"Out of Control - für globale Bewegungsfreiheit. Verwertungslogik
und rassistische Ausgrenzung angreifen" ist das Motto des diesjährigen
Grenzcamps. Es findet vom 31.Juli 2003 bis zum 10. August 2003 in Köln
statt - inklusive eines
dreitägigen Auftaktforums.
In der Zeltstadt auf der Poller-Wiese nahe der Severinsbrücke sollen in
den folgenden drei Schwerpunktthemen Interventionsmöglichkeiten erörtert
werden: 1. Kontrolle und Überwachung, 2. Arbeit und Verwertung und 3. Abschiebung
und Abschreckung.
Angekündigt sind bereits Aktionen gegen die deutsche Zentrale der "International
Organisation for Migration" (IOM) in Bonn. Dort werden vor allem die Programme
zur sogenannten freiwilligen Rückkehr von überwiegend abgelehnten
Asylsuchenden koordiniert. Diese Agentur handelt nur auf Ersuchen und im Interesse
ihrer Mitgliedsstaaten. Da diese für die Leistungen bezahlen müssen,
sind es vor allem die mächtigen und reichen Länder dieser Erde, für
welche die IOM tätig wird (siehe Terz 6/03).
Ebenfalls finden Aktionen gegen die rassistischen Personenkontrollen im Kölner
Hauptbahnhof statt. Denn tagtäglich werden unzählige Menschen in Zügen,
auf Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen aufgrund ihres vorgeblich
"nicht-deutschen" Aussehens mit Personenkontrollen durch Polizei und
Bundesgrenzschutz konfrontiert. Begründet wird dies offiziell mit der Suche
nach papierlosen MigrantInnen oder Flüchtlingen, die gegen die sogenannte
Residenzpflicht verstoßen. Regelmäßig werden rassistische Vorurteile
wie das des "drogendealenden Schwarzafrikaners" als Begründung
angeführt. Die Selektivität solcher Kontrollen ist rassistisch und
demütigend.
Durch gezielte Aktionen am Flughafen und Druck auf die ausführenden Fluggesellschaften konnten AktivistInnen immer wieder Abschiebungen in letzter Minute verhindern. Aus diesem Grunde finden im Rahmen des Grenzcamps am 6. August 2003 kleinere Aktionen im Düsseldorfer Flughafen - dem drittgrößten Abschiebeflughafen Deutschlands - statt. Im Flughafenbereich befinden sich die Abschiebegesellschaften Lufthansa, Air France, Tarom und Jugoslawian Airlines (JAT). Derzeit finden vermehrt Sammelabschiebungen von Roma durch die JAT vom Düsseldorfer Flughafen aus statt. Die meisten Rückführungen werden auf dem Luftwege durch den BGS vollzogen. Für die Abschiebungen werden Handschellen, Fesseln, Klebebänder, Knebel und Helme verwendet. Bisher sind fünf Menschen bei Abschiebungen durch BGS-Beamte getötet worden. Aus Angst vor ihrer Abschiebung töteten sich ca. 111 Flüchtlinge selbst und ca. 385 versuchten sich umzubringen. Auf dem Düsseldorfer Flughafen werden die Asylsuchenden aus den sogenannten "sicheren Drittstaaten" bzw. ohne gültigen Pass in Sammelcontainern oder Arrestzellen inhaftiert. Die Container befinden sich nicht weit entfernt von der BGS-Kaserne am Düsseldorfer Flughafen; dort soll an diesem Tag ein Konzert stattfinden. Achtet auf Ankündigungen in den folgenden Wochen!
Am 7. Juli 2003 findet mit einer antirassistischen Initative aus Bonn und der
Aktion Knastmucke im Antifa-Café eine Veranstaltung zum IOM sowie zum
Grenzcamp 2003 statt.
AKTION KNASTMUCKE
www.terz.org - 30.6.2003