Terz: Wer is´ denn J. Erwin?
J.Z.B.E.: Joanne Erwin aus Ohio. Das ist eine Musiktherapeutin, die sich auf
die heilende Kraft der Musik beruft. Ich darf von Ihrer Website zitieren: "Music
education is a wonderful combination of intellectual stimulation and interaction
with people through the medium of music". Das entspricht ja ungefähr
genau dem, was wir machen. Also: Daumen hoch!
Terz: Düsseldorfs OB Erwin will gegen die J.Erwin Blues Explosion juristisch
vorgehen. Hat sich da schon was getan?
J.Z.B.E.: Oh ja. Er hat beim Landgericht Köln ein satte einstweilige Verfügung
(angedrohtes Ordnungsgeld: 250.000 Euro!) bewirkt, so dass wir das Projekt fortan
nur noch J.ZENSIERT Blues Explosion nennen werden. Das hatte allerdings auch
zur Folge, dass diese Nachricht in sämtlichen Medien auftauchte und sogar
über den dpa-Ticker ging.
Terz: Hat Erwin jetzt den Blues in der Hose ?
J.Z.B.E.: Sehr unwahrscheinlich. Die einhellige Meinung war eigentlich, bestätigt
auch durch viele Vertreter der Presse, dass da doch etwas "überreagiert"
wurde.
Terz: Stimmt das Gerücht, dass Karnevals-Prinzessin Angela Erwin bei
dem Song mitgesungen hat?
J.Z.B.E.: Da war in der Tat eine Sängerin dabei, die wir gar nicht kannten.
Vielleicht war sie das? Ehrlich gesagt weiß ich aber auch nicht, wie Angela
Erwin aussieht.
Terz: Laut Kö-Geflüster soll Prinz Stefan sauer sein, weil du
was mit Angela hast. Hast du?
J.Z.B.E.: Das ist völliger Blödsinn! Drew Jackson hat was mit Prinz
Stefan! Sie kaufen beim selben Herrenausstatter und tragen die selben Strumpfhosen.
Drew Jackson nur 10 Nummern größer!
Terz: Was hat Drew Jackson denn gegen den Edi?
J.Z.B.E.: Eigentlich überhaupt nichts! An der Seite von Harald Juhnke war
er ein begnadeter Schauspieler. Und wer erinnert sich nicht gerne an die amüsanten
Auftritte in den Karl-May-Verfilmungen und als Diener vom "Hexer"
fegte er die Straßen leer.
Terz: Was macht ein Rheinländer mit einer Weißwurst?
J.Z.B.E.: Als die Weißwurst 1854 aus Bayern in Krachtledernen und Haferl
Schuhen über die Alpen ins schöne Rheinland kam, hat Sie sich für
ihren Seppelakzent so geschämt, dass sie auf der Stelle rot geworden ist.
Heute nennt man das rote Ding: "Flönz" - eine Weißwurst
wurde bis heute nicht mehr in Düsseldorf gesehen, würde aber auch
im Bedarfsfall mit ordentlich Mostrich drauf aus der Stadt gejagt! Oder man
kauft welche und dreht lustige TV Spots für SAT 1 damit.
Terz: Wie is' denn so die Resonanz auf den Anti-Stoiber-Song?
J.Z.B.E.: Durchweg gut. Das ganze ist als Politsatire anzusehen. Somit wird
auch keine wüste Kampfparole verbreitet. Alle Beteiligten haben viel Spaß
bei der Sache - und selbst, wenn sich in unserem Online-Forum der ein oder andere
(Bayer) sich über bestimmte Text-Stellen mokiert oder das ganze als "plump"
ansieht, so kriegen die meisten Leute doch mit, dass es sich letztendlich "nur"
um einen "krachledernden Rocksong"-Rock-Song handelt, der natürlich
nicht die Welt verändert, in den Wahlkampf eingreift oder verschiedene
Traditionsgruppen aufeinander hetzen soll.
Terz: Gibt's schon Remixes auf Euren Song?
J.Z.B.E.: Allerdings. Schon am ersten Abend, nachdem unsere Website online ging,
kam der erste Remix. Starker Tobak war das, aber mittlerweile geht das Spektrum
von Industrial über Drum and Bass bis hin zu Brit-Pop und auch Frank Popp,
der sitzt nämlich auch gerade an einem Remix. Ab nächste Woche sind
alle Remixe in einem Flash-Player integriert auf der Website zu finden und können
mit lustigen Stoiber O-Tönen gemixt werden.
Terz: Wann kann Düsseldorf die J.Erwin Blues Explosion sehen?
J.Z.B.E.: Wir wollen nur ein einziges Mal auftreten, und zwar am Wahltag selbst,
dem 22. September. Da gibt es im ZAKK eine große Wahl-Party, und wir werden
im ZAKK Club gegen 16.00 Uhr auftreten. Es kamen da schon die bizarrsten Auftrittsanfragen,
aber wir mussten alle ablehnen. Die heimliche Hoffnung, dass Jürgen Drews
mit einer Coverversion um die Ecke kommt und wir vielleicht noch einen Mallorcaurlaub
abstauben können, glüht allerdings schon noch in einigen.
Terz: Was is' eigentlich der Unterschied zwischen Stoiber und Schröder?
J.Z.B.E.: Ooohhhhh Jesus, bitte keine Politik, wir sind Musiker. Was aber alle
Beteiligten unterschreiben würden ist wohl: Stoiber ist ein echter Unsympath,
und niemand kann sich vorstellen, dass unter einem Bundeskanzler Stoiber das
Leben in Deutschland besser würde als bisher. Die plumperen Stammtisch-Parolen
kommen jedenfalls aus dieser Richtung und keiner von uns kann damit etwas anfangen.
Terz: So, habt Ihr noch ein letztes Statement vor der Wahl?
JZBE: Wir sind keine Radi- Rüpel ! Wir sind Radi Rebellen !!!
J. Zensiert Blues Explosion meint außerdem: Wählengehen !!!!!!!
http://www.bleib-da-wo-der-radi-waechst.de
www.terz.org - 26.8.2002