Der Absatzmarkt für Comicheftchen steckt gerade in der Krise. Während noch vor kurzer Zeit ein wahrer Boom herrschte, der sich darin erschöpfte, oft ausgelutschte Ami- Serien auf den hiesigen Markt zu schmeissen, haben sich deutsche KünstlerInnen erst recht spät an diesem neuen Genre versucht und sind damit teilweise recht erfolgreich.
Der Zwerchfell Verlag wirft jetzt die zweite Folge von Wanda Caramba auf den Markt. Wurde schon die Erste von ursprünglich vier geplanten auf sechs Hefte verlängert, startet man nun direkt mit sechs Heften, von denen jetzt zwei erschienen sind.
Frei und Breitschuh knüpfen da an, wo sie aufgehört haben. Und das machen sie einfach gut. Die Geschichte ist locker gesponnen und doch spannend. Das Ganze ist eine Mischung aus Superheldincomic, Abenteuer und Funny, ein klein bißchen Erotik und viel Ironie. Sie nehmen ihre Charaktere nicht so ganz ernst; überzeichnen das Ganze auch noch und liegen damit goldrichtig. Alles, was ein gutes Comic ausmachen soll.
Die Polizistin Wanda jagt erfolglos Taschendieben hinterher, während ihr etwas trotteliger angehimmelter Julio in einem abgehalfterten Zirkus Miniautomaten zum Leben erweckt. Aber das Zirkusleben ist auch nicht mehr so, wie es früher einmal war. Hass, Neid, Eifersucht, Seitensprünge, Niedertracht und Bosheit bestimmt das Zusammenleben, während der Direktor noch vom schönen Zirkusleben schwärmt, wenn da nicht die Geldsorgen wären. Und dann passiert auch noch ein Mord. Wanda, bitte übernehmen sie.
Wer die erste Reihe verpasst hat, sollte jetzt aber wirklich auf den Wanda Caramba Zug springen. Dazu gibt es noch jede Menge wirklich gute Musiktips und Rezensionen von Computerspielen.

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comic

Wanda Caramba Vol II

erschienen No. 1 +2 - 36 Seiten in s/w - Zwerchfell Verlag - jeweils 6 DM

Inhalt

Ein weiteres Album eines deutschen Comickarrieristen. Die anderen Arbeiten von Andreas Dierßen hinterliessen manchmal zwiespältige Gefühle, wobei das zeichnerische Talent immer brilliant war. Im vorliegende Album versucht er sich an etwas anderem. Einzeilige Panels zu erstellen, in denen man in der Regel gerade mal drei oder vier Einzelbilder zu Verfügung hat und bei denen doch etwas herüberkommt, ist nicht gerade einfach. So sind auch einige daneben geraten, die überwiegenden Anzahl jedoch macht reichlich Spass zu lesen. Da hat jemand mal seinen ganzen angestauten Frust in Sarkasmus umgewandelt und ihm freie Bahn gelassen. Da bekommt jeder sein Fett weg. Häufig haarscharf an der Grenze des schlechten Ges-chmacks balancierend, gelingt Dierßen meistens diese Gratwanderung. Was sich dabei natürlich geradezu anbietet, ist das Frau/Mann Verhältnis. Ein Stoff, der wohl in alle Ewigkeit ein Thema bleiben wird. Das endet für die beiden "Helden" Grabert & Schramm allerdings nicht immer günstig. Ein weiteres beliebtes Thema sind Langweiler, die einem ja überall begegnen und denen man ja niemals das sagen würde, was man über sie denkt, schliesslich ist man ja viel zu gut erzogen. Grabert und Schramm dürfen das jedoch, und sie tun es reichlich.

MEIKEL F

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Keine böse Absicht

Andreas Dierßen - Zwerchfell Verlag - 36 Seiten in s/w - 9.90 DM

Inhalt

Es gibt wohl kaum jemanden, der von Dr. Mabuse noch nichts gehört hat. Auch wenn nicht alle die Filmklassiker "Mabuse" (1922) und "Das Testament von Dr. Mabuse"(1933) von Fritz Lang (sowie spätere Adaptionen mit Filmbösewicht Gert Fröbe) gesehen haben, ist der Mythos Mabuse auch fast 80 Jahre nach Veröffentlichung der Geschichte präsent. Es ist erstaunlich, daß sich bis jetzt niemand diesen Stoff für einen Comic ausgesucht hat, wo sich dieses Genre doch förmlich dafür anbietet. Ganz und gar nicht erstaunlich ist jedoch, wer nun diese Heftchenreihe zeichnerisch umgesetzt hat. Es konnte niemand anderes sein als Isabel Kreitz. Und auch die anderen Beteiligten Eckhard Breitschuh und Stefan Dinter sind langjährige Comicenthusiasten. An einem feuchtfröhlichen Abend heckten die drei zusammen mit dem Chefredakteur des Zwerchfellverlages das Projekt aus und gingen mit der Idee einer Coproduktion zum großen Carlsen Verlag, der sofort begeistert war. So beginnt ein sehr seltenes Abenteuer der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit im Comicbusiness zwischen klein und groß. Es sollte aber nicht nur eine werkgetreue Umsetzung des Buches von dem nicht gerade unumstrittenen Autor Norbert Jacques geben, sondern die Geschichte sollte in der jetzigen Zeit spielen. Die Figur des Dr. Mabuse bietet sich natürlich geradezu an, sie auf Nazis zu beziehen. Nicht von ungefähr verbot Goebbels 1933 umgehend den Film von Fritz Lang; zu eindeutig war die Parallele zu sehen. Im Comic hat Mabuse die geistige Gewalt über den alten Nazi Hauptmann Keller, der versteckt in Südamerika lebt, aufgespürt wird und nach Deutschland gebracht wird (wenn das auch mal in der Wirklichkeit immer so schnell und einfach gehen würde). Dort soll er im Intercity nach Hamburg zur Vernehmung gebracht werden, doch durch Mabuse kommt alles anders. Das Unglück von Eschede - 100 Tote, viele Schwerverletzte. Darunter ist auch Inger, Journalistin und Tochter des Hamburger Staatsanwaltes Lohmann, zu dessen Fällen nicht nur der Nazi Keller gehört, sondern auch ein mysteriöser Beinahe Gau in einem AKW. Der Vater von ihm jagte damals Mabuse. Mit dem Tod von Keller findet Mabuse ein neues Werkzeug für seine Untaten im Neonazi Ben. Und da gibt es noch zwei Gestalten, die auf der Suche nach Mabuse sind. Spannend, spannend das Ganze. Dazu gibt es jede Menge an Informationen über die Beteiligten und viel Hintergrundinformationen über Autor und Geschichte, sowie ein Preisrätsel. Sehr lohnenswert und besonders lesenswert. Es gibt wohl kaum jemanden, der von Dr. Mabuse noch nichts gehört hat. Auch wenn nicht alle die Filmklassiker "Mabuse" (1922) und "Das Testament von Dr. Mabuse"(1933) von Fritz Lang (sowie spätere Adaptionen mit Filmbösewicht Gert Fröbe) gesehen haben, ist der Mythos Mabuse auch fast 80 Jahre nach Veröffentlichung der Geschichte präsent. Es ist erstaunlich, daß sich bis jetzt niemand diesen Stoff für einen Comic ausgesucht hat, wo sich dieses Genre doch förmlich dafür anbietet. Ganz und gar nicht erstaunlich ist jedoch, wer nun diese Heftchenreihe zeichnerisch umgesetzt hat. Es konnte niemand anderes sein als Isabel Kreitz. Und auch die anderen Beteiligten Eckhard Breitschuh und Stefan Dinter sind langjährige Comicenthusiasten. An einem feuchtfröhlichen Abend heckten die drei zusammen mit dem Chefredakteur des Zwerchfellverlages das Projekt aus und gingen mit der Idee einer Coproduktion zum großen Carlsen Verlag, der sofort begeistert war. So beginnt ein sehr seltenes Abenteuer der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit im Comicbusiness zwischen klein und groß.
Es sollte aber nicht nur eine werkgetreue Umsetzung des Buches von dem nicht gerade unumstrittenen Autor Norbert Jacques geben, sondern die Geschichte sollte in der jetzigen Zeit spielen. Die Figur des Dr. Mabuse bietet sich natürlich geradezu an, sie auf Nazis zu beziehen. Nicht von ungefähr verbot Goebbels 1933 umgehend den Film von Fritz Lang; zu eindeutig war die Parallele zu sehen.
Im Comic hat Mabuse die geistige Gewalt über den alten Nazi Hauptmann Keller, der versteckt in Südamerika lebt, aufgespürt wird und nach Deutschland gebracht wird (wenn das auch mal in der Wirklichkeit immer so schnell und einfach gehen würde). Dort soll er im Intercity nach Hamburg zur Vernehmung gebracht werden, doch durch Mabuse kommt alles anders. Das Unglück von Eschede - 100 Tote, viele Schwerverletzte. Darunter ist auch Inger, Journalistin und Tochter des Hamburger Staatsanwaltes Lohmann, zu dessen Fällen nicht nur der Nazi Keller gehört, sondern auch ein mysteriöser Beinahe Gau in einem AKW. Der Vater von ihm jagte damals Mabuse. Mit dem Tod von Keller findet Mabuse ein neues Werkzeug für seine Untaten im Neonazi Ben. Und da gibt es noch zwei Gestalten, die auf der Suche nach Mabuse sind. Spannend, spannend das Ganze.
Dazu gibt es jede Menge an Informationen über die Beteiligten und viel Hintergrundinformationen über Autor und Geschichte, sowie ein Preisrätsel. Sehr lohnenswert und besonders lesenswert.

MEIKEL F

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Mabuse

0 - 4 - Kreitz/Breitschuh/Dinter Carlsen/Zwerchfell Verlag 36 Seiten in s/w - jeweils 7.90 DM (die Null-Nr. ist kostenlos)

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