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In
einem Leserbrief an die Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 7. November beklagt
der Vorstand des Sozialdienstes katholischer Frauen in Neuss: "Seit
1. Juli 2000 werden in unserer Beratungsstelle keine Beratungsnachweise
mehr ausgestellt. Seitdem hat keine einzige Schwangerschaftskonfliktberatung
mehr stattgefunden."
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| Am 15.4.2000 fand in Oberhausen-Osterfeld eine
Antifa-Demo unter dem Motto "Kampf der NPD/JN" statt. Auch aus
Düsseldorf fuhren einige Leute mit der Bahn dorthin, um sich an der
Demo zu beteiligen. Am Oberhausener Hbf stieg ein Gruppe von Nazis in den
Zug ein, die direkt anfingen zu provozieren. Auf dem Osterfelder Bahnhof
kam es zu einem Gerangel zwischen AntifaschistInnen und den Nazis, die auch
aussteigen wollten. Die anwesende Polizei griff sich wahllos einen Antifaschisten
aus der Menge. "Zwei behelmte grüne Ordnungshüter nahmen
mich direkt in den Schwitzkasten und führten mich unter Androhung von
Schlägen in Richtung Mannschaftswagen. Auf dem Polizeipräsidium
folgte dann das volle Programm: erkennungsdienstliche Behandlung, Verhöre
und Einschüchterungsversuche. Angeblich soll ich eine volle Bierdose
oder einen Stein (da sind sie sich nicht so sicher?!) in Richtung der Nazis
geworfen haben." (aus dem Gedächnisprotokoll) Nun muß sich
der Festgenommene vor Gericht verantworten, die Anklage lautet "schwerer
Landfriedensbruch". Die Mindeststrafe hierbei beträgt sechs Monate
auf Bewährung. Der Vorwurf ist absolut absurd und zeigt wieder mal,
wie eifrig Staatsanwälte und Polizei bemüht sind, antifaschistischen
Widerstand zu kriminalisieren. Kommt alle zum Prozeß: am Mi 6.12., um 11 Uhr, Raum 108, Amtsgericht Oberhausen |
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| Mit Schimpf und Schande hatten sie ihn verjagt, damals. Sie, die Medien und er, der Berti - auch "der Terrier" genannt. Deutsche Tugenden - Fleiß, Autoritätshörigkeit, Verbissenheit und aggressiver Patriotismus - sie machten ihn zum "Bundes-Berti". Doch Vogts versagte, und Schande für das Land wird in Deutschland hoch geahndet. Doch Berti - seinem Duzfreund Kohl nicht unähnlich - wußte die wahren Gründe dieser Schande: Eine "Verschwörung", so Vogts, stecke hinter seinem und dem Fall Deutschlands aus dem Fußballhimmel. Doch es kommt die Zeit, wo die Ehrlichen, Anständigen und Pflichtbewußten wiederkommen und Deutschland von seinem Joch befreien. In Zeiten von Diskussionen über die "deutsche Leitkultur" ist auch für Berti wieder ein Platz zum uneigennützigen Wirken - zum Wohle deutscher Clubs und vielleicht bald auch wieder zum Wohle der ganzen Nation. Wenn schon nicht die Nationalmannschaft, dann vielleicht als CDU-Generalsekretär. Die brauchen jemanden wie Berti... |
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| In allerbester Gesellschaft befand sich Paul Spiegel kürzlich in Düsseldorf. Die Deutsche Bank hatte zum Gänseessen geladen und lauschte danach den Ausführungen Spiegels zum Thema "Leitkultur". Dem anwesenden renommierten Anwalt Udo von Busekist stießen Spiegels Aussagen wohl so sehr auf, daß er sich dazu hinreißen ließ, seine eigene Erlebniswelt als Nazi-Kämpfer zum besten zu geben. Er sei Flakhelfer in Auschwitz gewesen, erklärte er dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, und dort, so führte er aus, habe er kaum eine Gewalttat gegen Juden gesehen. Wenn leitende deutsche Volksgenossen Leitgedanken über deutsche Leitkultur zum besten geben, offenbart sich halt leidvoll der inhaltliche Kern dieser Leitkultur. |
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In Kamp-Lintfort kam das CDU-Mitglied Pudevell seinem Parteiausschluss
zuvor, indem es selbst ausgetreten ist (RP vom 22.11.). Kein Wunder, denkt
man, schließlich ist die Bezeichnung von Ausländern als "Kakerlaken,
die aus dem Urwald kommen" auch für CDU-Ohren nicht unbedingt
selbstverständlich. Oder doch? |
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Da haben böse Buben oder Mädels Flugblätter mit volksverhetzendem Inhalt in Pempelforter Briefkästen verteilt (RP vom 16.11.). Das ist zunächst eigentlich keine Meldung wert. Pikiert war die Stadt halt darüber, dass diese Schriftstücke mit ihrem Briefkopf versehen waren. Da es für den Bürger schwer ist, die offiziellen Verlautbarungen ihrer Obrigkeit von Hetztiraden aus dem rechten Sumpf zu unterscheiden, hat der Oberbürgermeister klargestellt, wie Original und Fälschung zu unterscheiden sind: "Klar erkennbar wird die Fälschung am Absender 'Der Oberstadtdirektor' - den gibt es seit Ende 1999 in Düsseldorf gar nicht mehr." |
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| Weil einerseits der Lohn vorne und hinten nicht
reicht und andererseits Immobilien gewinnträchtige Anlagen sein sollen,
haben es normale Mieter schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Da die
Masse der Lohnabhängigen nicht auf der Straße leben kann, hat
der Staat den sozialen Wohnungsbau eingerichtet. Die vom Staat finanziell unterstützten Wohnungen sollen aber nicht in Konkurrenz zum freien Wohnungsmarkt treten. Daher müssen sogenannte Besserverdienende eine "Fehlbelegungsabgabe" zahlen. In Düsseldorf haben CDU und SPD damit nun ein Problem bekommen (RP vom 4.11.). Sie müssen registrieren, dass immer mehr Mieter ihrer Sozialwohnungen, die eine Fehlbelegungsabgabe zahlen, sich Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt suchen. Zurück bleiben diejenigen, denen die Knete fehlt, um sich mal nach was Hübscheren umzuschauen. Man könnte meinen, dann hat die Fehlbelegungsabgabe doch seinen Zweck erfüllt. Könnte man, tut es aber nicht! Denn "mit großer Sorge beobachten Wohnungsgesellschaften, dass deutsche Mieter die Großsiedlungen verlassen und noch mehr Ausländer einziehen ... Schon jetzt seien die Verhältnisse in Multikulti-Anlagen schwierig und nur mit großem sozialen Aufwand beherrschbar." (ebd.) So wird der Ordnungspolitiker zum Rassisten: Der Ausländer bringt Unordnung und Ärger. Dieser muss beherrscht werden. Durch wen? Durch den deutschen Mieter natürlich. Die Schlussfolgerung ist klar: "Die Fehlbelegerabgabe soll in Großsiedlungen wie Garath-Ost, Wersten-Ost, Grünau, Aachener Platz und Hassels-Nord fallen." (ebd.) Der deutsche Blockwart feiert seine Wiederauferstehung. ³ |
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| Der Neusser Chefideologe aus der katholischen
Szene, Dr. Albert Wunsch, versucht jetzt auch auf rechtsrheinischem Gebiet
auf Bauernfang zu gehen. Mit seiner Stammtischparole "Die Kinder bringen
es im Leben zu nichts, weil sie zu sehr verwöhnt werden" (vgl.
Terz 2/00) trat er kürzlich vor Eltern in der Aula der Elsa-Brandström-Schule
auf (RP vom 10.11.). Diese waren zunächst nicht sonderlich angetan
von den rüden Sprüchen des Sozialpädagogen. Aber der Wunsch-Appell
an die Erziehungspflichten der Eltern ließ diese dann doch weich werden.
Schließlich wissen alle Laien- und Profi-Pädagogen, dass Erziehung
kein Zuckerschlecken ist, sondern was mit Zurichtung auf ungemütliche
gesellschaftliche Verhältnisse zu tun hat. So konnte Dr. Wunsch gefahrlos mit dem Erziehungs-Tipp, entnommen aus dem wirklichen Leben, "Einfach mal die Versorgungspipeline kappen" (ebd.) die Veranstaltung unter lautstarkem Applaus beenden. |
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| Der Düsseldorfer Theater-Regisseur Simon
Steimel hat sein Stück "Tatverdächtige" vor rund 10
000 Schülern und Lehrern in Düsseldorf aufgeführt. Gewalt
unter Schülern ist Thema des Schauspiels. Gegenüber der Rheinischen Post (22.11.) verriet Steimel seine bahnbrechenden Erkenntnisse über die Ursachen von Gewalt an der Schule: "Die Kinder verbringen ihr Wochenende vor dem Fernseher oder der Playstation. Erziehung zu Hause findet nicht statt. Lehrer müssen immer größere Klassen betreuen, immer mehr Wochenstunden unterrichten. Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem." Bei dieser Untersuchung wird einsichtig, warum sich die Kids die Köpfe einschlagen. Es ist der Aggressionstrieb der Kids, der ungesteuert in die falschen Kanäle gelaufen ist, wenn die Schüler übereinander herfallen. Entsprechend fällt Steimels Therapie aus: "In seinem Anti-Gewalt-Workshop bringt er Schülern bei, sich gegenseitig anzuschreien ohne sich direkt in die Fresse zu hauen'." (ebd.) Die Diagnose Steimels entkleidet die Taten der Kids von jedem rationalen Inhalt. Ob der Schüler seinem Gegenüber "einen auf die Fresse gibt", auf einen Sandsack eindrischt oder einfach mal seine Seele ausschreit, irgendwie ist alles nur Äußerung eines ominösen Triebes, der im Verborgenen seine Fäden zieht. Als hätte der gewalttätige Schüler nicht seine guten Gründe für die Art und Weise seiner Problemlösungsstrategien. Ob die allerdings vernünftig sind, ist eine andere Frage. Alles weitere dazu findet sich Im Artikel "Klagen über die Schule: Dummheit und Gewalt" in dieser Ausgabe der Terz. |
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