theaterDie versunkene Stadt
Ein Theaterstück über den Stahlarbeiterkampf in Rheinhausen
Mittlerweile ist Gras über das riesige Hüttenwerk Rheinhausen
gewachsen. Nur wenige neue Arbeitsplätze sind dort entstanden, wo einstmals
mehrere Tausend Arbeiter ihr Auskommen fanden. Ein ganzer Stadtteil wurde von
dem gigantischen Stahlwerk geprägt. Als bekannt wurde, daß das Werk
geschlossen werden sollte, begann ein in der BRD einmaliger Kampf, der eine
ganze Region einschloß, die vom Niedergang der Stahl- und Bergbauindustrie
bedroht war. Gleichzeitig tobte in Hamburg eine gewalttätige Auseinandersetzung
mit den Bewohnern der besetzten Hafenstraße. Das Ergebnis ist bekannt:
Die Häuser der Hafenstraße stehen heute noch, das Stahlwerk in Rheinhausen
existiert nicht mehr. Also ein verlorener Kampf?
Während sich heutzutage anderswo kaum noch jemand an diesen Kampf in Rheinhausen
erinnern kann, ist dieser in den Köpfen der Beteiligten immer noch präsent.
Das Duisburger Kinder- und Jugendtheater hat seinen Sitz mitten in Rheinhausen.
Was lag also näher, als die Zeit von 1987/1988 aus der Vergessenheit zu
reißen. Unter der Regie des belgischen Regisseurs Marcel Cremer, der bekannt
ist für seine engagierten biographischen Stücke, erarbeitete ein Ensemble
ein Stück über die 160 Tage des Streiks. Monatelang wurde recherchiert,
bekannte und unbekannte Akteure und Akteurinnen aufgesucht, Tageszeitungen gewälzt
und Fernsehberichte von damals angeschaut. Dabei war auch die Geschichte des
Werkes wichtig. Wie alles in einem kleinen Dorf anfing, wie ein Herr Krupp Land
billig aufkaufte und ein riesiges Werk aus dem Boden stampfte. Wie Krupp ein
großer Rüstungskonzern wurde, nicht nur im 1. Weltkrieg prächtige
Gewinne erzielte, sondern auch Hitler frühzeitig unterstützte. Neben
den historischen Fakten stehen bei dem Theaterstück aber immer die Menschen
im Vordergrund. Wie erging es ihnen? Was taten sie? Was dachten sie? Wie kam
es, daß sich die Arbeiter, die sich so sehr mit Krupp identifizierten,
zum Kampf entschlossen haben? Auf einer überdimensionierten Leinwand agieren
noch einmal die Akteure von damals, während die sieben SchauspielerInnen
in einem ständigen Spannungsfeld von Wahr/Unwahr, Echt/Unecht agieren und
die damaligen Vertreter der Macht nur als kleine Handpuppen auftauchen. Es ein
Stück über Solidarität der vermeintlich Schwachen, über
Kampf an sich, über Verrat der Gewerkschaftsbosse, über Lug und Trug
von Politikern und Stahlbossen und vor allem ist es ein Stück darüber,
daß sich kämpfen immer und überall lohnt.
Uraufführung: 2. Mai 2002 um 19.00 h
im KOM´MA Theater
Schwarzenberger Straße 147
47226 Duisburg
Telefonische Vorbestellungen: 0203/283-8486
Email: info@reibekuchentheater.de
Weitere Aufführungstermine:
3.-5. Mai, 19.00h; 6.+7. Mai, 10.00h
www.terz.org - 26.4.2002