Auf nach Brüssel
13. - 15. Dezember: EU-Gipfel in Brüssel
Ausreiseverbote, Einreisesperren, Hooligangesetze, Meldeauflagen,
Residenzpflicht.....
Seit Juli 2001 hat Belgien den Vorsitz in der Europäischen Union inne.
In den nächsten Monaten werden viele Konferenzen, Treffen von europäischen
Ministern sowie kleinere, informelle Gipfeltreffen in verschiedenen belgischen
Städten stattfinden. Den Abschluß bildet das große Gipfeltreffen
in Laeken bei Brüssel am 14. und 15. Dezember 2001.
Ein breites Bündnis unter dem Namen D14 bereitet in Belgien Gegenaktivitäten
zu diesem EU-Gipfel vor. Dieses "typische Antiglobalisierungs-Bündnis"
besteht aus Attac, Gewerkschaften, Umweltgruppen, Linksparteien sowie anarchistischen
und autonomen Initiativen.
Neben mehreren Demonstrationen, sind Kongresse und viele andere Aktionen im
Rahmen der Proteste geplant.
Neben der kritischen Haltung zur EU, bestimmt auch die neue Weltsituation die
Wichtigkeit dieser Aktionen. In einer Zeit, wo unter der Maske "Anti-Terror",
eine neue/alte Weltordnung zementiert werden soll, muss gezeigt werden, dass
die internationale Bewegung sich gegen jede Art von Ausbeutung/ Unterdrückung
durch profitorientierte Politik wehrt.
Die bis zum Mauerfall viel gepriesene Reisefreiheit wird zwecks Aushebelung
des Demonstrationsrechtes eingeschränkt. Leute wurden an den Grenzen aufgehalten
oder mußten sich bereits in ihren Wohnorten während des Gipfels polizeilich
melden. Sie durften die Stadt nicht verlassen.
Flüchtlingsinitiativen führen seit 2 Jahren eine Kampagne gegen die
ihnen auferlegte Residenzpflicht, die AsylbewerberInnen verbietet, den Landkreis
zu verlassen. Sie werden dadurch daran gehindert, sich in Deutschland frei zu
bewegen und insbesondere sich politisch zu engagieren. Statt daß die Residenzpflicht
abgeschafft wird, werden nun ähnliche Strukturen zumindest zeitlich begrenzt
auf andere Personengruppen übertragen.
Die seit dem 11.9. mit der "Terror-Bekämpfung" einhergehenden
Diskussionen um Abbau von Bürgerrechten, Ausbau der Rasterfahndung und
der Vereinfachung des Datenabgleichs machen Widerstand gleichermaßen notwendiger
wie schwieriger. Deswegen soll es zu den Protesten zum EU Gipfel vom 13. - 15.
Dezember in Brüssel nicht klammheimlich über die grüne Grenze
gehen.
Es soll mit möglichst vielen Leuten kollektiv der Grenzübertritt gefordert
werden. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Blockaden und Demos soll
politischer Druck erzeugt werden. Das Interesse liegt aber auch darin, diese
neue Repression öffentlich zu machen.
Aktionen in Aachen
Aus diesem Grund und auch, um das öffentliche Interesse an den Aktionstagen
in Aachen zu erhöhen, wollen wir dort mit einem Diskussionsforum vor dem
Gipfel beginnen.
Das Forum
Dieses soll sich mit der neuen internationalen Repression, dem juristischen
Background und unseren möglichen Handlungsperspektiven beschäftigen.
Die Aktionstage
Freitag wollen mehrere hundert Leute mit einem Bus- und Autokonvoi die Grenze
überqueren. Um den kollektiven Grenzübertritt durchzusetzen und auf
das Ganze aufmerksam zu machen, wollen wir schon ab Mittwoch begleitend zum
Diskussionsforum Aktionen an der Grenze und in Aachen durchführen. Sollte
der Grenzübertritt aufgrund von Repression nicht klappen, werden wir auf
jeden Fall nicht nach Hause fahren, denn die EU ist mehr als Brüssel.
Aktionstage und Diskussionsforum
VORLÄUFIGES PROGRAMM
(Änderungen kommen auf die Homepage s.u.) in Aachen:
Di: 11.12
16.00: Forumsbeginn; Themenschwerpunkt: Neue Gesetze zur Einschränkung
der Bewegungsfreiheit; Ausbau des Überwachunsapparates Erfahrungsberichte
vom Ermittlungs-Ausschuss-Berlin/Milano
anschließend Dias, Filme...
Mi: 12.12
Foren zu folgenden Themen:
Block 1: 10-12.00
- Reisebeschränkungen gegenüber MigrantInnen (The VOICE )
- Repression im Netz (mit Libertad und evtl. CCC )
- Sammelklage gegen Datenweitergabe
Mittags: Aktion zur Grenze
Block 2: 16-18.00
- Erfahrungen vom BBB ( BürgerInnen Beobachten den BGS angefragt)
- Rechtsinfos zu Belgien (in Arbeit)
- Repression im globalen Zusammenhang (Gipfelsturm zugesagt!)
-Infos zur EU-Politik
18.00: offenes Plenum, abends Konzert
Do: 13.12
10-12.00: Widerstands Perspektiven der sog. Antiglobalisierungsbewegung (ALASKA
angefragt) + noch mehr Diskussion + Präsentation der Ergebnisse der AGs
( = Abschlussplenum)
nachmittags: Aktion zur Grenze + Demonstration
Fr: 14.12
8.00 Treffen zum kollektiven Grenzübertritt (Treffpunkt im Raum Aachen
wird noch bekanntgegeben od. Infotelefon kontaktieren)
neueste Informationen gibt es unter http://beam.to/behubelni
In Brüssel selber sieht das Programm bis jetzt so aus:
13. Dezember:
Gewerkschaftsdemonstration in Brüssel, Treffpunkt
10.00, Bockstaellaan in Laken, Ankunft Koning Boudewijnpark (Heysel)
14. Dezember:
Internationale Demonstration von Brüssel nach Laken von "Klein Kasteeltje"
nach "Het Grote Kasteel". Treffpunkt: 11.00 Uhr, Klein Kasteeltje,
9de linielaan, Brüssel Ankunft im Stuyvenberg-Park, Laken ca. 15.00 Uhr.
15. Dezember:
Internationale Konferenz und Demonstration im Audimax der Universität
(ULB-VUB) von 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr. Die internationale Demonstration startet
um 13.30 Uhr an der Universität (VUB-ULB). Ankunft: Schumanplein ca. 16.00
Uhr.
Danach RTS.
laufende info's
www.indymedia.be
eu-protest info's
www.euforthepeople.de.am
Nach Brüssel werden auch ein oder mehrere Busse von Düsseldorf aus
starten.
www.terz.org - 26.11.2001