HRK
will Studiengebühren ab Studienbeginn
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich am 9. Juni diesen Jahres
mit den Stimmen von 77 HochschulrektorInnen für die
Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro ab
dem ersten Semester ausgesprochen. Die Gebührenhöhe
könne insbesondere für kostenintensive Studiengänge auch
noch weiter erhöht werden. Favorisiert wird die Einführung so
genannter nachlaufender Studiengebühren: Nach dem Prinzip von
Darlehen müssten demnach die “zunächst vorgestreckten”
Gebühren nach dem Studium verzinst zurückgezahlt werden.
Zu diesen Plänen sagt der AStA der FHD ebenso wie zu jeder anderen
Form von Studiengebühren NEIN. Die individuelle Entscheidung
für oder gegen ein Studium darf nicht durch die finanziellen
Möglichkeiten bestimmt werden. Wer das eigene Studium nur
über einen Kredit finanzieren kann, wird zudem seine/ihre Wahl auf
weniger kostenintensive und auf ökonomisch verwertbarere
Studiengänge beschränken müssen. Schließlich muss
das später zu erwartende Einkommen zum Schuldenabbau ausreichen.
Auch der Hinweis auf mögliche Stipendien ist nicht mehr als
Augenwischerei.
Der Trend – weg von einem Recht auf Bildung, hin zu einer noch
stärkeren sozialen Selektion – setzt sich also weiter fort.
Spätestens jetzt, da die Bildungsministerien der meisten
Bundesländer mit der Auffrischung ihrer Haushalte durch allgemeine
Gebühren liebäugeln und Studiengebühren ab dem ersten
Semester drohen, müsste eigentlich ALLEN StudentInnen klar
geworden sein, wohin die Reise gehen soll. Und dass diejenigen, die vor
dieser Entwicklung gewarnt haben und mit Streiks und anderen
Protestformen gegen Studiengebühren jedweder Form vorgegangen
sind, Recht behalten haben. Das bei der Einführung von
Gebühren für “Langzeitstudierende” oft gehörte
‚Argument’ “Das betrifft mich nicht” stellt sich einmal mehr als das
heraus, was es immer schon war: als Selbstbetrug.
THOMAS KREMER (ASTA-VORSITZENDER FHD)
INPUT – antifaschistischer
Themenabend
Juli/August-Programm:
> Fußball im
Nationalsozialismus
Mittwoch, 28. Juli, 19.30 Uhr, Zentrum “Hinterhof”, Corneliusstr. 108,
Düsseldorf
Fußball hatte sich im Laufe der zwanziger Jahre zum beliebtesten
Sport in Deutschland entwickelt. Die Nationalsozialisten versuchten,
sich diese Popularität zu Nutze zu machen. In die Zeit des NS
fällt auch die Geburtsstunde der deutschen “Nationalmannschaft”,
die der deutschen Überlegenheit durch Tore Ausdruck verleihen
sollte. Auf der Veranstaltung soll die Geschichte des
Fußballs im “Dritten Reich” unter die Lupe genommen werden. Diese
stellt gewissermaßen einen Kristallisationspunkt für die
nationalkonservative Mentalität dar, die für den
bürgerlichen Sport kennzeichnend war und bis heute ist.
> “Widerständische Germanen”
Die Verehrung von Kultstätten
Mittwoch, 25. August, 19.30 Uhr, Zentrum “Hinterhof”, Corneliusstr.
108, Düsseldorf
Wer musste sie als Jugendlicher nicht erleiden. Familien- oder
Klassenzwangsausflüge zu Kultstätten, die mit “germanischen
Widerstandshelden” und “germanischer Kultur” in Verbindung gebracht
werden. Hierzu zählt obligatorisch der Cherusker-Fürst
Arminius, volkstümlich “Hermann” genannt, der in der Nähe von
Detmold von einem riesigen Sockel aus sein Schwert in die Luft reckt
und Deutschlands “Stärke” und “Einigkeit” symbolisiert. Oder die
angeblich germanischen Externsteine, an denen zur Sonnenwende Hippies
und Neonazis darum konkurrieren, wer mehr germanische Urenergie
empfangen darf. Derartige Kultstätten sind nicht nur bei der
extremen Rechten beliebt. Am 25. August sollen ihre Hintergründe
und Bedeutung näher betrachtet werden.
INPUT-SPEZIAL zum Abbau von Jugend-Traumata: Die Veranstaltung dient
auch zur Einstimmung auf eine geplante Fahrradtour auf den Spuren
“widerständischer Germanen”, die u.a. zur Wewelsburg bei Paderborn
führen wird. Diese war von der SS als Mittelpunkt eines
“Großgermanischen Reiches” auserkoren worden.
Studentische Übungen:
> Leseübungen (Buchtipps)
Mörder unterm Edelweiß
Schon zum zweiten Mal fuhren kürzlich AntifaschistInnen über
Pfingsten ins bayrische Mittenwald. Dort versammeln sich seit über
50 Jahren Gebirgsjäger der Wehrmacht und der Bundeswehr zum
größten deutschen Soldatentreffen, um ihre Traditionen zu
feiern. So mancher von ihnen wurde nun erstmalig öffentlich mit
seinen grausamen Kriegsverbrechen konfrontiert. Parallel wurde ein
internationales Hearing über diese Kriegsverbrechen veranstaltet.
Die Beiträge auf diesem Hearing sind jetzt in einem
empfehlenswerten Buch zusammengefasst worden. Ralph Klein/Regina
Mentner/Stephan Stracke (Hg.): Mörder unterm Edelweiß,
Köln 2004, 12,90 Euro
> Entspannübungen
“Freiraum – Studierendencafé”, Josef-Gockeln-Str. 9
(Außentreppe neben FH-Haupteingang),
D-Golzheim: Di. ab 12.00, Mi. ab 11.30, Do. ab 11.00 bis jeweils 15.00
Uhr, Cocktailparty: 6. Juli ab 21.00 Uhr (Ende offen).
Studentisches Kino in der FH: www.kino77.de
> Leibesübungen
Hochschulsportprogramm von FH- und Uni-AStA:
www.uni-duesseldorf.de/hochschulsport.
Sommer – Sonne – Ferienjob
Vorlesungsfreie Zeit vom 12. Juli bis 24. September 2004. Das
AStA-Büro (Georg-Glock-Str. 15, Tel.: 0211 / 451206) ist aber
während dieser Zeit in der Regel besetzt. Sprechzeiten der
einzelnen AStA-Referate und des -Vorstandes bitte telefonisch erfragen!
Wir wünschen den LeserInnen der FH-AStA-Seite in der TERZ einen
angenehmen Sommer.
www.terz.org - 30.6.2004