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"Abschiebeservice"
am Düsseldorfer
Flughafen
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Bei
uns könnt ihr mitarbeiten. Wir treffen uns jeden Sonntag um 19 Uhr
in Falkenheim auf der Lessingstr. 22, Düsseldorf- Oberbilk.
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Achmed saß drei Wochen in
Abschiebehaft in Kassel, bevor ihn an einem Dienstagmorgen BeamtInnen abholen,
die Hände auf den Rücken fesseln und zum Düsseldorfer Flughafen
bringen. Dort sperrt ihn der Bundesgrenzschutz (BGS) in eine große
Halle, in der bereits zwei Dutzend Menschen warten. Gegen 15.30 Uhr wird
das Tor geöffnet. Das Flugzeug wartet. Etwa 30 BGS-Beamte bilden ein
Spalier, das vom Ausgang der Halle bis zum Einstieg des Busses führt.
In einigen Metern Abstand sind mehrere mit Maschinenpistolen bewaffnete
BGSler postiert. Der Bus bringt die knapp 60 "Rückschüblinge",
wie die Flüchtlinge im BGS-Jargon heißen, zum Flugzeug der rumänischen
Airline Tarom. Hier nehmen rumänische Sicherheitsbegleiter sie in Empfang.
Am Flughafen in Bukarest werden die Abzuschiebenden von schwer bewaffneten
rumänischen Polizisten nach ihren unterschiedlichen Nationalitäten
aufgeteilt. Achmed und die anderen türkischen Staatsangehörigen
landen gegen 20 Uhr am Istanbuler Flughafen.
Es beginnen Befragungen und Verhöre...
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Jeden Dienstag finden mittlerweile sogenannte Charterabschiebungen von
Düsseldorf nach Bukarest und oft weiter nach Istanbul, Beirut oder
Amman statt. Schätzungsweise 10.000 Menschen sind in den vergangen
zwei bis drei Jahren auf diese Weise mit der rumänischen Fluggesellschaft
Tarom abgeschoben worden. Bereits im Jahr 2000 erörterte eine extra
von der Innenministerkonferenz beauftragte Arbeitsgruppe von StaatssekretärInnen
Vorschläge "zur Beseitigung von Rückführungsschwierigkeiten".
In einem offiziellen Bericht liest sich das dann so:
"Bei Personen, die gewalttätigen Widerstand gegen ihre Abschiebung
leisten, sollen verstärkt kleine Chartermaschinen (Lear-Jets) und
Sammelrückführungen eingesetzt werden." Hintergrund für
diese neue Praxis, bei der ganze Flugzeuge für Abschiebungen gechartert
werden, sind die zunehmenden Schwierigkeiten, mit denen Profiabschieber
in der letzten Zeit zu kämpfen hatten. So sieht sich die Fluggesellschaft
Lufthansa seit ein paar Monaten mit einer massiven Imagebeschmutzungskampagne
konfrontiert.
Für Juni ist u.a. eine Internetdemonstration unter dem Motto "Lufthansa
goes offline - online-demonstration against deportation business"
von antirassistischen Gruppen geplant.
Spätestens nach dem gewaltsamen Tod von Aamir Ageeb an Bord einer
Lufthansamaschine im Mai 1999 durch Beamte des BGS, verweigern immer häufiger
Piloten von Linienmaschinen die Mitnahme von Flüchtlingen, die sich
gegen ihre Abschiebung zu Wehr setzen. Und auch der BGS geriet nach mehreren
bekannt geworden Fällen, bei denen MitarbeiterInnen an Mißhandlungen
von Abzuschiebenden beteiligt waren, in die öffentliche Kritik.
Genau diese Schwierigkeiten sollen mit Hilfe der Tarom vermieden werden.
Der BGS dürfte ein hohes Eigeninteresse an einer Zusammenarbeit mit
der Fluggesellschaft haben, stellt diese doch ihre eigenen SicherheitsbegeleiterInnen,
so daß sich der BGS "die Finger nicht mehr schmutzig machen
muß." Für die wöchentlichen Abschiebeflüge von
Düsseldorf aus gibt es einen speziellen Beförderungsvertrag
mit dem Land NRW. Die Bezirksregierung Düsseldorf ist an der Planung
und Koordinierung der Sammelrückführungen beteiligt.
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Neue
Abschiebemethoden am Düsseldorfer Flughafen
Inhalt
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Romanian Air Transport, kurz Tarom, transportiert regelmäßig
jeden Dienstag vom Düsseldorfer Flughafen aus 30 bis 80 sogenannter
Deportees in einer extra bereitgestellten Maschine. Sie besitzt eigenes
Sicherheitspersonal und führt für körperlich kranke oder
suizidgefährdete Flüchtlinge angeblich auch ärztliches
Personal mit. Die Tarom schiebt aber nicht nur rumänische Staatsangehörige,
sondern auch Menschen mit türkischem oder libanesischem Paß
ab. Dafür betreibt die Airline am Bukarester Flughafen Otopeni eine
Art Haftzentrum, eine schwer bewachte Halle, wo die Deportees bis zur
ihrer Weiterleitung in die angeblichen Herkunftsländer eingesperrt
werden.
Bei der "Rückführung" geht das hausinterne Sicherheitspersonal
nicht gerade zimperlich mit den unfreiwilligen Passagieren um, wie der
Einsatz von Elektroschockgeräten zeigt. Am 11.5.1999 ist der kurdische
Flüchtling Fercent Ucar bereits auf dem Weg zur Maschine von BGS-Beamten
geschlagen und mit Medikamenten ruhig gestellt worden. Im Flugzeug gingen
die Mißhandlungen durch die Tarom-SicherheitsbegleiterInnen dann
weiter. Fercent Ucar blieb während des gesamten Fluges gefesselt,
wurde mehrmals geschlagen und mit einem Elektroschockgerät gequält.
In der offiziellen Version der Airline heißt es, daß alle
Versuche, "den renitenten Herrn U. zu beruhigen, fehlgeschlagen waren
und zur Vermeidung einer Notlandung und zur Wiederherstellung von Sicherheit
und Ordnung einmalig und kurz ein Elektroschockgerät eingesetzt wurde."
Bei einem Gespräch mit einem UNHCR-Vertreter gaben die Verantwortlichen
der Tarom jedoch zu, daß sich immer drei solcher Geräte an
Bord befinden würden.
Die Fluggesellschaft ist nicht neu im Abschiebegeschäft. Seit dem
Rückführungsabkommen der Bundesregierung mit Rumänien,
das im September 1992 in Kraft trat, werden RumänInnen, die beim
Versuch, die Ostgrenze unkontrolliert zu passieren, aufgegriffen werden,
mit der Tarom über den Berliner Flughafen Schönefeld zurückgeschoben.
Hinzukommen auch Abschiebungen von anderen Flughäfen in der BRD,
die zum Teil nach Nigeria und Sri Lanka gehen. Die Bemühungen der
Airline um weitere Abschiebevereinbarungen mit der Bundesregierung reißen
nicht ab; Ende 1999 waren konkret Abschiebungen nach Kongo im Gespräch.
Die Tarom meldet enorme Wachstumszahlen. Über eine Millionen Passagiere
werden jährlich mit dieser staatlichen rumänischen Fluggesellschaft
befördert, die sich zu 97% in der Hand des Transportministeriums
befindet. Letztes Jahr wurde sie als 28. Mitglied in die Assoziation Europäischer
Airlines aufgenommen. Die Tarom unterhält Büros in Berlin, Frankfurt
und auch in Düsseldorf, auf der Hüttenstraße Ecke Graf-Adolf-Straße.
Somit bietet sich auch bei der Tarom die Möglichkeit einer Imagebeschmutzungskampagne,
wenn sie ihre "deportation-class" nicht schleunigst einstellt.
AKTION KNASTMUCKE
- EINE ANTIRASSISTISCHE INITIATIVE -
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Der
Allround-Abschiebeservice der Tarom
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