Streik
bei
HBB in Leverkusen beendet
Nach mehr
als einem Jahr endete der Streik der Leverkusener BusfahrerInnen im
Februar mit
dem Abschluss eines Haustarifvertrages. Kurz zur Erinnerung: Die
FahrerInnen
des Subunternehmers HBB haben wesentlich schlechtere Bedingungen als
ihre
KollegInnen der öffentlichen Muttergesellschaft KWS. Die 90 HBB
FahrerInnen
verdienen 30 Prozent weniger (zwei kommen gar auf nur 1200 Euro –
brutto!) und
haben ungünstigere Arbeitszeiten. Zu Beginn des Streiks
solidarisierten sich
die FahrerInnen von KWS, was sicher dadurch begünstigt wurde, dass
beide die
gleichen Räume und Busse benutzen. Die Solidaritätsstreiks
wurden aber vom
Landesarbeitsgericht in Düsseldorf verboten, womit ein wichtiges
Druckmittel
fehlte. Die Gewerkschaft ver.di tat im folgenden fast nichts für
die Ausweitung
des Streiks und setzte in erster Linie auf die Unterstützung von
Lokalpolitikern.
Interventionen
von außerhalb, wie die Torblockade von 30 AktivistInnen oder ein
ungünstig
geparkter Bus von BesucherInnen vor eben dem gleichen Tor zeigten zwar,
dass es
möglich ist, auch solch isolierte Streiks zu unterstützen,
doch gelang es
nicht, die FahrerInnen aus dem abwürgenden Klammergriff der
Gewerkschaft zu
befreien und zukünftig ihre eigenen Aktionen zu unterstützen.
Der
zuständige ver.di-Fachbereichsleiter Lohmann
»verzichtete« gegen Ende des
Streiks vollständig auf Aktionen, da die Verhandlungen an einem
»strategisch
wichtigen Punkt« seien: Der erreichte Haustarifvertrag hat eine
Laufzeit bis
2009, die Stundenlöhne werden um 80 Eurocent erhöht, was
zudem mit Kürzungen
beim Urlaubsgeld und bei Zuschlägen verrechnet werden muss. Dieser
fällt noch
hinter den geforderten Spartentarifvertrag zurück, der eine
Unterwanderung der
Flächentarifverträge des öffentlichen Dienst
bedeutet. Verkauft werden soll
dieser Abschluss nun als stufenweise Einführung des
Spartentarifvertrages,
ähnlich tönte ver.di auch nach dem Rheinbus-Streik der
Rheinbahntochter, hier
soll es nun Auseinandersetzungen um die Durchsetzung der
»Stufen« geben, aber
dazu vielleicht bald mehr. »Mit ver.di streike ich nicht noch
einmal«,
kommentierte ein Busfahrer seine Erfahrungen der letzten 13 Monate.
Falls dies
als ein Appell für selbständige Aktionen zu interpretieren
ist, könnte der
Streik doch noch seine gute Seite gehabt haben.
Weitere
Informationen zum Streik, zum Spartentarifvertrag und zu Kämpfen
von
BusfahrerInnen:
www.wildcat-www.de (WC 69 –
73)
www.terz.org - 31.03.2005