Brave new Metro-World
“Faszination Handelswelten”
hieß die als Kunstausstellung verkleidete neoliberale
Werbeveranstaltung des Metro-Konzerns, der hierzu eigens von der Stadt
ein Ausstellungsgrundstück auf dem Ehrenhof zur Verfügung
gestellt bekam. Nicht umsonst ist er schließlich Sponsor des
“museum kunst palast”. Interessanter als das, was dort zu sehen war,
ist das, was verschwiegen wurde ...
Ein großer, roter Kasten lockte
die Neugierde der am Rheinufer der Altstadt bummelnden Passanten.
“Eintritt frei” hieß es am Eingang und “interessante Einblicke in
die Welt des Handels” mit “interaktiven Ausstellungsstücken”
wurden den Eintretenden versprochen. Das gleich im Eintrittsbereich
herbei eilende, freundlich lächelnde und Prospekte verteilende
Ausstellungspersonal ließ erahnen, dass es sich hierbei eher um
eine Werbeveranstaltung als um eine Kunstausstellung handelte. Was
soll‘s, dachten wohl viele der BesucherInnen, die dann durch die
Werbeausstellung des Metro-Konzerns schlenderten und sich an den
Bildschirmen in der Ausstellung mit diversen Werbefilmchen die Zeit
vertrieben. Wer jedoch vorher städtische Ankündigungen zu
dieser Veranstaltung gelesen hatte, wird wohl mehr erwartet haben.
“Für die Ausstellung wurde am Düsseldorfer Ehrenhof zwischen
NRW-Forum und museum kunst palast ein dreistöckiger Pavillon mit
einer Ausstellungsfläche von rund 1000 Quadratmetern errichtet. Er
wird vier Wochen lang ein weiteres kulturelles Highlight in der
Landeshauptstadt Düsseldorf darstellen”, so pries der Pressedienst
der Stadt die Veranstaltung des Metro-Konzerns an. Auch die
Düsseldorfer Wirtschaft war begeistert. Unter
www.unternehmerschaft.de hieß es: “Am Mittwoch abend besuchten
die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft Düsseldorf, Hilden und Haan
die Ausstellung. Außerdem haben sich über 120 Schulklassen
angemeldet, die Show zu sehen. Es werden qualifizierte Führungen
für Schülerinnen und Schüler angeboten.” Eine
Werbeausstellung des Metro-Konzerns als Lernprogramm für Schulen?
“Es geht hier auch um das Image unserer Branche in der
Öffentlichkeit”, erklärte Metro-Chef Dr. Hans-Joachim
Körber den Zweck der Ausstellung. Anlass der Schau sind laut
Presseinfo der Landeshauptstadt die Jubiläen von drei der
Betriebsmarken der Metro-Gruppe: “Media Markt feiert seinen 25.
Geburtstag, Metro Cash & Carry wird 40, Kaufhof blickt auf 125
Jahre Unternehmensgeschichte zurück.” Eine städtisch
gepriesene Ausstellung eines privaten Handelskonzerns zur eigenen
Imagewerbung als “kulturelles Highlight”? Erst im Zuge der Degradierung
kommunalpolitischen Handelns auf neoliberale Standortpolitik für
Konzerne wird eine solche Verklärung von Firmenwerbung zum
kommunalen “Kultur-Event” nachvollziehbar. Denn Konzerne wie die
Metro-Gruppe, die 1999 ihren Verwaltungssitz von Köln nach
Düsseldorf verlegte, müssen im Standort-Wettbewerb der
Kommunen kräftig gehätschelt werden, damit sie dem “Konzern
Stadt” – so der neoliberale Jargon in allen Ratsreden, wenn es um
kommunale Wirtschaftspolitik geht – nicht von der Fahne gehen.
Dafür bekommt der Konzern sogar eine “eigene” Straße von der
Stadt. Der Verwaltungssitz des Konzerns sitzt auf der Metrostraße
1.
Metro-World
Zum Metro-Konzern gehören die Metro C+C-Märkte, Makro, die
Kaufhof-Warenhäuser, die SB-Warenhäuser real, die
Extra-Verbrauchermärkte, die Media-/Saturn-Fachmärkte und die
Praktiker-Baumärkte mit insgesamt ca. 191.500 Beschäftigten
weltweit in 2.310 Betriebsstätten. 1998 hatte der Konzern seine
Töchter Adler-Modemärkte, Reno-Schuhe, vobis und Maxdata in
der “Verwertungsgesellschaft” Divaco mit ca. 34.000 Beschäftigten
zusammengefasst. Mehrheitlich gehört der Konzern den drei Familien
Beisheim, Schmidt-Ruthenbeck und Haniel. Der Metro-Konzern hat sich zu
einem internationalen Unternehmen mit Filialen in 26 Ländern in
Europa, Asien (z.B. VR China, Japan, Indien, Vietnam) und Afrika
(Marokko) entwickelt. Konsequent nutzte er den Zerfall des so genannten
Ostblocks und die Entwicklung der EU für seine Expansion.
Träger der globalen Expansion sind die Metro C+C-Märkte,
Media/Saturn, Praktiker und real. Inzwischen macht der Konzern 46,3
Prozent seines Umsatzes im Ausland. Nach Wal Mart (USA) und
Carrefour/Promodes (Frankreich) ist er mit 51,5 Mrd. Euro Umsatz im
Jahr der drittgrößte Handelskonzern.
“The Spirit of Commerce”
So lautet die im Jahre 2002 kreierte Markenbotschaft der Metro-Group,
die nicht zuletzt auch via Ausstellung am Ehrenhof unters Volk gebracht
wurde: “Diese Botschaft unterstreicht, dass Handel für die
Metro-Group weit mehr bedeutet als nüchterne Zahlen und Fakten.
Wir wollten so das Markenprofil unseres Konzerns schärfen und
unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Gewicht schärfen”,
so Konzern-Chef Körber. Genau dies wurde via Ausstellung unters
Volk gebracht: Handel = Freiheit, Handel = Wohlstand, Handel =
Glückseligkeit, so die Botschaft vom Märchen der schönen
Welt des Handels, das in Orwell‘scher Manier mittels Slogans und
wirtschaftsliberalistischer Propagandafloskeln den Inhalt der
Ausstellung bestimmte.
Schon in der Fibel des Wirtschaftsliberalismus, “Untersuchungen
über die Natur und Ursachen des Wohlstands der Nationen” aus dem
Jahre 1776 von Adam Smith hieß es programmatisch: “Die
Arbeitsteilung ist in ihrem Ursprung nicht etwa das Ergebnis
menschlicher Erkenntnis, welche den allgemeinen Wohlstand, zu dem
erstere führt, voraussieht und anstrebt. Sie entsteht vielmehr
zwangsläufig (...) aus einer natürlichen Neigung des
Menschen, zu handeln und Dinge gegeneinander auszutauschen. (...) Jene
menschliche Neigung zum Tausch prägt nicht nur die Vielfalt der
Talente, die unter Menschen verschiedener Berufe so auffällt, sie
macht diese Unterschiede auch nützlich und sinnvoll.” Der Handel
liegt dem Mensch im Blut, so das vom wirtschaftsliberalen
Cheftheoretiker Smith übernommene Credo der Ausstellung: Handel im
Allgemeinen und die Metro im Besonderen bringen Wohlstand und
Glück – das ist die Message des Spirit of Commerce. In diesem
Märchen von der schönen neuen Welt des Handels gibt es keine
Schattenseiten der Moderne: Kolonialismus? Imperialismus? Ausbeutung?
Arisierung? In der “Faszination Handelswelten” existiert die Metro nur
als kapitalistischer Messias, und deshalb war in der Ausstellung
natürlich nichts zu sehen von den braunen Flecken im Metro-Empire
und von der internationalen Ausbeutungspraxis des Konzerns.
Profiteure des Nationalsozialismus
In der Ausstellung erfuhr das Publikum zwar, dass die Metro 1980 die
Mehrheit an der Kaufhof AG erwarb und diese 1982 die Horten AG
übernahm. Verschwiegen wurde jedoch die Entstehungsgeschichte
dieser Kaufhäuser. Die Kaufhof AG entstand im Kontext der
nationalsozialistischen “Arisierung” jüdischen Eigentums. Am 3.
April 1933 traten die jüdischen Mitglieder im Aufsichtsrat des
Kaufhauses Tietz zurück. Commerzbank, Dresdener Bank und Deutsche
Bank pressten ihnen ihre Aktienanteile für ein Dreißigstel
des Kurswertes ab. Die Familie Tietz als Eigner des Kaufhauses
flüchtete nach Holland und dann nach Palästina.
Auch Helmut Horten, früher Einkäufer beim Kaufhof, war ein
Profiteur der “Arisierung”: Am 9. Mai 1936 übernahm er die Firma
Alsberg und andere Kaufhäuser mit jüdischen Eignern zu
Spottpreisen. Den jüdischen Angestellten wurde direkt nach den
abgepressten Übernahmen gekündigt. Mit derartigen Details und
Hintergründen zur Erfolgsgeschichte des Konzerns und seiner
Tochterfirmen mochte die Metro ihr Austellungspublikum jedoch genau so
wenig behelligen, wie mit der NS-Biographie des
Metro-Firmengründers Otto Beisheim, der 1946 den ersten Cash &
Carry-Markt Deutschlands eröffnete. Woher hatte Beisheim das Geld,
um sein Imperium aufzubauen? Laut dem Medienexperten Michael Radtke war
Beisheim bis 1945 SS-Scharführer bei der Leibstandarte Adolf
Hitler. Radtke: “Erst nachdem Ende Oktober 1949 die Entnazifizierung in
Nordrhein-Westfalen aufgehoben wird und man wieder ohne lästige
Nachfragen eine Arbeitsstelle annehmen konnte, ist Otto Beisheim wieder
zur Stelle.” Zu seinem achtzigsten Geburtstag in Berlin spielte die
“Gebirgsschützenkompanie” aus seinem Drittwohnsitz Tegernsee auf.
Die bayerischen Gebirgsschützen sind ein Traditionsverband der
Gebirgsjäger, die am 20. September 1943 auf der griechischen Insel
Kephallonia an die 4.000 italienische Offiziere und Soldaten ermordeten.
“Plan Delta” in der Türkei
Die “Faszination Handelswelten” sticht nicht nur durch historische
Auslassungen hervor, sondern in besonderem Maße auch durch
Vertuschung der aktuellen Ausbeutungspraxis der Metro. Als Beispiel
hierzu kann ein Blick in die Konzernpraxis in der Türkei geworfen
werden. Anton Kobel, Gewerkschaftssekretär bei ver.di
Mannheim/Heidelberg, schildert die Praktiken des Konzerns so: 1990
eröffnete der Konzern seine erste C+C-Filiale in der Türkei;
1997 waren es schon sechs. 2002 waren es sieben Praktiker und neun
C+C-Filialen, sowie sechs real-Märkte. Weitere sind in der
konkreten Planung. Ende 2002 waren in diesen Filialen ca. 3.800
Menschen beschäftigt. 1990 begann die Gewerkschaft Tez-Koop-Is
(Gewerkschaft für Handel, Genossenschaften, Erziehung, Büro
und schöne Künste) erfolgreich mit der Organisierung. Mit
Metro wurden drei Tarifverträge abgeschlossen. Tez-Koop-Is hatte
die gesetzlich geforderte Tariffähigkeit erreicht, nachdem
über 50 Prozent der Metro-Beschäftigten
Gewerkschaftsmitglieder waren. Doch seit 1997 haben sich die
Beziehungen zwischen Metro und der Gewerkschaft grundlegend
geändert. Seitdem wurde – so Tez-Koop-Is – über 1.000
Gewerkschaftsmitgliedern gekündigt. Beschäftigte wurden
aufgefordert, ihre Gewerkschaft zu verlassen, sonst drohe die
Kündigung. Nachdem der Organisationsgrad auf diese Weise unter 51
Prozent gedrückt wurde, weigerte sich Metro, neue
Tarifverträge abzuschließen. Nach türkischer
Gesetzgebung ist eine freie gewerkschaftliche Betätigung ohne das
51-Prozent-Quorum nicht erlaubt. Der Tarifvertrag war zum 30. Juni 1999
ausgelaufen. In dieser Situation wandte sich Tez-Koop-Is an den
internationalen gewerkschaftlichen Dachverband UNI und die deutschen
Gewerkschaften HBV und DAG. Am 10. November 1999 wurde in Frankfurt die
so genannte “Frankfurter Erklärung” unterzeichnet. Danach
verpflichtete sich Metro u.a., das Recht der Beschäftigten in den
türkischen Filialen auf freie gewerkschaftliche Betätigung
und die ILO-Konventionen Nr. 87 und 98 (Recht auf Vereinigungsfreiheit;
Recht auf Kollektivverhandlungen) anzuerkennen. So weit das geduldige
Papier.
Raus aus Tez-Koop-Is ...
Zeitgleich organisierte der Konzern die planmäßige
Zerschlagung der Gewerkschaft. In einem jetzt von ver.di
veröffentlichten Konzern-Protokoll mit dem Titel “Besuchsbericht
Türkei 08.09.1999 – Gewerkschaften Metro C+C” steht: “Die
Herabsetzung der gewerkschaftlichen Einflussnahme war Teil einer
langvorbereiteten Strategie (Delta-Plan).” Die Beweggründe werden
eindeutig benannt: “Die materiellen Inhalte des Kollektivvertrages
stellten einen gravierenden Wettbewerbsnachteil dar.” Und weiter:
“Hinzu kam, dass die Gewerkschaften alles andere als einen
vernünftigen sozialen Dialog gesucht haben. Im Gegenteil waren
deren Aktivitäten von abgehobenen Forderungen gepaart mit extremen
Aktionen gekennzeichnet.” Zu den Entlassungen heißt es: “In
manchen Fällen haben im Unternehmen beschäftigte
Gewerkschaftsfunktionäre selbst um Auflösung des
Arbeitsverhältnisses nachgesucht. In Einzelfällen wurde von
Unternehmensseite mit Abfindungen – legal – “nachgeholfen ”. (!!!) Das
Resultat dieser Maßnahmen: “Damit sank der Organisationsgrad bis
Ende Juni des Jahres (= 1999) beträchtlich unter die 51
Prozent-Marke.” Und weiter im Protokoll-Text: “Die Beendigung von
gewerkschaftlichen Aktivitäten und verbunden damit die
Schließung deren Betriebsbüros wurde zu dem Zeitpunkt
vorgenommen, in dem der Organisationsgrad auf unter 51 Prozent
herabgesunken war. Die Vorgänge waren legal.” Schließlich
wird festgehalten: “Ferner wurde das weitere Vorgehen gegenüber
den lokalen Gewerkschaften sowie der Euro-FIET besprochen. Die
Geschäftsleitung erklärt, dass die Aktivitäten von
Tez-Koop ultimativ eingestellt sind. Eine Wiederaufnahme eines sozialen
Dialogs käme allenfalls dann in Frage, wenn die Gewerkschaft eine
gemäßigte Richtung verfolge, was sie mittel- bis langfristig
unter Beweis stellen muss.”
Aus Sicht der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft stellt sich das
Verhalten des Metro-Konzerns konkret wie folgt dar:
• Gewerkschaftsmitglieder erhalten keine oder geringere
Gehaltserhöhungen als Nichtmitglieder.
• Aktive der Gewerkschaft werden überwacht und mit falschen
Beschuldigungen traktiert.
• Der Werkschutz wurde gegen Aktive eingesetzt.
• Bei der Einstellung wird nach der Gewerkschaftsmitgliedschaft
gefragt.
• Eingestellt wird oft nur Teilzeitbasis, wobei die Arbeitszeit
aufgestockt wird, wenn kein Eintritt in die Gewerkschaft erfolgt.
• Die Gewerkschaftbüros im Betrieb wurden verschlossen, auch
zugenagelt, die Telefone gekappt.
Von Tez-Koop-Is mit Dokumenten belegt sind auch der folgende Fall:
• Eine in dieser Funktion seit 1990 tätige, stellvertretende
Metro-Geschäftsführerin “wurde seit 1998 von der Leitung des
Unternehmens gezwungen, Druckmaßnahmen unter den
Beschäftigten anzuwenden, um sie zum Austritt aus der Gewerkschaft
zu bewegen...”. “In der Zeit, in der Tez-Koop-Is sich um weitere
Bestätigung als zuständige Gewerkschaft bemühte, lehnte
sie ab, weiterhin ähnliche Druckmaßnahmen gegenüber den
Beschäftigten auszuüben. Daraufhin wurde sie aus lediglich
diesem Grund am 21. September 1999 entlassen.”
“Hiermit wird durch den 10. Notar, K.K., bestätigt, dass die
Notargebühren für diejenigen, deren Namen unten
aufgeführt werden und von der Mitgliedschaft der Gewerkschaft
austreten, von der Leiterin des Personalbüros der Filiale des
Metrogroßmarktes in Adana, Cagla Cengiz, bezahlt wurden. Auch die
Personen, deren Namen im folgenden aufgeführt werden,
erklären hiermit, dass ihre Notargebühren zum Austreten von
der Leiterin des Personalbüros der Filiale des
Metrogroßmarktes in Odana, Cagla Cengiz übernommen wurden. ”
Trotz dieser jahrelangen Repressalien gelang es Tez-Koop-Is, die
Gewerkschaft immer wieder aufzubauen. Dabei erfuhr sie zunehmende
Solidarität aus Deutschland und von dem internationalen
Dachverband der Handelsgewerkschaften FIET/UNI
(Fédération Internationale des Employés et des
Techniciens; United Network International).
... rein in die Socyal
Auch nach internationalen Protesten liefen die Repressionen des
Konzernmanagements gegen die türkischen Gewerkschaftsmitglieder
weiter, so Anton Kobel: “Gewerkschaftsmitglieder mussten aus
Tez-Koop-Is austreten und – ebenso wie Unorganisierte – Mitglied einer
anderen Gewerkschaft, nämlich Socyal Is, werden.
Offensichtlich hatte Metro mit Socyal Is einen Deal vereinbart.
Zunächst traten Metro-Führungskräfte der Socyal Is bei,
die im Handel bis dahin absolut unbedeutend war, insgesamt nur wenige
Mitglieder und bei Metro bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine
Mitglieder hatte. Die Führungskräfte – als neue
Gewerkschaftsmitglieder – zwangen die Beschäftigten, ebenfalls
ihrer Gewerkschaft Socyal Is beizutreten.
Eidesstattliche Versicherungen belegen, dass von Beschäftigten
z.B. am 6. März 2003 die Personalausweise eingesammelt wurden.
Kopien der Ausweise wurden benutzt, um Beitrittsformulare von Socyal Is
auszufüllen. Die Unterschriften wurden mit der Androhung von
Kündigungen erpresst. Gruppenweise wurden Beschäftigte in
Fahrzeugen des Arbeitgebers zum Notar gefahren, der die “Eintritte”
bestätigte. Druckmittel war auch die Androhung von
Gehaltskürzungen bzw. die Ankündigung, die Gehälter
nicht zu erhöhen.
Der Metro-Konzern versucht, Tez-Koop-Is durch Ausnutzen der in der
Türkei gegebenen Gewerkschaftskonkurrenz aus den Betrieben zu
treiben. Dabei sind ihm keine Tricks zu schmutzig und keine Mittel zu
schäbig.
Faszinierend an der “Faszination Handelswelten” ist daher wohl eher die
Selbstverständlichkeit, mit der ein Unternehmen wie die Metro ihr
Märchen vom wunderbaren Handelskapitalismus via Ausstellung als
“Kulturhighlight” verkaufen kann.