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Mehr als 2.500 Menschen, darunter auch viele GewerkschafterInnen,
die einem Aufruf des vom "Koordinierungskreis antifaschistischer
Gruppen aus Düsseldorf" (ANTIFA-KOK) und den Düsseldorfer
Hochschul-Asten initiierten "Bündnis gegen Rechts" gefolgt
waren, beteiligten sich an dem Versuch, den Neonaziaufmarsch zu verhindern.
Ein Versuch, der durch den größten Polizeieinsatz in der Geschichte
Düsseldorfs unterbunden wurde.
Am 28.10. war medienwirksames Flagge-Zeigen angesagt: "Düsseldorf
gegen rechte Gewalt" hieß das offizielle Motto und diese Show
sollte nicht gestört werden. Da der Naziaufmarsch genehmigt war,
lautete die Parole der Stadtoffiziellen: Den Rechtsextremen den Rücken
zudrehen. Das wiederum wollten antifaschistisch gesinnte Leute nicht einsehen.
Damit hatten sie die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Wasserwerfer,
Räumpanzer und weit über 4000 Polizeieinsatzkräfte wurden
aufgefahren, um die ordnungsgemäße Durchführung des Nazi-Aufmarsches
mit der nötigen staatlichen Gewalt durchzusetzen. Düsseldorfs
Oberstaatsanwalt Mocken spielte bei der polizeistaatlichen Unterbindung
antifaschistischen Protestes eine besonders eifrige Rolle. Es ist derselbe
Staatsanwalt, der noch lange nach dem Bombenanschlag auf mehrheitlich
jüdische ImmigrantInnen aus Rußland beharrlich die These vertrat,
in Düsseldorf gäbe es "keinen organisierten Rechtsextremismus".
Was Mocken jedoch zu kennen scheint, ist die Gefährlichkeit des Düsseldorfer
Linksextremismus. Daher versuchte er am Demonstra-tionstag alles, um die
angemeldete und genehmigte Kundgebung der Antifa schon während deren
Ablauf zu unterbrechen. Auf seine Anordnung hin wurde versucht, die Rednerin
der Antifa polizeilich mit der Begründung festzusetzen, sie hätte
"zur Gewalt aufgerufen". Anlass dafür war der Aufruf, den
Nazi-Aufmarsch "verhindern" zu wollen. Nachdem sich ein spontaner
Demonstrationszug formiert hatte und die TeilnehmerInnen auf der Heinrich-Heine-Allee
langzogen, griffen Polizeieinheiten die Demo an und lösten sie unter
Gewaltanwendung auf. Später fanden sich immer wieder Menschen in
größeren Gruppen zusammen und zogen gemeinsam zu den Sammelpunkten
und in Richtung Demonstrationsroute der Neonazis. Mehrmals gelang es Gruppen
der Antifa, einzelne Polizeisperren zu durchbrechen, was immer wieder
zu einer Unterbrechung des Nazi-Aufmarsches geführt hatte. Einzelne
Nazis, die in kleinen Gruppen durch die Altstadt zur Kundgebung hin marschierten,
erfuhren zudem mittels ein paar Watschen, daß der Endsieg doch noch
nicht angesagt ist. Die Polizei unternahm wiederholte Angriffen auf Demon-stra-tions-gruppen,
die sich spontan an vielen Plätzen in der Altstadt formierten. Im
Laufe des Tages wurden über 200 gegen den Neonaziaufmarsch protestierende
Menschen teilweise brutal in Polizeigewahrsam genommen, darunter auch
eine 12-jährige Schülerin und ein 74-jähriger Rentner.
Drei Personen wurden dem Haftrichter vorgeführt, darunter eine ohne
sicheren Aufenthaltsstatus. Von Seiten der Neonazis wurde 31 Personen
vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen.
Zeitgleich zum Neonaziaufmarsch nahmen nach Schätzungen der Polizei
etwa 20.000 Menschen an einer Kundgebung eines "Bürgerbündnisses"
vor dem Düsseldorfer Rathaus teil und lauschten dem NRW-Ministerpräsidenten
Wolfgang Clement und CDU-Oberbürgermeister Joachim Erwin, der für
eine "Zukunft, in der kein Platz ist für Extremismus jeder Schattierung"
plädierte. Von Seiten des "Bürgerbündnisses"
waren im Vorfeld keine Mühen und Kosten gescheut worden, um das Image
der "weltoffenen und toleranten Landeshauptstadt" wieder aufzupolieren.
Die Medien taten ein übriges, um diese entpolitisierende Propagandashow
zur erfolgreichen Standortwerbung umzufunktionieren.
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