Der kahuna modus - Nika Bertram - Eichborn Verlag - 330 Seiten mit vielen Zeichnungen für 39.80 DM
Das Wort Kahuna stammt aus der Schamanensprache aus Hawaii und bedeutet in
etwa "Hüter des Geheimnisses". Dem einen oder anderen mag das
Wort vom Big Kahuna Restaurant in "Pulp Fiction" bekannt sein. Dies
ist auch schon in doppelter Bedeutung ein Hinweis auf den Debutroman der Kölnerin
Nika Bertram. Sie verbindet schamlos unterschiedliche Genres miteinander. Wie
sie selber sagt, macht sie "genre-fucking". Ihre Vorliebe für
SF- und Horrorfilme, ihr Interesse für Musik und die Kenntnisse der modernen
Computertechnologie verknüpft sie mit den gesellschaftlichen Umbrüchen
der Zeit, der Entpolitisierung, Bezüge auf Esoterisches, dem erwachten
Interesse für Transgender und der immerfort währenden Suche nach dem
Liebesglück. Diese Mixtur hat sie zu einem modernen Märchen verbunden.
Das liest sich entgegen erster Vermutungen verdammt entspannend. Anfangs aufgrund
der unterschiedlichen Erzählebenen etwas verwirrend, löst sich sehr
schnell der Knoten zu einer rasanten Geschichte mit vielen Überraschungen.
Nadine findet sich in einer Art von Gummizelle, die mit Milch gefüllt ist,
wieder und soll ihre Lebensgeschichte aufschreiben, jedoch ohne Bilder. Für
eine Comiczeichnerin gar nicht so einfach. Zumal es da diverse Verwandlungen
in ihrem Leben gab. Einen Vorgang, der sie einsam werden läßt und
ihre geliebte Freundin Susan mehr als irritiert. Glücklicherweise gibt
es da auch noch Ary, die versucht, Nadine in jeder noch so bizarren Situation
beizustehen. Susan kann sich nicht entscheiden zwischen Nadine und Nadines Halbbruder
Arthur, den Computerfreak. Seine Technik entwickelt im entscheidenden Moment
ein nicht zu beherrschendes Eigenleben. Tja, und dann erscheint immer wieder
eine mysteriöse Frau, die sich anscheinend bestens mit Nadines Leben auskennt
und immer einen Vertrag verlängern möchte. Plötzlich holt die
aufgeschriebene Lebensgeschichte Nadine ein. Jetzt geht es erst richtig los.
Ganz abhalten ließ sich Comiczeichnerin jedoch nicht. Sie zog L.G.X.Mousli,
einen der deutschen Comic Shooting Stars hinzu, die nicht nur das Cover zeichnete.
Unterlegt ist der Roman mit Textzeilen verschiedenster Popgrößen.
Eine beigelegte CD wäre der Hammer gewesen. Es gibt aber auch im Internet
Einiges zu entdecken. Als Fortschreibung des Romans findet man unter http://www.kahunamodus.de
nicht nur viele Informationen über Buch/ Autorin/ Hintergrund, sondern
auch ein off-und online Spiel und noch Einiges anderes.
MEIKEL F.
Echolot - Reprodukt - 112 Seiten in s/w für 29.90 DM
Ein U- Boot ist unterwegs. Das Echolot sendet seine Signale aus und überall
hallt das Ping zurück. Anke Feu-chtenberger und Nik Pitton als Herausgeb-erInnen
dieser Anthologie sammelten aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt Beiträge
von Künstlerinnen zum Thema Begierde. So unterschiedlich die Welt, so unterschiedlich
auch die Beiträge. Neben klar an Comic orientierten Geschichten bspw. der
Schweizerin Anke Sommer oder von Mira Friedman, gibt es auch rein auf Kunst
basierende Beiträge wie z. B. die Zeichnungen von Katrin Bethge, einen
sehr verwirrenden der Kanadierin Reneé French, sowie zwei Kurzgeschichten
von Kathrin de Vries und Georg Klein. Dessen Beitrag, der von dem männlichen
Vorurteil der weiblichen Eitelkeit handelt und nur die Begierde nach der unerreichbaren
Frau verschleiert, ist der Auftakt der ziemlich unterschiedlichen Geschichten
und Zeichnungen. Mit den vielen Facetten des wohl ewig schwierigen Geschlechterverhältnisses
beschäftigen sich die meisten Stories. Das geschieht teilweise sehr verwirrend.
Über die Geschichten und Zeichnungen von Anke Feuchtenberger könnte
man sicherlich ganze Abhandlungen schreiben. Es ist kein Zufall, daß die
Künstlerin mittlerweile auch von Mainstream-Medien hochgelobt wird und
ihre Werke in Galerien käuflich zu erwerben sind. Undurchschaubar bleiben
die Comics trotzdem und das ist der Mythos, den sie ausmachen. Aber sie ist
nicht die Einzige, die einen etwas ratlos zurückläßt. Mit den
herunterzulesenden Comics wie Mickey Maus und Donald Duck haben diese Comics
schon lange nichts mehr zu tun. Häufig steht das Ich im Zentrum der Betrachtung.
Das versteckt man nur zu gerne und deswegen muss man sich in einige Geschichten
regelrecht hineindenken.
Mit diesem Band wird den, im Comicbereich immer noch viel zu wenig beachteten,
Frauen ein Forum geboten, sich darzustellen und man kann nur festhalten: Frauen
kommen- und zwar gewaltig.
MEIKEL F.
Echolot - Reprodukt - 112 Seiten in s/w für 29.90 DM
Ein U- Boot ist unterwegs. Das Echolot sendet seine Signale aus und überall
hallt das Ping zurück. Anke Feu-chtenberger und Nik Pitton als Herausgeb-erInnen
dieser Anthologie sammelten aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt Beiträge
von Künstlerinnen zum Thema Begierde. So unterschiedlich die Welt, so unterschiedlich
auch die Beiträge. Neben klar an Comic orientierten Geschichten bspw. der
Schweizerin Anke Sommer oder von Mira Friedman, gibt es auch rein auf Kunst
basierende Beiträge wie z. B. die Zeichnungen von Katrin Bethge, einen
sehr verwirrenden der Kanadierin Reneé French, sowie zwei Kurzgeschichten
von Kathrin de Vries und Georg Klein. Dessen Beitrag, der von dem männlichen
Vorurteil der weiblichen Eitelkeit handelt und nur die Begierde nach der unerreichbaren
Frau verschleiert, ist der Auftakt der ziemlich unterschiedlichen Geschichten
und Zeichnungen. Mit den vielen Facetten des wohl ewig schwierigen Geschlechterverhältnisses
beschäftigen sich die meisten Stories. Das geschieht teilweise sehr verwirrend.
Über die Geschichten und Zeichnungen von Anke Feuchtenberger könnte
man sicherlich ganze Abhandlungen schreiben. Es ist kein Zufall, daß die
Künstlerin mittlerweile auch von Mainstream-Medien hochgelobt wird und
ihre Werke in Galerien käuflich zu erwerben sind. Undurchschaubar bleiben
die Comics trotzdem und das ist der Mythos, den sie ausmachen. Aber sie ist
nicht die Einzige, die einen etwas ratlos zurückläßt. Mit den
herunterzulesenden Comics wie Mickey Maus und Donald Duck haben diese Comics
schon lange nichts mehr zu tun. Häufig steht das Ich im Zentrum der Betrachtung.
Das versteckt man nur zu gerne und deswegen muss man sich in einige Geschichten
regelrecht hineindenken.
Mit diesem Band wird den, im Comicbereich immer noch viel zu wenig beachteten,
Frauen ein Forum geboten, sich darzustellen und man kann nur festhalten: Frauen
kommen- und zwar gewaltig.
MEIKEL F.
Wondertüte 7 + 8 - Atak - Reprodukt - 32 einfarbigen Seiten für jeweils 9.90 DM
In einem Doppelpack erscheinen die letzten beiden Hefte der Wondertüte
von Atak. Die Geschichte "Hunde über Berlin" findet ihr dramatisches
Ende. Es regnet Hunde über der Stadt, die Tod und Zerstörung bringen.
Anselms Hund Beelze, in Gestalt des Teufels, nimmt Rache für das Ungemach.
Doch tatenlos will Anselm dem Gemetzel nicht zusehen. In einer dramatischen
Zuspitzung der Ereignisse findet er unverhofft die Lösung. Sein Hund, den
er selber groß gezogen hatte, will sich an seiner Freundin Anke vergehen,
doch das läßt Anselm nicht zu und löst das ganze Problem. Ja,
ja die Liebe kann viel bewegen. Nebenbei wird auch noch das schon in den vorherigen
Ausgaben begonnene Frühwerk von Atak zu Ende geführt. Nun ja, jeder
hat mal klein angefangen. Man sieht, daß Atak sich in den Jahren nicht
nur verändert, sondern auch wesentlich verbessert hat. Seine Geschichten,
wie auch die Zeichnungen begehen den Spagat zwischen Kunst und Comics. Sie sind
noch Comics und bewegen sich auf die Kunst hin. Jede seiner Zeichnungen ist
auch ein Kunstwerk. Die Verbindungen verschiedener Genres, zwischen Trivial-
und Hochliteratur, Grafik und Malerei, zwischen Erzählung und Konstruktion,
ist das, was das Werk von Atak und von Wondertüte im Besonderen ausmacht.
Im Herbst wird ein Sammelband beider Ausgaben erscheinen, der zusätzlich
einen in Leuchtfarbe gedruckten Siebdruckteil enthält.
MEIKEL F.
| www.terz.org - 04.07.2001 |