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Karl Selent - linke Moral & Gewalt
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Am 8. Mai trafen im ZAKK zwei Positionen zum Israel-Palästina-Konflikt aufeinander. Die eine wurde vertreten durch Hermann Kopp (Marxistische Blätter), die andere durch Konkret-Autor Karl Selent. Anlass zu dieser Veranstaltung waren zahlreiche Beiträge in unserer Zeitung zu diesem Thema, die den Wunsch aufkeimen ließen, die Streithähne mal zusammenzuführen. |
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Mit düsteren Farben malte Karl Selent das Bild vom reaktionären
palästinensischen Widerstand. Schon vor vielen Jahrzehnten habe der
Mufti von Jerusalem, so erklärte Selent wortgewaltig, mit dem größten
Schurken der Weltgeschichte, Adolf Hitler, gemeinsame Sache gemacht. Damit
war auch der Nachfolger des Großmuftis, Yassir Arafat, und sein
Verein, die PLO, hinreichend charakterisiert. Die PLO sei "aus den
alten traditionellen Eliten, den reaktionären und religiösen
Führern des Familienclans der Araber Palästinas" hervorgegangen.
(Thesenpapier von K. Selent zur Veranstaltung) Vier Anmerkungen: 1. Der Verweis auf personelle und inhaltliche Verknüpfungen mit
den Faschisten erklärt in keiner Weise die gegenwärtigen Konflikte.
Das ist aber auch nicht das Anliegen Selents. Er will lediglich den palästinensischen
Auf- oder Widerstand von Grund auf diskreditieren. 2. Selents Parteinahme für Israel ist argumentativ unangreifbar,
weil sie rein moralisch begründet ist. 3. Die moralische Betrachtung übersieht oder ignoriert die materiellen
Interessen, die hier im Spiel sind, geflissentlich. Sie mündet bei
Selent in einem Kampfaufruf gegen das palästinensische Volk, der
nicht nur vielen Palästinensern und Juden das Leben gekostet hat,
sondern schon seit Jahren die Lebensbedingungen im Staate Israel äußerst
negativ beeinflusst. 4. Die jüdische Bevölkerung hat Freunde à la Selent nicht verdient! HENRICI |