Die
fetten
Jahre sind vorbei...
Zum dritten
Mal findet am Vorabend des 1. Mai eine antikapitalistische
Demonstration statt.
Nunmehr ist
Hartz IV in vollem Gange und immer mehr bekommen die volle Härte
zu spüren. Von
Protesten ist jedoch immer weniger zu bemerken. Da kommt die
Demonstration am
30. April gerade richtig.
Unabhängig
von Hartz IV, Agenda 2010 und weiß der Henker welche Gesetze noch
kommen, um
die Menschen zu verarmen, ist es natürlich jederzeit richtig,
gegen den
Kapitalismus zu operieren. Das hat sich allerdings noch nicht
verbreitet. In
den im Spätsommer 2004 startenden Montagsdemonstrationen sahen
einige ja schon
die Anfänge einer neuen Morgenröte. Eine martialisch
auftretende Staatsmacht
wie in Berlin, das regelrechte Hineinprügeln von Neo-Nazis in die
Demos wie
z.B. in Magdeburg und München, die Desorientierung der
Protestziele und nicht
zuletzt die Unterstützungsverweigerung der Gewerkschaftsspitzen
reduzierten die
Montagsdemos zu kleinen Häufchen. Die anfangs bis zu 200.000
Menschen machten
aber anderen Sorgen. Im Bundespresseamt und im Innenministerium in NRW
wurden
Lagezentren eingerichtet, um befürchtete Sozialrevolten
frühzeitig zu erkennen.
Die sind bis jetzt noch nicht eingetreten, aber die Wut wächst.
Und was nicht
ist...
Aus dem
Aufruf für die Demo: “Wir sind wütend, so wütend
über die Zustände in diesem
Land, dass es uns die Sprache verschlägt. Ob jetzt 42
Stunden-Woche oder
Gebühren für das Erststudium, ob 1 Euro-Zwangsjobs bei
fünf Millionen
Arbeitslosen, Agenda 2010 und Hartz IV. Wir sitzen abends vor dem
Fernseher und
können über die Dreistigkeit, mit der Wirtschaftsvertreter
und Politiker einen
unsozialeren Vorschlag nach dem Nächsten machen, nur noch den Kopf
schütteln.”
Die Verdummung kennt keine Grenzen, wenn sich Politiker vor die Kamera
stellen
und allen Ernstes behaupten, dass die noch Arbeitenden mehr arbeiten
müssen, um
Arbeitsplätze zu schaffen. Geht es noch dümmer? Dass für
die neuen
Kriegsflugzeuge 15,4 Milliarden Euro ausgegeben werden, während
die Verarmung
in Deutschland drastisch steigt, ist kein Widerspruch. “Das Ganze
ist nicht vom
Himmel gefallen und auch keine Naturkatastrophe, es handelt sich um
eine Form
der organisierten Kriminalität: den
Kapitalismus. Hier müssen alle was verkaufen, und zwar ihre
Arbeitskraft, damit
einige wenige ihre Profite immer weiter steigern können. Und wer
selbst das
nicht schafft, wer nicht eingekauft wird und nicht verwertbar ist,
fällt raus.
Das Scheitern im Kapitalismus wird auf das individuelle Schicksal
reduziert.
Wer im Kapitalismus scheitert, steht als Versager da.” ...
“Zukünftige Generationen
werden den Zeiten kapitalistischer Lohnarbeit und drohender
Arbeitslosigkeit
ebensowenig nachtrauern, wie wir heute den Sklavenzeiten oder der
Leibeigenschaft.” ... “Am 30.4. gehen wir auf die
Straße, machen den Mund auf.
Hören auf, nur mit dem Kopf zu schütteln. Wir holen die
geballte Faust aus der
leeren Tasche!”
Demo
am
30.April
2005 um 18 Uhr
am
Oberbilker Markt
Den
vollständigen Aufruf gibt es unter www.antifakok.de
www.terz.org - 31.03.2005