comicHeld
"Was haben Sie denn schon zu erzählen", wird der
Mittzwanziger Flix von der Sekretärin gefragt, als er dort sein Diplomarbeitsthema
mit Autobiographie angibt. Wie man sieht, ist das Thema angenommen worden, denn
"Held" ist seine Diplomarbeit. Flix hat diese Autobiographie in vier
Teile unterteilt, deren erster schon einmal bei Zwerchfell veröffentlicht
wurde. Er behandelt Geburt und Kindheit, der zweite seine Jugend, der dritte
das Erwachsensein, der vierte das Alter und den Tod. Unweigerlich fragt man
sich, wie der quicklebendige, 1976 geborene Flix denn heute schon sein Alter
und den Tod beschreiben kann? Hat er hellseherische Fähigkeiten? Nein,
nein, denn dies war die Herausforderung für ihn, sich vorzustellen, wie
sein Leben verlaufen wird. Doch unabhängig davon, ob es eine self fulfilling
prophecy sein wird oder Fiktion, ist es ein liebenswertes Comic, in das man
sich so richtig fallen lassen kann und bei dem man innerlich immer wieder kichert.
Liebenswert sind vor allem Flixens kleine Monster, die ihn Zeit seines Lebens
begleiten und ihm in der Kindheit und Jugend sein Leben schwer machen. Erst
als er anfängt, sie zu zeichnen, bedrohen sie ihn nicht mehr. Dafür
gibt es andere Schrecknisse, wie eine ganz uncoole Brille und Frisur. Aber was
nicht tötet, härtet ab. So geht der liebenswerte Held seinen Weg und
die Leserschaft begeistert mit. Natürlich folgen die ersten schwierigen
Abenteuer in Sachen Liebe, und so geht es weiter bis zum Ende. Ein wirklich
bezauberndes Comic, dass einen regelrecht an die Hand nimmt, denn - wie es im
Vorwort steht: "'held' ist auch Ihre Geschichte. Auch wenn Ihre ganz anders
ist." Wie wahr, wie wahr. Also nicht länger gezögert und das
Comic gekauft. Schwer zu empfehlen.
MEIKEL F
Flix: Held
Carlsen Verlag
128 s/w Seiten (A5-Format) für 10 Euro
www.terz.org - 25.11.2003