Suburban Bucharest
Obwohl man nun
schon seit
einem Jahrzehnt ungehindert nach Rumänien reisen kann, ist das
Land für die
meisten exotisch. So wenig man über das Land weiß, so wenig
weiß man über die
dortige Musik. Einzig die Fanfare
Ciocarlia und Tarif de Haidouks sind
mittlerweile ein Begriff. Diese CD gibt einen Einblick in die
langjährige
Musikgeschichte des Landes. Neben den Bläsern und Geigen der
Gypsiemusik gab
und gibt es ein viel größeres Repertoire aus dem Balkanland.
Neben der
staatlichen Folklore gab es in den 80ern aber auch eine ganz andere
Musik in
den Vorstädten und auf dem Land, von denen die Zensoren kaum was
mitbekamen. In
den 90ern wurden fast alle der 30.000 Militärmusiker auf einen
Schlag
arbeitslos und mussten sich um ein neues Einkommen kümmern.
Traditionell war
Musik ein wichtiger Bestandteil von Hochzeiten und Beerdigungen, aber
auch in
den Cafes und Restaurants zu Hause. Meistens wurden Musiker und
SängerInnen
kurzfristig zusammengekauft. Schon allein dadurch kam es zu
unterschiedlichsten
Einflüssen. So sind auch die Stücke der CD ganz
unterschiedlich. Von
traditionell bis hinzu poppigen Discoklängen ist hier alles
vertreten. Darunter
auch richtige Schätze, wie die Aufnahmen von Maria Tanase, einer
absolut
beeindruckenden Sängerin mit Aufnahmen wahrscheinlich
aus den 30er Jahren.
Daneben gibt es Lieder der erstgenannten Bands und vor allem viel
Schräges zu
hören, was Lust auf mehr macht. Leider gibt es in dem sehr
informativen Booklet
keine Hinweise oder Tipps, wo man mehr über die vielen Bands
erfahren kann.
Trikont
www.terz.org - 1.9.2004