Summer
of resistence
Mitte Juni
platzte die
Bombe: Die neue Landesregierungskoalition aus CDU/FDP kündigte die
Einführung
allgemeiner Studiengebühren an. 500 EUR pro Semester, bei
Studienbeginn und am
besten schon zum frühesten Termin, also Sommersemester 2006.
Daraufhin riefen
Studierende unter dem Motto „Summer of resistence“
landesweit zu Protesten und
Aktionen gegen Studiengebühren auf. Auch die Düsseldorfer
Studierenden
beteiligten sich an den Aktionen.
Die
Bombe ist geplatzt
Direkt nachdem
die Regierung
die Bombe platzen ließ, reagiert der AStA mit der Einberufung
einer
Vollversammlung, zu der über 300 Studierende im
überfüllten Hörsaal 3E zusammen
kommen. Bildung muss frei zugänglich für alle bleiben, darin
war man sich
schnell einig, und verabschiedet ohne Gegenstimmen eine Resolution der
Studierendenschaft gegen die Pläne von Rüttgers & Co.
Einigkeit herrscht
auch in diesem Punkt: Die freie Bildung wird nicht kampflos aufgegeben
und die
Studiengebühren werden nicht ohne massiven Widerstand
eingeführt. Ergebnis der VV:
Eine Aktionswoche, deren Auftakt die Errichtung eines Protestcamps auf
dem
Unicampus war.
Campus
Camp
Der Montagmorgen
des 20.
Juni ist der Startschuss für das Camp. Bei strahlendem
Sonnenschein und veganer
Volksküche stehen bis zum Mittag bereits rund 40 Zelte auf der
Wiese vor der
Unibibliothek. Mit Transparenten wie „Jetzt Miete sparen –
Studiengebühren
kommen“ oder „Unsere Zukunft gehört den Banken“
ziehen rund 90 Studierende in
das Camp. Durch das präsente Camp werden viele
KommilitonInnen für das Thema
sensibilisiert. Einige Seminare werden nach draußen ins Camp
verlegt, an allen
Ecken diskutieren Studierende miteinander und planen neue Aktionen. Dem
Camp
gelingt es, viele Leute zu Protesten zu bewegen und eine breite
Medienöffentlichkeit herzustellen.
„Wir
wollen den Jürgen
sehen“
In der Nacht zum
Mittwoch
zieht das Camp um vor den Landtag. Dort haben auch Studierende aus
Köln und
Essen ihre Zelte aufgeschlagen. Am Mittwochmorgen um 10.30 sind
über 1.500
Studierende vor dem Landtag, um dem neuen Ministerpräsidenten
Jürgen Rüttgers
bei seiner Amtseinführung einen unangenehmen lautstarken Empfang
zu bereiten.
Während Bärbel Höhn immerhin noch versucht, ihre Politik
gegenüber den
DemonstrantInnen zu verteidigen, fehlt von Rüttgers auch um 11 Uhr
noch jede
Spur. Nachdem klar ist, dass Rüttgers den Landtag durch die
Hintertür betreten
hat statt sich der Kritik zu stellen, beschließen die
Studierenden eine
Spontandemo durch die Innenstadt. Der Zug verläuft über die
Rheinuferpromenade,
bis die Polizei die ca. 1.000 DemonstrantInnen im Alten Hafen
aufhält. Im Alten
Hafen werden die Studierenden bei stechender Sonne eine halbe Stunde
von der
Polizei eingekesselt. Als einige Studierende versuchen, die Kundgebung
weiterzuführen, kommt es zu einer Festnahme. Der Student wird bei
der Festnahme
verletzt, jedoch schnell auf Druck der Demo wieder freigelassen.
„Bildung
für alle – sonst
gibt’s Krawalle“
Am nächsten
Tag
demonstrieren 8.000 Studis in Essen. Trotz strahlenden Sonnenscheins
ist die
Wut über die Studiengebühren deutlich. Als die Polizei der
Demonstration einen
Teil der Route verweigern will, durchbrechen die Studierenden die
Polizeikette.
Ansonsten verläuft die Demo friedlich.
To
be continued ...
In Duisburg und Essen
wurden
die Rektorate besetzt, eine Option, die auch für Düsseldorf
denkbar ist, zumal
der Rektor der Heine-Uni Alfons Labisch sich bei einem Besuch im Camp
erneut
für die Studiengebühren ausgesprochen hat. In Köln
bestreiken 1.000 Studis die
Universität. In Düsseldorf wird das Camp bei Drucklegung noch
weitergeführt –
an Aktionen ist noch einiges zu erwarten ...
www.terz.org - 30.06.2005