Die NPD hat
eine so genannte Schulhof-CD bundesweit verteilt
und die Arbeitsstelle Neonazismus der FH Düsseldorf hat hierzu
eine
Materialmappe zur „Argumentationshilfe“ erstellt
(www.arbeitsstelle-neonazismus.de).
Brauchbar oder
nicht? Staatstragend oder aufklärend? Wie
argumentieren Linke gegen Rechts?
Warum
eine stumpfsinnige Nazi-CD für Furore sorgt
Kurz vor der Bundestagswahl verteilte die NPD nach eigenen
Angaben 200 000 CD’s mit rechtsradikaler Musik vor
bundesdeutschen Schulhöfen.
Auf die Jungwähler hatten es die Alt- und Neo-Nazis abgesehen, und
der flotte
Titel „Hier kommt der Schrecken aller linken Spießer und
Pauker – Schulhof-CD“
machte die Ausrichtung der CD klar: Den Weicheiern aus der Welt der
Erwachsenen
wollen wir es mit kernigen Sprüchen mal zeigen!
Die Aufregung
war groß. In allen regionalen und
überregionalen Zeitungen und Zeitschriften wurde vor der CD
gewarnt.
Umtauschaktionen gegen saubere, demokratisch genehmigte CD’s
wurden
organisiert, der Verfassungsschutz NRW veröffentlichte eine
Comic-Broschüre
gegen Neo-Nazis. Sogar die Teilnahme an einem Gewinnspiel denjenigen
offeriert,
die die CD in berufene Hände abgeben. Handlungsbedarf war
angesagt, denn zu
tief saß der Schock nach der Landtagswahl in Sachsen, als die NPD
ein fast
zweistelliges Ergebnis erzielte.
Auch
Düsseldorfer Antifaschisten ließen sich nicht lumpen,
und die „Arbeitsstelle Neonazismus“ an der Fachhochschule
Düsseldorf
veröffentlichte in Verbindung mit „Argumente & Kultur
gegen Rechts e.V.“
aus Bielefeld eine Broschüre mit dem bescheidenen Titel
„Argumentationshilfe
gegen die ‚Schulhof-CD’ der NPD“. (1)
Die
„Argumentationshilfe“ richtet sich an professionelle wie
staatlich verpflichtete Kindererzieher, „Eltern, Lehrer, Erzieher
und Sozialarbeiter“,
und erläutert im Allgemeinen und an Hand der einzelnen Lied-Texte,
dass die
Neo-Nazis Neo-Nazi-Propaganda betreiben.
Die
Notwendigkeit, sich inhaltlich mit dem Neo-Nazi-Zeugs
auseinanderzusetzen ergibt sich für die Antifaschisten aus dem
misslichen
Umstand, dass die Staatsanwaltschaft keine Möglichkeiten sieht,
die CD bzw.
deren Verbreitung zu verbieten, weil sie keine strafrechtlich zu
beanstandenden
Texte auf der CD vorfindet. (2)
Die Lieder, die Ideologie – in
Kurzfassung
Die Themen, die in den Nazi-Liedern angeschnitten werden,
entsprechen dem üblichen Kanon der NPD-Agitation: Kapitalismus,
Sozialstaatsdemontage, Zuwanderung, US-Imperialismus, Europa,
Globalisierung,
starker Staat.
1. Zuwanderung /
Sozialstaatsdemontage/ Kapitalismus: Den
ausländischen Arbeitnehmern wird angelastet, sie nähmen den
Deutschen die
Arbeitsplätze weg. So werden viele Deutsche in Armut getrieben und
müssen mit
dem Arbeitslosengeld II leben. Weil Ausländer auch mit dem Umstand
zurecht
kommen müssen, von Lohnarbeit zu leben, werden sie verantwortlich
gemacht für
die Armut der deutschen Lohnarbeiter. Die Kalkulation des Kapitalisten
mit
billigen Arbeitskräften fällt bei den Nazis unter den Tisch.
Sie ist für die
Nazis die Voraussetzung der nationalen Produktion. Die Konkurrenz um
das knappe
Gut „Arbeit“ wird zu Lasten der „volksfremden
Elemente“ entschieden.
2.
US-Imperialismus / Europa / Globalisierung: Die Nazis
benennen bisweilen durchaus korrekt, was die Militärs bei ihren
weltweiten
Ausflügen so alles anrichten. Aber sie haben vor allem die Untaten
der Amis im
Visier. Dabei geht es ihnen aber nicht um das Leid, das die
Bevölkerung beim
Schlachtfest der Krieger ertragen muss, sondern um die deutsche
Teilnahme oder
Nichtteilnahme an den kriegerischen Auseinandersetzungen. Es wird
beklagt, dass
Deutschland lediglich als Vasall der USA auftritt und die nationalen
Interessen
unberücksichtigt bleiben. Auch ein Nazi weiß, dass
Deutschland alleine gegen
die übermächtigen USA nichts ausrichten kann. Darum muss
Deutschland auf Europa
setzen.
An der
Globalisierung kritisieren die Faschisten – übrigens
genau wie die Freunde von Attac – die Entmachtung des Staates.
Abgesehen von
diesem Irrtum, den Nazis und Attac teilen, indem sie missachten, dass
das
weltweite Treiben des nationalen Kapitals nur mit tatkräftiger,
diplomatischer
und militärischer Unterstützung der Staaten möglich ist,
erkennen die Nazis in
der Globalisierung vor allem die Schädigung deutscher Arbeitskraft
und
deutschen Kapitals.
3. starker
Staat: Die Nazis glauben an die Allmacht des
Staates nach innen und außen. In der Demokratie sehen sie die
Inkarnation der
Ohnmacht der Politik und machen diese fest an Kompromissen, die ein
demokratischer Staat im nationalen und internationalen Rahmen
schließt.
Die
Reichtumsquelle des demokratischen Staates ist die
kapitalistische Produktion. Die Beförderung dieser Reichtumsquelle
bedeutet
gleichzeitig die Unterwerfung unter die Gesetzmäßigkeiten
kapitalistischen
Produzierens. Faschisten sehen in dieser Unterwerfung eine
Schwäche des
Staates. Sie wollen gleichzeitig das nationale Kapital weltweit zum
Zuge kommen
lassen, der internationalen Konkurrenz aber jeden Zugang zur nationalen
Wirtschaft verbieten.
Nach Ansicht der
Nazis wird die deutsche Wirtschaft an das
Ausland ausverkauft. Aus aller Herren Länder kommen Klein- und
Großverbrecher,
die die deutsche Arbeit unterminieren und zerstören. Deutsche
Arbeiter sollen
deutsche Arbeitsplätze besetzen! Die Kalkulation des Kapitals,
mittels der
Konkurrenz unter den Arbeitern – auch ausländischen
Arbeitern – den Lohn zu drücken, empfinden die Nazis
als
unnational. Die Zulassung ausländischer Arbeitnehmer auf dem
deutschen
Arbeitsmarkt grenzt bei den Nazis an Volksverrat.
Zusammenfassung:
Nazis sind schlichte Gemüter. Sie sind
derart von der staatlichen Gewalt – insbesondere der deutschen
– fasziniert,
dass sie der Meinung sind, der Staat könne alle Schranken und
Sachzwänge mit
Hilfe seiner Gewalt und seines Willens aufheben.
Faschismus
und Demokratie
- Münteferings Kapitalistenschelte vor den Landtagswahlen in
NRW erinnert an die Forderung der Nazis, dass die Wirtschaft den
Vorgaben und
Zielen der Nation verpflichtet sein soll.
- Wenn Europa
die Grenzen dicht macht, um unliebsame
Hungerleider von den angeblichen Futtertrögen in den
Kernländern Europas
fernzuhalten, unterscheidet sich erfolgreiche Europapolitik kaum von
der
hässlichen Nazi-Parole „Ausländer raus“ (3).
- Schröders
Forderung nach einem Sitz im Sicherheitsrat der
UNO und die Weigerung, am letzten Irak-Krieg teilzunehmen, machen
deutlich,
dass Deutschland nicht mehr als Befehlsempfänger der USA gelten
will. Auch hier
fehlt die inhaltliche Differenz zu den Nazis.
Dennoch
unterscheiden sich Demokraten und Faschisten in
einem wichtigen Punkt: Wie schon im letzten Absatz ausgeführt,
vertrauen die
Nazis auf die Allmacht der Staatsgewalt, während der demokratische
Staat die
Schranken und Sachzwänge der kapitalistischen Produktion und der
internationalen Konkurrenz beachten will und muss. Erfolge auf dem
Weltmarkt
sind nicht zu haben, wenn man nicht auch die Grenzen für
ausländisches Kapital
und ausländische Waren öffnet. Erfolgreiches Wirtschaften ist
ohne
Bereitstellung von billigsten Arbeitskräften nicht zu haben, und
da hat
Arbeitslosigkeit durchaus eine Funktionalität. Dass ganze Segmente
der
Wirtschaft pleite gehen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten,
gehört
ebenfalls zur Logik kapitalistischen Wirtschaftens. Eine erfolgreiche
kapitalistische Ökonomie ist ohne Vernichtung von Kapital, das
sich nicht
verwerten lässt – mit allen seinen Folgen für die
abhängig Beschäftigten –
nicht zu haben.
Demokraten
setzen im Gegensatz zu Faschisten auf den
„Realismus der politischen Macht. Nicht aus Bescheidenheit,
sondern aus der
Kenntnis der Bedingungen heraus, die sie gerade als ihre Erfolgsmittel
für sich
einsetzen.“ (4) Aber in einer Hinsicht sind
sich
Nazis und Demokraten einig:
Für beide steht das Wohl der Nation an erster Stelle.
Was
haben Demokraten gegen Nazis?
Nach dem verloren gegangenen Zweiten Weltkrieg hatte
Deutschland schlechte Karten in der Konkurrenz der Nationen. Immer und
überall
wurden ihm die Untaten des Dritten Reiches auf’s Butterbrot
geschmiert. Aber
unter den neuen Bedingungen des Kalten Krieges ergriff Deutschland
– nicht ganz
freiwillig, was der damalige SPD-Vorsitzende auch dem Kanzler Adenauer
vorwarf,
als er ihn „Kanzler der Alliierten“ beschimpfte – die
Chance, die einmalige geografische
Lage zu nutzen und sich als Bollwerk gegen die Sowjetunion
aufzurüsten. Ein
starkes Deutschland passte so ins Konzept der westlichen
Verbündeten. Die
Berechtigung, im Gewaltpoker gegen die
UdSSR mitzumischen, erwarb Deutschland ideologisch, indem es die
völlige Abkehr
von den nationalsozialistischen Vorhaben erklärte. Ab sofort war
jeder positive
Bezug auf die Nazi-Vergangenheit verboten. Die neue Identität der
Bundesrepublik sollte sich vielmehr aus der gelungenen Bewältigung
der
„unseligen“ Vergangenheit ergeben, was sich als einmaliges
Erfolgskonzept
herausstellte. Ökonomisch, politisch und militärisch
entwickelte sich Deutschland
von einem Land, das bedingungslos kapituliert hatte, zur führenden
Nation in
Europa.
Die völlige
Distanzierung von der Vorgängernation wurde
gleichzeitig ein Mittel, um in der internationalen Politik
mitzumischen. Mit
dem Hinweis auf die erfolgreiche Verarbeitung der eigenen Vergangenheit
nimmt
sich Deutschland das Recht heraus, andere Nationen vor Entartungen
einer
Politik, wie sie Deutschland in der Nazi-Zeit zu erleiden hatte, zu
bewahren.
Deutsche Bomben und Granaten dienen dem Ziel der Friedenssicherung und
dem
Vorbeugen eines neuen Auschwitz weltweit.
Die komplizierte
Art, wie Deutschland mit seiner Geschichte
umgeht, mögen die schlichten Gemüter der Nazis nicht. Sie
verweisen darauf,
dass schließlich alle Nationen ihre Leiche im Keller haben und
sich trotzdem
nicht schämen müssen. Das verlangen sie auch von einem
aufrechten Deutschland.
Offensiv werben sie für Deutschland mit Sprüchen und Symbolen
aus der
Nazi-Zeit. Sie relativieren das mörderische Vorgehen der Nazis,
indem sie den
damaligen Feind ähnlicher „Verbrechen“ beschuldigen.
Die Nazis wollen ohne wenn
und aber auf ihre Nation stolz sein und hieraus die Kraft für die
neuen
Vorhaben Deutschlands in der Welt schöpfen.
Genau das hat
bislang die Demokraten Deutschlands an den
Nazis gestört, weil sie in der Existenz der Alt- und Jungnazis
eine Gefährdung
des außenpolitischen und ökonomischen Erfolges der
Bundesrepublik sahen. (5)
Antifaschisten
gegen Nazis
Weil der bundesdeutsche Staat sich weit von seinem
Vorgänger, dem Hitler-Staat, distanziert, das Auftreten der
„Ewiggestrigen“ vom
Verfassungsschutz beobachten lässt und mittels seiner Gewaltorgane
die Nazis
drangsaliert, bekommen jedenfalls in dieser Hinsicht die
Staatsschützer von den
linken Antifaschisten eine gute Note. Kritisiert wird von Seiten der
Linken oft
die Inkonsequenz der Regierenden und der Umstand, dass sie selbst des
Öfteren
ins Visier des Staatsschutzes geraten, wenn sie die Ahnung beschleicht
und
diese öffentlich kundtut, es gebe Affinitäten zwischen der
praktischen Politik
des demokratischen Staates und den Untaten der verfemten
Vorgängerinstitution.
Die Gründe für die rigorose Ausländerpolitik, das
weltweite militärische
Engagement oder das nationalistische Aufbegehren innerhalb der EU oder
gegenüber dem übermächtigen Konkurrenten, den USA,
finden die Antifaschisten
nicht in den Zwecken des demokratischen Staates, sondern in der
Unterwanderung
der Staatsorgane von Rechts, oder der Spruch, dass die rechte Ideologie
bis
weit in die Mitte reiche, genügt zur Erklärung dieser
Phänomene. Mit wachen
Augen habe man Fehlentwicklungen zu beobachten und den Nazis keinen
Fußbreit
Boden zu überlassen, so lautet der Schluss der aufrechten
Liebhaber eines
antifaschistischen Staates.
In diesem Sinne
wurde die „Argumentationshilfe gegen die
‚Schulhof-CD’ der NPD“ verfasst. Die Ansprechpartner
der Antifaschisten sind
nicht die Schüler selbst, die mit der braunen Sauce
übergossen werden, sondern
die staatlich beauftragten Erzieher. Dass von deren Seite ein
verantwortlicher
Umgang mit dem Nazi-Zeugs erwartet werden kann, gilt als
selbstverständlich
vorausgesetzt. (6) Denn schließlich haben die
offiziellen Kindererzieher die
Schule des bundesdeutschen Antifaschismus absolviert und wissen, dass
die
positive Berufung auf die unselige Zeit vor 1945 streng verboten ist.
Also gilt
es sie nur noch daran zu erinnern (7), wo die
Verbindungslinien zwischen den
braunen Liedern und der Nazi-Zeit auszumachen sind.
Da lernt man,
dass im ersten Lied „antisemitische
Stereotypen bedient werden“ oder die Band im zweiten Lied
„auf das klassische
Vokabular des Antisemitismus zurückgreift“ und im letzten
Lied eine „Passage an
eine Textzeile aus der HJ-Hymne ‚Unsere Fahne flattert uns
voran’“ erinnert.
Die Feststellung, dass es einen inhaltlichen Bezug der
Neo-Nazi-Propaganda zur
alten Hitler-Symbolik gibt, hat dabei keinerlei Erklärungswert.
Sie erinnert
vielmehr an das denunziatorische Vorgehen der Staatsgewalt gegen die
Nazis und
auch Linke (8).
Die
Antifaschisten haben eine gute Meinung von ihrer Vision
des demokratischen Staates, auch wenn sie der real existierenden
Demokratie
bisweilen wegen des einen oder anderen Vergehens in die Hacken treten.
Darum
gilt es die Demokratie auch zu schützen. So wird gewarnt, dass im
dritten Lied
eine „subtile Kampfansage an Regierung und Demokratie“
stattfindet, es im
folgenden Stück um „einen Systemwechsel geht“ in dem
Sinne „weg mit der
Demokratie und her mit etwas Neuem“.
Das Lieder-Album
wird standesgemäß mit der drei-strophigen
Nationalhymne abgeschlossen. Kritikabel finden die Antifaschisten das
Absingen
der Strophen eins und zwei, denn diese werden „spätestens
seit dem ersten bzw.
zweiten Weltkrieg mit dem aggressiven Nationalismus und
imperialistischen
Großmachtstreben Deutschlands verbunden“. Können oder
wollen die Antifaschisten
einen „aggressiven Nationalismus“ nicht ausmachen, wenn es
den Kopftuch
tragenden Lehrerinnen in NRW zukünftig an das Tuch geht, wenn bei
Fahndungen
bärtige Korangläubige an oberster Stelle der
Fahndungs-Hitliste erscheinen,
wenn die Bedingungen für Ausländer zum Verbleib in der
Bundesrepublik ständig
verschärft werden? Können oder wollen die Antifaschisten ein
„imperialistisches
Großmachtstreben“ nicht ausmachen, wenn deutsche Bomben auf
Belgrad fallen, in
Afghanistan die Eingeborenen am deutschen Wesen genesen sollen, wenn
…
Ist es nicht
ehrlich, wenn ein guter Deutscher alle drei
Strophen des Deutschlandliedes absingt?
Der Antifaschist
will es einfach nicht wahrhaben, dass
Demokratie und Faschismus bei allen Differenzen nur zwei Spielarten
bürgerlicher
Herrschaft sind und die Übergänge sich fließend
darstellen. (9)
Henrici
(1) Argumentationshilfe gegen die
„Schulhof-CD“ der NPD
http://www.arbeitsstelle-neonazismus.de/news/36_Argumente-gegen-NPD-CD2.pdf.
(2)
ebd. S. 5
(3)
In der Broschüre „Andi“ vom Verfassungsschutz NRW
(CoDeX
– Comic für Demokratie und gegen Extremismus Nr. 1) wird
erläutert, dass die
Parole „Ausländer raus“ als solche nicht inkriminiert
wird (S. 35). Lediglich
in Verbindung mit Aufrufen zu „Gewalt- oder
Willkürmaßnahmen“ – gemeint ist
hier die Anwendung von Privatgewalt - können rechtliche Schritte
eingeleitet
werden. Die Parole „Ausländer raus“ ist nicht
Richtlinie bundesdeutscher
Politik. Aber dass Menschen, die lediglich was zu essen bzw. ein Dach
über dem
Kopf haben wollen, hier nicht hingehören, ist nicht nur am
Stammtisch zu hören,
sondern wird per Abschiebung staatlich geregelt.
(4)
„Warum Demokraten (Neo-)Faschisten nicht kritisieren,
sondern nur verbieten können.“ Vortrag Freerk Huisken, Uni
Bremen.
„http://www.fhuisken.de/“
oder
„http://www.neusser-monat.de/texte/1_05/DemFasch.htm“.
(5)
Es ist zweifelhaft, ob auch noch heute die offizielle
Gegnerschaft gegenüber den Nazis in der öffentlich bekundeten
Abkehr vom
Nationalsozialismus begründet ist. Deutsches Militär und
deutsche ökonomische
Potenz sind in der Welt derart stark vertreten, dass ein paar Nazis das
Konzept
nicht mehr durcheinander bringen können. Vielmehr darf man
vermuten, dass die
Kampfansage an die Nazis lediglich dem Ausschalten eines möglichen
Konkurrenten
auf der politischen Ebene gilt.
(6)
„Eltern, Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter sehen sich
nun mit der Frage konfrontiert, welche Inhalte mit dieser CD verbreitet
werden.“ (Argumentationshilfe, S. 2)
(7)
Darum wurde die Broschüre nicht mit „Argumente gegen
…“
sondern mit „Argumentationshilfe gegen …“ betiltelt
(8)
Das Comic vom Verfassungsschutz NRW versteht sich nicht
nur als Kampfansage gegen die Nazis. Der Titel „Comic für
Demokratie und gegen
Extremismus“ macht deutlich, dass totalitär jede Form der
Kritik der Demokratie
verfolgt wird.
(9)
In der Broschüre „Argumentationshilfe“ sind neben den
beschriebenen – meiner Ansicht nach – falschen Argumenten
auch viele richtige
Aussagen zum faschistischen Gehalt der Lieder zu finden. Hätte man
sich darauf
beschränkt, müsste der Titel allerdings heißen:
„Argumente gegen die
‚Schulhof-CD’ der NPD“.
Eine
ausführliche Dokumentation über die Auseinandersetzungen
über die Schulhof-CD findet sich auf den Seiten des Neusser Monat:
1.Wie
Antifaschisten die Nazis kritisieren
(20.10.05)
2.
Argumente
gegen Rechts – Replik auf die Kritik kritischer
Kritiker (terz, 24.10.05)
3.
Warum eine stumpsinnige
Nazi-CD für Furore sorgt. Die Kritik der Kritik
(26.10.05)
4.
Wie kritisiert man die NPD?
Anmerkungen zu einer Kontroverse (28.11.05)
www.terz.org - 24.10.2005