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In George Taboris Stück "Mein Kampf" ist ein Herr Hitler
überzeugt, dass die Welt auf seine große Kunst gewartet hat.
Eine weitere gute Inszenierung am Düsseldorfer Schauspielhaus.
Im Wiener Nachtasyl. Schlomo Herzl (Jörg Pose) hat sich in der Armut
eingerichtet. Dann und wann unterhält er sich mit dem anderen Juden,
der ihm Gesellschaft leistet. Als die beiden Gesellschaft vom arbeitslosen
Kunstmaler namens Hitler (Wolfram Koch) erhalten, sind sie gastfreundlich.
Eine Gastfreundschaft, die von der bornierten Unverschämtheit und
überzeugten Manierenlosigkeit des Neuen kontrastiert wird. Je dreister
und egoistischer sich Hitler verhält, desto mitleidiger und fürsorglicher
wird Schlomo Herzl. Hitler hat ein Ziel: Er will mit seiner Malerei an
der Wiener Akademie angenommen werden. Schlomo hilft ihm: Er rasiert Hitler,
leiht ihm seine Kleider, gibt ihm Zuspruch, baut ihn auf. Einer der Höhepunkte
des Stücks: Hitler stellt seine große Kunst vor: Schäferhunde
im Sonnenuntergang, Bergwipfel im Sonnenuntergang, röhrende Hirsche
im Sonnenuntergang. Um die Lächerlichkeit auf die Spitze zu treiben,
zeigt Schlomo die dilettantisch-naiven Werke hilflos den ZuschauerInnen.
Bei dieser Parabel über Gutmütigkeit und Altruismus müssen
die ZuschauerInnen hilflos mit ansehen, wie der gänzlich asoziale
Hitler vom Juden Schlomo Herzl sozialisiert, gesellschaftsfähig gemacht
wird. In der blutroten Bühne Kazuko Watanabes wirkt das Spiel der
DarstellerInnen unheimlich determiniert: Nachdem Hitler aufgepäppelt
wurde, wird er von Frau Tod aus dem Wiener Armenhaus abgeholt, der er
in Zukunft mächtig zuarbeiten wird. Dabei kann Schlomo dann nur noch
hilflos zusehen. Riesig lodernde Flammen deuten an, was der arbeitslose
Maler der Welt für ein Schicksal bereiten wird.
JULIA
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