Bund und Länder haben ein riesiges Problem: Ihnen fehlt ziemlich viel
Geld. Die Ursachen liegen in einer verfehlten Finanzpolitik in Bund und Ländern:
Änderungen in der Unternehmensbesteuerung (Körperschafts- und Gewerbesteuer,
Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen) haben zu massiven Steuerausfällen
geführt. Weil aber Geld in die Kassen fließen muss, kürzen das
Land NRW und der Bund in folgenden Bereichen:
· Arbeitslose · Sozial Schwache · Behinderte · Rentner
· Studierende
Wer keine Lobby hat, wird zur Kasse gebeten! Dagegen werden wir auf die Straße
gehen!
Wir wehren uns gegen:
· Sozialabbau · Ausverkauf von Non-Profit-Dienstleistungen (Wasser,
Gesundheit, Umwelt,...) · Bildungsprivatisierung- und Vermarktung (Studiengebühren
und - Konten ...) · Das GATS-Abkommen der WTO
Wir machen uns stark für:
· Eine solidarische Gesellschaft · Bildung als Grundrecht - Freier
Zugang für alle · Sozial verträgliche Reformen der Sozialsysteme
Die "Wunderwaffe": Privatisierung
In Zeiten der überall mehr als klammen Haushaltslage (Haushaltsloch im
Bund: mind. 10 Mrd. Euro; in NRW: 1,4 Mrd. Euro) finden sich die Regierungen
im Sparzwang wieder. Statt die hausgemachten Ursachen zu bekämpfen (siehe
Steuerpolitik zu Gunsten großer Konzerne!), werden die Mittel für
diejenigen gekürzt, die keine Lobby haben: Arbeitslose, sozial Schwache,
MigrantInnen, Behinderte, Studierende, ... Eine weitere Wunderwaffe im Kampf
gegen Haushaltslöcher ist die Privatisierungswelle. Immer mehr staatliche
Non-profit-Dienstleistungen werden dem freien Wettbewerb ausgesetzt. Das haben
wir bei der Rentenreform oder bei der (laufenden) Privatisierung der Wasserversorgung
erleben können. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wird ein Modell
von Pflicht- und Zusatzleistungen öffentlich diskutiert, die gewinnorientiert
arbeitende private "International University Bremen" wird vom Staat
finanziell unterstützt, während in vielen Bundesländern Studiengebührenmodelle
verabschiedet werden. Flankiert und vorangetrieben werden die Privatisierungen
von einem Handelsabkommen der World Trade Organisation (WTO): Das "Allgemeine
Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen" (GATS) sieht weit reichende
Privatisierung z.B. in folgenden Bereichen vor: · Gesundheit ·
Wasser · Bildung · Umwelt
Bislang gemeinnützig finanzierte Systeme in diesen Bereichen sollen dem
freien Wettbewerb geöffnet werden. Die Folge: Nur wer viel Geld hat, wird
sich eine gute Versorgung in diesen Bereichen noch leisten können! Das
bedeutet also faktischen Sozialabbau und Entzug demokratischer Kontrolle in
wichtigen Lebensbereichen. Verhandelt wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit
und ohne parlamentarische Kontrolle. Am Tisch sitzen die WTO, Fachminister der
Staaten (für uns: die der EU) und Lobbyisten der Konzerne, die von der
Privatisierung profitieren. Die Interessen der betroffenen Bürger müssen
endlich berücksichtigt werden! Und zwar stärker als Konzerninteressen.
Erhaltet die öffentlichen Dienstleistungen!
Demo in Düsseldorf am 23.11.2002 Start: 12.00h Hbf., Abschluss: Burgplatz
www.terz.org - 29.10.2002