... suchen StudentInnen zu Semesterbeginn verzweifelt preiswerten Wohnraum.
So schätzte der freie Zusammenschluss von StudentenInnenschaften letztes
Jahr, dass zu Semesterbeginn bundesweit mehrere tausend Studierende noch keine
Wohnung hatten. Für dieses Jahr schätzt das Deutsche Studentenwerk,
dass alleine ca. 21.000 Wohnheimplätze fehlen. Eine Problematik, die seit
vielen Jahren bekannt ist und sich auch gut in Düsseldorf nachvollziehen
lässt. Die Situation ist zwar nicht mehr so schlimm wie im Semester 1977/78
- wo 21.000 Studierenden gerade einmal 944 Wohnheimplätze gegenüber
standen -, sondern hat sich etwas entspannt, so dass nun weit mehr Wohnheimplätze
zur Verfügung stehen, für ca. 10% der Studierenden in NRW. Allerdings
ist Düsseldorf die fünftteuerste Stadt, was studentischen Wohnraum
angeht. So zahlt der durchschnittliche Studierende in Düsseldorf 270 Euro
im Monat für seine Wohnung, während bundesweit der Schnitt gerade
mal 225 Euro ist. Der seit Jahren angespannte Wohnungsmarkt mit seinen hohen
Mietpreisen führte im Wintersemester 1994/95 dazu, dass ungefähr 20
StudentInnen - die meisten von ihnen studierten Sozialpädagogik/-arbeit
- für etliche Wochen im 'rustikal' eingerichteten Partykeller eines StudentInnen-Wohnheims
an der Strümpellstraße in ein bis zwei Räumen auf Matratzenlagern
wohnen mussten.
Aus dieser Situation entwickelte sich damals ein politischer Kampf um die leerstehenden
Häuser auf der Kaiserswerther Straße 288 bis 294 und der Versuch,
die vom Abriss bedrohten Gebäude als preiswerten Wohnraum zu erhalten.
Der Abriss der Häuser wurde dank der Intervention durch (hauptsächlich)
Studierende verhindert, wenn auch der Versuch, sie in selbstverwalteten Wohnraum
umzuwandeln, fehlschlug.
Doch ein generelles Umdenken im Bereich der Wohnungspolitik konnte dies nicht
erreichen, so wird Jahr für Jahr in Düsseldorf kostengünstiger
Wohnraum vernichtet. Als Beispiel seien hier die Häuser auf der Binterimstraße
26 bis 32 in der Nähe des S-Bahnhofes Bilk genannt. Die Genossenschaft,
welche Eigentümer dieser ist, plant den Abriss und führt zur Zeit
gegen die letzten verbleibenden MieterInnen Räumungsklagen. Der Kampf der
MieterInnen-Initiative, welche sich vor einem Jahr gegründet hatte, scheint
schon fast gescheitert - doch noch stehen die Häuser, und so lange geht
der Kampf um den Erhalt von preiswertem Wohnraum weiter.
www.terz.org - 29.9.2003