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Kriegslügen im Kosovo-Konflikt? Friedenskrieger im Abwehrkampf gegen Bulldozer?Journalisten |
Unser
kriegserprobter Verteidigungsminister Scharping ist arg unter Beschuss
geraten. Zersetzerische "Bulldozer-Journalisten" werfen ihm
vor, er habe 1999 Kriegsgründe inszeniert, um den Nato?Krieg gegen
Jugoslawien zu rechtfertigen.* Doch gottlob eilen ihm allerlei Friedenskrieger
zur Hilfe, die empört gegen die Delegitimierung der Nato-Bombardements
Front machen ? und zwar ohne Rücksicht auf die unangenehmen Fakten. |
| Ausgesprochen unangenehm für die empörten Friedenskrieger sind beispielsweise die Fakten zur Situation der Kosovo-Albaner, die ausgewiesene Fachleute kurz vor der "humanitären Intervention" der Nato mitzuteilen hatten: "Eine explizit an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfende politische Verfolgung ist auch im Kosovo nicht festzustellen." Das Vorgehen der serbischen "Sicherheitskräfte"(sic!) sei "nicht gegen Kosovo?Albaner als ethnischdefinierte Gruppe gerichtet, sondern gegen den militärischen Gegner und dessen tatsächliche oder vermutete Unterstützer".** "Hochgradig irritierend" ist dieser Lagebericht vom 12. Januar 1999 deswegen, weil er im Auswärtigen Amt des olivgrünen Friedenskriegers Joseph Fischer verfasst wurde. Deshalb müssen Leute, die solche brisanten Dokumente dem staunenden Publikum zugänglich machen, von staatstreuen Kräften als grob vereinfachende "Bulldozer?Journalisten" gebrandmarkt werden, deren "Machwerke" darauf abzielen, die "humanitäre Intervention" der Nato in Jugoslawien als imperialistischen Krieg zu verunglimpfen. Es dürfe nicht weiter hingenommen werden, dass der "Kampf um die Interpretation des Krieges und der Kriegsschuld" die Glaubwürdigkeit der rot?grünen Regierungskoalition in der "elementaren Frage von Krieg und Frieden" zersetze. |
Ein irritierender Lagebericht |
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Gegen die zersetzenden Umtriebe der rücksichtslosen "Bulldozer?Journalisten"
und für das Nato?Dreinschlagen in humanitärer Absicht zieht
beispielsweise ein wackerer olivgrüner Bundestagsabgeordneter namens
Winfried Nachtwei per Rechtfertigungsschrift ins Gefecht.*** Der blitzgescheite
Friedenskrieger, der Mitglied des Verteidigungsausschusses ist und aufmüpfige
Bündnisgrüne fachmännisch ruhig stellen will, hat seinerzeit
die "schwierige und schmerzhafte" Entscheidung für die
"Nato?Luftschläge" gegen Jugoslawien "trotz erheblicher
Bedenken" mitgetragen. Darum mag er gar nicht hören, dass das
Komitee kritischer Journalistinnen und Journalisten in einem offenen Brief
an Bundeskanzler Schröder schreibt, dass "Scharpings zu Herzen
gehende Berichte über die serbischen Greuel gegen die Albaner im
Kosovo vor und zur Zeit des NATO?Krieges allesamt erstunken und erlogen
waren". Lieber beruft sich Nachtwei auf Matthias Rüb, den Kriegsberichterstatter
der deutschnationalen FAZ, für den die ARD?Sendung "Es begann
mit einer Lüge" von Jo Angerer und Mathias Werth ein "strenger
Fall von Bulldozer?Journalismus" ist, weil die Dokumen- |
Ein olivgrüner Friedenskrieger |
| Während der grüblerische Parlamentsabgeordnete
Nachtwei A.D. 2001 viele Seiten voll schreibt, um den Angriffskrieg gegen
die Serben zu rechtfertigen, erledigte unser nassforscher Regierungschef
Schröder diese anspruchsvolle Aufgabe A. D. 1999 in der gebotenen militärischen
Kürze: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, heute Abend
hat die NATO mit Luftschlägen gegen militärische Ziele in Jugoslawien
begonnen. Damit will das Bündnis weitere schwere und systematische
Verletzungen der Menschenrechte unterbinden und eine humanitäre Katastrophe
im Kosovo verhindern. Der jugoslawische Präsident Milosovic führt
dort einen erbarmungslosen Krieg. Wir führen keinen Krieg, aber wir
sind aufgerufen eine friedliche Lösung im Kosovo auch mit militärischen
Mitteln durchzusetzen." Gut zu wissen, dass die Nato mit Luftangriffen
beginnen kann, ohne Krieg zu führen. Erhellend auch, dass die Nato
mit militärischen Mitteln eine friedliche?Lösung durchzusetzen
versteht. Das ist die Propagandasprache, die gebraucht wird, um imperialistische
Kriege der maßgeblichen Marktwirtschaftsdemokratien als"humanitäre
Interventionen" erscheinen zu lassen und auf diese Weise sogar bei
Friedensfreunden Kriegsbegeisterung zu entfachen.
Franz Anger * Es begann mit einer Lüge, ARD, 8. 2. 01, 21.45 Uhr. Das Manuskript
gibt es im Internet: http://www.wdr.de/
online/news/kosovoluege
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Der deutsche Kanzler |