Nachdem in der Sommerausgabe das liebe Layout die wichtigsten Scheiben [wg.
Platzproblemen ausblendete], müssen die Trauben der Nachsommerlese diesmal
extrem gepresst rüberkommen. Schmeckt dafür umso leckerer. Honker
dankt honkend, honkend denkt Honker!
1. MEHR RENTE FÜR EXPERIMENTE!
ASA CHANG & JUNRAY: JUN RAY SONG CHANG (Leaf)
Leaf = gut - in letzter Zeit kein Aussetzer! Auch hier nicht: vier Japaner verdrahten
Tablas und bläsern noch mal drüber. Wow: klingt wie Indische-Südstaaten-Funeral-Marches
und krud-ambitionierte Hörspiele in Blöd, die nicht nur genial-albern
sind, sondern affige Tiefe haben. Wie "Smog" als Killerbaby.
HYPO: KARAOKE A CAPELLA (Active Suspension)
Endlich wird wieder mal mit Humor und Verstand gesampelt. Da mag jemand ganz
böse Popmusik und schleift sie stolz wie eine tote Katze im Sack durchs
globale Dörfchen. Sperrt Wild Mind Fisher in einen Amiga-Chip, und ihr
habt das Bild dieser krachig gutgelaunten Datenschweinerei, die alle Experimentls
ohne Abendbrot, Frühstück und Mittagessen ins Bettchen schickt.
DABRYE: INSTRMNTL (Eastern Developments)
Najanaja. Hier braucht man viel Geduld. Beats & Sounds sind oft, au Backe,
Elektroarchiv unterste Schublade. Warum rappst Du nicht, oder fährst was
anderes auf? Der ElektroHipHopVibe ist ja ganz nett, aber, um mit Polly Peachum
zu sprechen, irgendetwas fehlt. Nur wenn's jazzt, dann scheint auf einmal die
Sonne und der Sumpf trocknet aus.
TWINE: RECORDER (Bip-Hop/Hausmusik)
Zuerst: klassisch experimentelle Textürchen, also normativ unkonventionelle
Rhythmik, Frickelsoundlayer oder Drones (ohne Eso-Schwere). Der Sound des US-Duos
klingt oft wie Musik zu einem kaputten Märchen (Player Piano), kann dann
aber wirklich ungewöhnliche Spannung weder aufbauen noch halten. Man lässts
laufen, und dann wieder wird man unerwartet hellhörig - gut so. Rhythmik
und Klangatmo werden zunehmend zwingender & interessanter. Sicheres Ding.
FAN CLUB ORCHESTRA: SUN PAPA AND THE
(Sonig)
4 feste und 6 wechselnde Belgier. 75% zwangslustige Xperimentell-Geckos, die
Schluss mit lustig machen, 20% Trickfilmfaktor ohne Trick und ohne Film, 51%
spitzenmäßige Seltsamkeit, 5% ist ja gut, wir wissen's jetzt, jetzt
geht mal nach Hause.
RADIAN: REC. EXTERN (Thrill Jockey)
Feine Sache: Wiener Trio von 1996, das mit Mego-Pita über Tony Conrad bis
Tortoise bereits die Bühne teilte, mit einer Dekonstrukt-Elektro-Jazz Geschichte,
die sehr konkretes understatement atmet und beharrlich zum Hinhören fordert.
25% ancient analog ambient, 40% knisterfrickel, 100% hör wirklich genau
hin.
PXP: While(P) (PRINT"."," "x$p++) (Wavetrap)
Platten mit mathematischen Zufallscodes als Titel sind in den seltensten Fällen
Pop. 150% ich interessiere mich für Mathe, Physik, neue Net-Spams und Waveform-Verzerrungen
wie Blues-Riffs, 87% "Das Material spricht", 1978% Industrialsentimentalität,
99,9% garantiert ein Jungsding, 100% Durchhalten!
TOSHIYA TSUNODA: PIECES OF AIR (Lucky Kitchen)
Süßes Cover: beiger Briefumschlag mit goldenen kleinen Sternchen.
Inhalt: nur für Buffs! Field Recordings only und Xperimente im besten Sinne:
Rohre und sonstwas legen, Kontaktmikro dran, oder Landschaftssounds hörbar
machen. Wirklich spannend und sehr klar, hat nix aufgesetztes. Environmental
Music hat eine gute Tradition und Community in Japan, und wir denken natürlich
auch an den ollen Aube, der uns einst den Klang der Glühbirne ins Ohr brachte.
V/VM: SOMETIMES, GOOD THINGS HAPPEN (V/VmTest Records)
V/Vm bleibt King. Neues aus Stockport/UK, diesmal via tollem Konzept von zwei
CDs mit identischem Tracklisting und Cover, die ein Release bilden. Einmal die
"melodische" Seite, sehr mit layern und scoremäßigen Abstraktionen
arbeitend, andermal mit Bruzzelharshwhitenoise. Leider nicht so durchgeknallt
und witzig wie sonst, dafür extrem fordernd. Gebt alles!
MARCUS MAEDER: QUICONQUE (Domizil)
Sein zweites Album zwischen dunklen Stimmungen, Verstimmungen und einem bisschen
Licht, das aber genau so reicht. Xperimentl-Ambient at its best. 100% einen
komplett dunklen fremden Raum mit einer Taschenlampe absuchen.
OREN AMBARCHI / KEITH ROWE: FLYPAPER (Staubgold)
Ähnlicher Ansatz, vielleicht allgemeiner vorgehend? Der Satz "field
recordings from lost civilizations" ist zu schön
Vier sehr
ruhige und lange Stücke mit bezwingender und atemberaubender Präsenz,
hochelektronisch wie - organische Klangkörper generierend. Grandioses Artwork
von Rowe. Nehmt Euch Zeit!
HARALD SACK ZIEGLER: KOPF ZAHL BAUCH (Staubgold)
Ein begnadeter Live-Performer, der jedes Kinderzimmer rocken kann. Da hört
man seine bisweilen schneidend-greinende Stimme so schön und klar, doch
in diesen 11 Tracks mit teilweise illustrem Gastfreundpersonal überwiegen
die öfters leicht unspannenden instrumentellen Textürchen. Weniger
davon und stattdessen mehr und deutlichere Vocals, und wir lieben Sacks Harry
wie immer.
ANDREW DUKE: SPRUNG (Bleep)
Duke mal wieder. Der Kanadier ist seit 1987 am Start, und wie sehr und geil
wissen wohl die wenigsten. Seine experimentell Minimal-Techno-Variante arbeitet
mit Frequenzen, Hz-Tönen, Clicks und kalten bis eisigen Sounds, aber immer
bleibt das Ganze kickend. 51% Arktistrip, 49% nicht mehr zurückwollen.
LANGUIS: UNTIED (Hausmusik)
Eingefroren? Hier xperimentl-Pop zum Heimeln: das Duo aus Buenos Aires, jetzt
in LA zuhause, mit einer ganzen Palette wunderschönen und nur sanft verstörenden
Elektronik-Folks. Mischung aus Tom Liwa und Heimelektro Ulm.
CHRISTOPH REIMANN TRIO: EXIT (Sonic Slacker)
Supergelungene Amalgierung von Jazz und technoiden Strukturen. Wo sonst so viel
in die Hose oder schlimmer gehen kann, schaffen es drei Leichtfuß-Profis
mit Klasse und Witz, Klarinette, Gitarre, Vibraphon und Software zu verbinden.
AUTECHRE: GANTZ_GRAF EP (Warp)
Drei Tracks, die dich unerwarteterweise dann doch umblasen. Und drei DVD-Videos,
die das dann noch mal machen. Was ist denn hier wieder los?
BOOM BIP: SEED TO THE SUN (Warp)
Bryan Hollons TrackSong-Monster sind lieb und doch dermaßen durchgeknallt,
dass du sie nicht mehr missen möchtest. Zur Zeit betätigt er sich
als Straßenmusikant in den Gassen von Bangladesh, hier kann man ihn einfangen.
2. MISTER KNISTER
SYSTEM: SYSTEM (scape)
Total schöne und wunderfeine Elektro-Dub-Platte von drei Dänen, die
bekanntlich nicht lügen. Konzentration aufs Nötigste, auf Raum und
Reduktion, und ohne jede Marktschreierei haben wir eines der Alben des Jahres
vor uns.
TWILIGHT CIRCUS DUB SOUND SYSTEM: DUBPLATES3 (M Records)
Ryan Moore, der Gute, natürlich wieder als der originaler zu Werke gehende
Dub-Bub. Dub, so voll und frisch und schwer, dass man ihn nur lieben kann.
CHRIS DE LUCA & PEABIRD: DEADLY WIZ DA DISKO (!K7)
Der eine Knistermister lässt's gerne bei Funkstörung brummen, der
andere ist sein alter Elektro-HipHop-Buddy. 88% entspanntes Abhängen, 89%
Aufraffen und Hintackern, 90% Verbessern, 95% Italian Food, 100% fantastische
Tracks.
DJ VADIM: U.S.S.R. - THE ART OF LISTENING (Ninja Tune)
Vadim, alter Recke: die Headz sind immer noch nicht ready für deinen witzigen
und tighten Shit, der allen HipHop-Spießern Löcher in die Socken
brennt! Und immer wieder die alte Heimat mit bodenständiger Abstraktion
feiern, jaja ... 1A!
PREFUSE 73: THE 92 VS 02 COLLECTION (Warp)
Auch ein Genreerneuerer: Scott Herren polt HipHop von der Erde in die Luft.
FUNKI PORCINI: FAST ASLEEP (Ninja Tune)
Die alten Ninja-Meister wollen die Welt eben wissen lassen, wie's geht: Funki
tut's dir ruhig, relaxt und durchgeknallt, immer voller Wisdom über Beats
und Texturen. Große Scheiße zwischen Soundscape-Butterbeats und
SciFiBarJazz.
DJ JAZZY JEFF: THE MAGNIFICENT (BBE)
Don't mess with the Jazzy Jeff! Ich hör hier Gemecker, der Urahne wär
nicht kantig und hart genug? Leute: dieser Mann hat DJ-Geschichte geschrieben,
und trägt nicht umsonst den Jazz im Namen. Sein erstes Soloalbum nach der
Collab mit The Fresh Prince rollt seiner Definition gemäß entspannt
und deep: big shit!
DJINJI BROWN: SIRROUND SOUND (Seven Heads)
Dito smoov und relaxt und mit genau soviel Wissen und Bewusstsein. Mit Yoruba-Zaubersprüchen,
die den transatlantischen Genozid der schwarzen Sklaven überlebten und
Obatala, dem Gott der Kreativität gewidmet sind, fährt Brown eine
schamanistische wie sehr konkrete Reise durch Drum&Bass, Afro-Beat, Deep-House,
Jungle und AfroCuban. Demnächst mit Fila Brazilia!
CHOCOL. INDUSTRIES: URBAN RENEWAL PROGRAM (Ninja Tunes)
Sehr fortgeschritten, was hier passiert: in vier Abschnitten soll hier die zeitgemäße
Reflektion urbaner Stadtkultur geschehen, diese Compi mit Mos Def, Prefuse 73,
RJD2, El-P u.a. finden Töne für "the erratic pulse of the city
from the cacophony of the early morning rush hour to the edginess of the night."
MYSTIC BREW: THE FAT CITY SOUND (Fat City)
Klares Hochlicht aller Compilations und immer eine Freude: das mittlerweile
5. Fat City-Update aus Manchester mit tuffsmartem Elektro-Ragga, Fun-Hool-Hop,
lässigem Scratch-Soul oder toll-strangem und real rarem Flow-Funk.
3. EAT HIT!!!
CHUMBAWAMBA: READYMADES (Mutt)
Pure Freude: Hier ist Politik direkt codiert, und es kommt trotzdem super. Diese
Songformate dürften zwar auch bei Truckdrivern und anderen HardcoreNormalos
durchgehen, die Inhalte hingegen: Geschichtsstunde, Bewusstseinsstunde, Stilkunde.
Diese subversiv agierenden Linksanarchisten sind 1fach gut, hier sogar fantastisch:
Polit-Pop mit Hintergrund, dessen irrwitzige Systemeingebundenheit konkrete
Früchte trägt.
TOCOTRONIC (L'Age D'Or)
Die Platte, auf die alle warteten, die auch nur einen Fingerbreit Indie-sozialisiert
sind, auf den Punkt zu bringen, ist ganz einfach: Sturheit geteilt durch Veränderungslust
gleich Integrität, den Rest besorgt die Fanzinepresse, die alles, was nicht
bei 3 auf den Bäumen ist, politisch überzuckert und in seitenlangen
Sozialkitschexegesen so übersalbadert, wie's die Subkulturindustrie gerne
hört. Wer aber hört die Musik? Die klingt nämlich ziemlich altbacken,
Punkt. Get some Jazz, Lads! Wenigstens die Idee davon! Und wie wär's mit
Texten wie "Das Netz der Hochjubler steht bereit / fängt euch auf
/ auch wenn ihr nicht so gut seid". Am ernüchterndsten: die Zwangssolidarität
der Schreiberlinge, dabei kann nur wirkliche konstruktive Kritik diese tolle
Band, von der es nach wie vor toll ist, dass es sie einfach gibt, weiter begleiten.
Schöner Zitatpoprock für alle, die zu faul sind, Negri/Hardt zu lesen.
Oder für Politik auf die Straße zu gehen.
HERBERT: AROUND THE HOUSE (!K7)
Ehrlich, wer da gleich zu Hause bleibt. Dieser 1998er Meilenstein, endlich wiederveröffentlicht,
ist die Vorstufe zu Herberts letztjährigem Album "Bodily Functions".
Ist es hier vor allem ein Jazzvibe, der betört und Tiefe schenkt, war es
dort vor allem Dub und ein tiefergelegtes Houseverständnis, zudem der Beginn
der dicke Früchte tragenden Zusammenarbeit mit Dani Siciliano. Basis für
die Tracks sind gesampelte Sounds von Kitchenware-Utensilien, daraus entsteht
nach wie vor Unglaubliches. Abspülen ist Ambient, wir wussten es alle.
BOY GEORGE: IN & OUT - A DJ MIX (Trust the DJ)
Georgieboy, die ewige poplinke Stilikone, die es als einer der wenigen 80er-Freaks
ohne Peinlichkeiten in die Gegenwart geschafft hat, lässt es auf CD1 richtig
technoid krachen: keinerlei populistische Anthems zur Volksbefriedigung in Sicht,
dafür stilvoll schwitzender Tech-Underground. CD2 dann ein Film: eine groovige
Stilreise durch Ausnahme-Pop, von dem einzig Cans "Vitamin C" prominent
sein dürfte. Und 1a-Linernotes für alle Aufleger!
MORGAN PAGE: DRIFTING INTO VIEW (nordictrax)
Ein bissl melancholischer House im Spätherbst muss sein: Üppige Beats
und ein pulsierender Flow ziehen auf Dauer wie selbstverständlich in das
melodische Debut des Bostoners, das mit tiefer Techhouse-Atmosphäre punkten
kann.
BARRY ADAMSON: THE KING OF NOTHING HILL (Mute)
Ex-Magazine-Basser und Bad-Seeds-Mitbegründer mit Gespür für
großartig ausgefuxt-schwüle Arrangements. 50% Schwarzweißer
Hedo-Funk, 50% Dirty Barry White, 50% kinky Isaac Hayes in purpurnem Samt. Unglaubliche
Platte.
SFT: SWIFT (Mute)
Ihr kennt ihn daher: Simon Fisher Turner machte sechs Soundtracks für Derek
Jarman. Nach drei Soloalben für Mute und zig Installationen und TV-Scores
ist Swift eines der interessantesten und innovativsten Alben, die hier beschrieben
werden. Sehr eklektizistisch, aber niemals beliebig, entsteht ein faszinierendes
und belebtes Pandämonium aus Kammer- wie Worldmusik, Chanson wie Harshnoise
oder Jazz und Elektronik, das am Ende nie den Eindruck hinterlässt, nur
ein weiterer Mosaikstein eines postmodernen Patchworks gewesen zu sein.
Schwerstens anempfohlen - einer der wirklich besten Scoremaker der Jetztzeit.
VINCENT GALLO: RECORDINGS OF MUSIC FOR FILM (Warp)
Ha, an dieser Baustelle gibt's Zoff und Zunder! Hat der alte Vinzenz doch letztens
mit saudämlichem Interview und Stargehabe etwa 99,9% seiner ehemaligen
Sympathisanten vergrätzt. Kann man ihn auch ohne Musik haben? Probierts
aus, denn seine träge-spooky klingenden Scores zu "The Way it is",
"Buffalo 66", "Downtown 81" und "If you feel froggy,
jump" sind klasse!
BILL WELS TRIO: ALSO IN WHITE (Domino)
Herrlich klare, transparente und luftige Jazz-Arrangements im swingenden Indie-Style.
Sehr anachronistisch im Hier und Jetzt, everfunktionales Listening aus den Images
von Dislocation Dance, Toots Thielemans und Peanuts.
LIARS: THEY THREW US IN A TRENCH ... (Mute)
Leicht überkandidelte Indiepunkgesten zwischen Wire, Sonic Youth und den
Zitronen. Der US-Vierer erfindet kein, ist das deutlich, kein Rad der Welt neu,
könnte aber live Granate sein. Seltsam unnötig das 30minütige
(!) Schlussstück.
SPOON: KILL THE MOONLIGHT (12 X U)
Dämlicher Name, dämlicher Albumtitel, supertolle Band. Ihr Zweitling
erinnert an Small Faces gekreuzt mit Wire und Alan Vega. Krude Songfiguren wie
Jonathan Fisk singen "religion don't mean a thing / it's just another way
to be right wing" - ganz seltsame texanische Geek-Gesten ohne viele Wortvarianten.
THE KILLS: BLACK ROOSTER EP (Domino)
Das hier erinnert an PJ Harvey, wenn das Mädel singt, und Velvet Underground,
wenn der Bub singt. Das UK-Duo ist ganz schön geil, hat aber ein generelles
Rock-Problem dieser Tage: es klingt so wie klingt so wie klingt so. x% realfake.
DOLLY VARDEN: FORGIVEN NOW (Flying Sparks)
Der Fünfer aus Chicago klingt auch wie, und zwar wie sie selbst. Keine
Pop-Hype-Anbindung bei diesem uroriginell-traditionellem Country-Songrock-Stil,
der einige wirkliche Song-Perlen (1000 Men Like Cigarettes) aufzuweisen hat.
Absolut hervorragende Combo, schon jetzt eines der Songalben des Jahres.
STEWBOSS: SWEET LULLABYE (Flying Sparks)
Das jetzt in LA beheimatete Trio glänzt dito durch emotionale und lyrische
Brillianz und lebendige, packende wie lakonische Midtempo-Country-Songs voller
Energie und Seele. Folgerichtig im Herbst auf Tour mit Dolly Varden.
MAGNET: WHERE HAPPINESS LIVES EP (Ultimate Dilemma)
Vier Songteaser von Evan Johansen aus Bergen, Norwegen. Luftiger Country-Swing
plus elegisch-schwer eleganter City-Dub. Noch nicht wirklich ganz gut.
JEB LOY NICHOLS: EASY NOW (Rykodisc)
Als Ex-Fellow-Traveller war er lange genug politisch unterwegs. Hier ist der
Albumtitel Programm: auch wenn einige Songs gewohnt bittersüß mit
dieser unnachahmlich schwingenden Melancholie rüberkommen, ist der Grundvibe
dieser Scheibe vor allem luftig und relaxt. Wieder mit Tricky-Bassist Wayne
Nunes und DJ Ewan Pearson macht Nichols' ureigene Mischung aus Soul, Reggae,
Country, Dub, Folk, einigen karibischen Elementen und der unmittelbaren Ausdruckskraft
seiner unprätentiösen emotionalen Texte diese Musik zu einem Höhepunkt
des Sommers. Das sollte bis zum Herbst reichen.
www.terz.org - 26.8.2002