Am 24.9. wurde an der HHUD ein neuer AStA-Vorstand gewählt, bestehend aus Steffen Arns, Leonie Teßmer und Markus Slopianka (alle MSB Spartakus). Wir nutzten die Gelegenheit und führten am 21.10.2003 mit dem neuen AStA-Vorstand ein Interview.
Stellt euch doch mal bitte vor und erzählt kurz, woher ihr kommt.
Leonie: Ich bin 23 Jahre alt und studiere im neunten Semester Geschichte / Philo
/ Amerikanistik auf Magister, und ich bin Mitglied in der Europa-Union Kreisverband
Düsseldorf. Mit den Protesten gegen die Studiengebühren kam dann die
Idee, mich auch im AStA zu engagieren. Zudem arbeite ich als studentische Hilfskraft.
Steffen: Ich bin 21 Jahre jung und seit fünf Semestern Student, allerdings
erst seit drei Semestern an der Düsseldorfer Uni, wo ich ebenfalls seit
drei Semestern Jura studiere. Das Interesse für die Arbeit im AStA kam
während des Studi-Streiks, und ich habe auch schon ein halbes Jahr lang
als AStA-Referent gearbeitet.
Markus: Ich bin 22 und studiere im vierten Semester Modernes Japan auf B.A.
Ich war im Sommersemester 2002 im Wahlausschuss für die SP-Wahlen tätig,
und das hat mein Interesse für den AStA geweckt.
Welche Schwerpunkte wollt Ihr in eurer Arbeit als AStA-Vorstand setzen?
Leonie: Nun, wir haben uns vielfältige Ziele gesetzt. So wollen wir den
Kontakt zu den Fachschaften und zu den Studierenden ausbauen und für einen
studentischen Tarifvertrag einsetzen. Aber auch die Europäisierung der
Bildung ist ein Thema, das uns weiterhin beschäftigen wird.
Markus: So wollen wir uns natürlich weiterhin mit der vermehrten Einführung
von B.A.-Studiengängen auseinandersetzen. Aber auch den Austausch zwischen
ausländischen und deutschen Studierenden wollen wir vermehrt fördern.
Steffen: Desweiteren werden uns natürlich die Studiengebühren, welche
zum nächsten Semester erstmalig erhoben werden, beschäftigen. So werden
NRW-weit Sammelklagen erhoben, welche wir durch öffentlichkeitswirksame
Aktionen begleiten werden.
Das heißt, ihr habt euch noch nicht mit der Einführung der Studiengebühren
abgefunden?
Markus: Ganz im Gegenteil! Wir denken, dass man noch einiges machen kann. So
ist es unser Ziel, im Rahmen der anstehenden Klagen gegen selbige nochmal einen
gesellschaftlichen Diskurs in NRW loszutreten.
Leonie: Es haben sich auch die Fachschaftsräte dafür ausgesprochen,
vielfältige Aktionen zum Thema anzusetzen. Es besteht großes Intresse
bei den Studierenden, sich weiterhin gegen diesen Sozialabbau zur Wehr zu setzen.
Steffen: Es ist ja vor allem auch so, dass durch Studiengebühren die Selektion
nach sozialer Herkunft, welche ja faktisch besteht, nochmals verstärkt
wird. Bereits jetzt kommt nur ein Bruchteil der Studierenden aus geringverdienenden
Familien. Diesem Umstand gilt es mit allen Mitteln entgegenzuwirken.
In den letzten Wochen hat sich ja der RCDS vermehrt für die Abschaffung
der Verfassten Studierendenschaft geäußert, insbesondere gegen das
allgemeinpolitische Mandat. Wie steht ihr dazu?
Steffen: Wenn man sich mal die Sachen anschaut, die der RCDS bemängelt,
da sie angeblich allgemeinpolitisch wären, wird man bei genauer Betrachtung
feststellen, dass dem nicht so ist. So meint der RCDS zum Beispiel, dass Unterstützung
von Demonstrationen gegen Rechts nichts mit studentischer Vertretung zu tun
hätten. Nun muss man sich aber nur anschauen, wie viele ausländische
Studierende an der Uni sind, die von uns vertreten werden. Und es ist auch unrealistisch
anzunehmen, dass derartige gesellschaftliche Probleme vor der Uni halt machen.
Markus: So haben wir uns z. B. dieses Wochenende erst mit den HausbesetzerInen
der Binterimstraße 28 solidarisiert. Auch hier wird der RCDS uns wahrscheinlich
wieder vorwerfen, dass wir uns allgemeinpolitisch geäußert hätten.
Dabei ist der Erhalt von preiswertem Wohnraum gerade ein typisches studentisches
Thema. Man bedenke dabei, dass Düsseldorf eine der teuersten Uni-Städte,
gerade was Mieten angeht, ist.
Leonie: Man muss auch festhalten, dass der RCDS insgesamt wenige ASten stellt
und zu Zeiten, als dies anders war, insbesondere in den 50er und frühen
60er Jahren, der RCDS das allgemeinpolitische Mandat auch gerne selbst in Anspruch
genommen hat. Es scheint so, dass er nur für die Abschaffung des allgemeinpolitischen
Mandats ist, weil er selber nur in wenigen ASten vertreten ist.
Gibt's noch etwas, was ihr den Studierenden, insbesondere den ErstsemesterInnen,
mit auf den Weg geben wollt?
Leonie: Wir wünschen allen Studierenden viel Spaß und hoffen, dass
sie die Zeit an der Uni nicht nur nutzen, um den Pflichtstoff zu lernen, sondern
die hier gebotene Chance nutzen, um sich ein breites Wissen anzueignen.
Markus: Und dass sie natürlich auch das vielfältige kulturelle, soziale
und politische Angebot nutzen und auch selbst mitgestalten, sowie viele neue
Freunde finden.
Steffen: Last, but not least möchten wir daran erinnern, dass die Uni der
Ort sein sollte, wo man kritisches Denken lernt. Dementsprechend sollte man
auch die Uni und alles, was man gelehrt bekommt, kritisch hinterfragen.
Danke für das schöne Schlusswort und das Interview.
Der neue AStA hat das Konzept der offenen Tür beibehalten. Das heißt,
der AStA-Vorstand ist mindestens Montag bis Donnerstag von 12:00 bis 15:00 besetzt,
und es besteht die Möglichkeit, mit jemanden vom Vorstand zu sprechen oder
einfach einen Kaffe zu trinken.
In den AStA-Räumlichkeiten, Gebäude 25.23 im Untergeschoss, direkt
hinter der Bibliothek, findet Ihr auch die meisten Referate.
Natürlich könnt Ihr auch immer einen Geprächstermin mit dem AStA
vereinbaren oder per Telefon unter
0211-8113172 oder per Mail an astadue@uni-duesseldorf.de mit dem AStA Kontakt
aufnehmen.
www.terz.org - 1.11.2003