellos sich für jeden Mist hergeben. Davon abgesehen ist das Buch herrlich zu lesen und prima Unterhaltung.
Meikel F
Edward
Roy Lewis
Unionsverlag
189 S. für 9.90 Euro

www.terz.org - 31.03.2005