sound
Down & Out.
The sad soul of the black south
Soul, das ist die herzzerreissende Symbiose aus Blues und Gospelsound, das
ist die Hommage an die Liebe: "When a man loves a woman...", dann
gibt's meistens Dramen, und die sind zuhauf zu hören in der genialen Zusammenstellung
von raren Soul-Schätzchen aus dem Hause Trikont. Schon mal was von O.V.
Wright gehört? Keine Baumwolle zu pflücken oder Korn zu ernten, sondern
die Fische am Mississippi vorbeischwimmen zu sehen, davon sang er. Während
der Soul in seiner weichen Form massenkompatipel wurde, war vielen Südstaaten-Sängerinnen
und Sängern nicht das gleiche Glück wie etwa Otis Redding beschieden.
Die meisten kamen über ein bis zwei Platten gar nicht hinaus. Die Soul-Kultur
jedoch hielt sich in der schwarzen community zwischen Texas und Tennesee. Auf
dem Sampler sind ein Teil derjenigen vertreten, die nicht zu Soul-Sternchen
erkoren wurden, was die Musik allerdings dafür umso herzzerreisender macht.
Welden "Juke Box" Benner zum Beispiel, der oft als one man band auftrat:
Mit Gitarre, Mundharmonika und stumping machte er sich selbst den passenden
Sound zum Gesang. Sein Name rührte daher, dass er zudem öfters die
örtliche Juke Box als Begleitung nutzte - fast schon Punk, wenn halt der
Sound so wäre... Tja, ihr Lieben, und der geht halt um die Sehnsucht, um
die Einsamkeit, um die Seele und all die ganzen Herz-Schmerz-Angelegenheiten.
Ihr braucht es ja nicht gleich Ede Robins nachzumachen, die davon singt, ihre
Venen mit dem Rasiermesser zu bearbeiten, weil der Liebste von dannen ist -
setzt euch einfach mit dem Gettoblaster vor das Fenster eurer oder eures Liebsten
und drückt auf Larry Coney, der dann anstelle eurer schüchternen Seele
herausschreit: "Can't you see, that I love You??"
AL C.
(Trikont-Verlag)
www.terz.org - 27.09.2001