Atomprovokation
in Düsseldorf
Vom
25. bis 27. Mai 2004 findet in der Landeshauptstadt die “Jahrestagung
Kerntechnik” der Atomlobby statt. Protest wäre angesagt.
von
Jürgen Stein
Wenn
CASTOREN mit Atommüll durch die Lande rollen, lässt Walter Hohlefelder,
Präsident des “Deutschen Atomforum e.V” die Sektkorken knallen. Dann wird bei
ihm gefeiert. Aber nicht nur bei ihm, sondern bei all jenen, die sich in Sachen
Atom eine “goldene Nase” verdienen. Und das sind vor allem die, die zu eben genanntem
Verein gehören und die, die Mitglieder der “Kerntechnischen Gesellschaft e.V.”
(KTG) sind.
Beide
Atomclubs wollen nun im Mai ihre Propagandashow in dieser Stadt abhalten. Drei
Tage lang soll diese stattfinden, ein umfassendes Programm ist vorgesehen.
RednerInnen während der “Plenarsitzung” der Jahrestagung, des sonst recht
lichtscheuen Gesindels, werden nicht ganz unbekannte Leute sein. Neben dem
Vorsitzenden der KTG Ralf Güldner, spricht Walter Hohlefelder. Mit von der
Partie sind auch Jürgen Rüttgers (Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion NRW)
und die Düsseldorfer Bürgermeisterin Ursula Schiefer. Sie wird ein
Willkommen an die versammelten Atomgangster richten. Ebenso wird Roland
Schenkel, Stellvertretender Generaldirektor der EU-Kommission (nicht
demokratisch legitimiert) sprechen.
Thema:
“Wohin fährt der Zug der Europäischen Energie- und Forschungspolitik –
Auswirkungen für Deutschland?” Vertreter von Universitäten und Atomkonzernen
und -vereinigungen aus Deutschland, Schweden, Finnland und aus Kanada
werden ihren Auftritt haben. Geplant ist, neben Propagandareden, auch einige
“Exkursionen” vorzunehmen.
Am
ersten Tag soll es eine “Stadtrundfahrt Düsseldorf” geben. Abfahrt ist 14 Uhr,
CCD Stadthalle. Am zweiten Veranstaltungstag soll es zum Forschungszentrum
Jülich gehen. Am 27. Mai soll eine “Exkursion zur CASTOR-Fertigungsstelle der
Gesellschaft für Nuklearbehälter in Mühlheim” (Programm) stattfinden.
Treffpunkt:
9 Uhr, ab CCD Stadthalle.
Nach
eigenem Bekunden will die Atommafia, offensiv für ihr Anliegen eintreten. So
wird in zahlreichen Veranstaltungen, “für die Akzeptanz der Kerntechnik
geworben.” Atom-Häuptling Güldner hat schon vor einiger Zeit der
Bundesregierung, im Namen der KTG, einige Forderungen übergeben. Man sei als
“Kerntechnische Gesellschaft” auch von der “Notwendigkeit der Reformen der
Agenda 2010 überzeugt.” Die “Gesellschaft” verweise darauf, “dass
Glaubwürdigkeit und Erfolgsaussichten der Agenda 2010 mit einer an den
Prinzipien der Nachhaltigkeit orientierten Energieversorgung in Zusammenhang
stehen.” Deshalb werde die rosa-“grüne” Bundesregierung aufgefordert, die
“Rahmenbedingungen und Ziele ihrer Energiepolitik kritisch zu überprüfen.”
Gegenüber dem Ausland solle, ganz nationalistisch gemeint, die
“Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft aufrechterhalten” blieben. Durch die
“Reformen” sei, so der Fantast, eine “Beschleunigung des Wirtschaftswachstums
und die Senkung der Arbeitslosigkeit” zu erwarten. Mit dem Hinweis auf andere
Länder, verlangt Güldner, dass auch in der BRD die Betriebsgenehmigungen für
AKW’s verlängert werden sollen. Das nennt er dann “eine verantwortungsvolle
Nutzung der vorhandenen Anlagen.” In seinem Pamphlet, welches er der
Schröder-Regierung hat zukommen lassen, wird diese aufgefordert, “die
Weiterentwicklung der Kerntechnik als Aufgabe staatlicher Zukunftsvorsorge
anzuerkennen.” Sie solle “sich weiterhin an internationalen Programmen
beteiligen.”
Das
Argument der Bundesregierung, es ginge bei dem angeblichen “Ausstieg aus der
Atomenergie”, um die “Befriedung eines gesellschaftlichen Konflikts”, und nur
darum geht es der Schröder/Fischer-Regierung, lässt die Atom-Bande der KTG
nicht gelten. Schließlich möchte die deutsche Atomindustrie nicht auf ihre
Profite verzichten. Was kümmert sie die Existenz eines “gesellschaftlichen
Konflikts” und dessen tatsächlicher oder angebliche “Befriedung”? Nix da! Es
wird weiter über Leichen gegangen (z.B. Tschernobyl). Und zwar auf Biegen und
Brechen. Was kümmert sie der Schutz der ökologischen Systeme? Was den
Erhalt von Mensch
Kontakt:
Juergen.Antoni.Stein@gmx.de