comicLailas
Schwur
comicOperation
Läckerli
Leider sind die
kleinen
Comics von “Monogatari” in Düsseldorf nur schwer zu erhalten.
Mittlerweile 100
Ausgaben des hochwertigen Comics haben die mittlerweile in Berlin
ansässigen
Monogataris in den letzten Jahren bundesweit unters Volk gebracht. Und
zwar für
umsonst. Letzten Sommer suchten fünf von ihnen Basel heim und
brachten von dort
viele schöne Comics mit, die nun die Edition Moderne
veröffentlicht hat. Ganz
unterschiedlich nähern sich die Comic-Autoren der Stadt. Einer
macht sich so
seine Gedanken über den Müll, der in Berlin auf der
Straße liegt und in Basel
im Museum. Es gibt Alltagseindrücke mit dem Blick auf nicht
allseits bekannte
Geschichten. Denn zwischen Sauberkeit, Patriotismus und Fußball
gibt es ganz
andere Eindrücke: Drogen, Polizeieinsätze, Diebstähle.
Und auch der Bericht
eines Fußballspieles des FC Basel gegen eine türkische
Mannschaft unterscheidet
sich nur in Details von Berichten aus anderen Städten. Allerdings
ist diese
Reportage das echte Highlight des Buches. Alle möglichen Facetten
hat Jens
Harder zusammengetragen. Das macht Spaß zu lesen. Weiterhin gibt
es
Geschichtchen der Alltagsschwierigkeiten im Umgang mit Schweizer
Gewohnheiten
und den Schwierigkeiten, in die Basler Subkultur abzutauchen. Das fast
quadratische
Comic ist in rot-blau gedruckt, was ihm einen ungewöhnlichen
Eindruck verleiht.
Ungewöhnlich ist auch der Stil als Comicreportage, die in
deutschen Comics nur
selten vorkommt.
comicHerr
Ober! Vor meiner
Suppe sitzt ein Mann!
Ok, eigentlich
muss man zu
Ol ja gar nicht viele Worte verlieren. Abgründiger Humor, der
manchmal seltsame
Wege geht, so um mehrere Ecken und mit Falltüren. Will
heißen, manchmal
versteht man ihn nicht und manchmal ist er einfach nur genial.
Kennzeichen ist,
dass in einer Runde von Leuten selten zwei den gleichen Witz von Ol gut
finden.
Wenn sie ihn denn gut finden, denn an Ol scheiden sich die Geister.
Für einige
ist Ol´s wöchentliche Kolumne und die gelegentlichen
“philosophischen”
Geschichten von Flaubert in der Zeitung “Jungle World” der einzige
Grund, diese
nicht abzubestellen. So sind, zur Freude meinerseits, diverse
Geschichtchen von
Flaubert in diesem Buch – und das auch noch in Farbe. Sehr schön.
Das kann
leider nicht darüber hinweg täuschen, dass insgesamt doch
eher schwächere Gags
von Ol im Buch vertreten sind. Und doch gibt es immer wieder diese
gemeinen
kleinen Scherze, die unter die Haut gehen. Vielleicht liegt es am
Aufwachsen in
der DDR, wo es wenig zu lachen gab? Aber wer wäre auch gerne in
Morgenröthe-Rauthenkranz
geboren. Offensichtlich muss man da Humor entwickeln.
www.terz.org - 29.9.2004