5.000
Studierende demonstrierten in Düsseldorf
Zirka
5.000
StudentInnen fanden am 20. November trotz klirrender Kälte und
Dauerregen den Weg
zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, um von dort aus “Gegen
Bildungshürden – auf die
Barrikaden” zu gehen. Aufgerufen hatte das nordrhein-westfälische
Landesastentreffen, das “Aktionsbündnis gegen
Studiengebühren” (ABS), der
“freie zusammenschluss der studentInnenschaften” (fzs) sowie die
“DGB-Jugend
NRW”. Gefordert wurde insbesondere ein “Verbot aller Gebühren”.
SchülerInnen
aus “so genannten bildungsfernen Schichten” würden “systematisch
benachteiligt”. DGB-Landesjugendsekretär Ralf Woelk wies auf einer
Pressekonferenz
einmal mehr auf eine ohnehin schon vorhandene “soziale Selektion im
deutschen
Bildungssystem” hin, die durch Studiengebühren weiter
verschärft würde.
“Studiengebühren – egal in welcher Form” seien “die schlechteste
Antwort auf
der Ergebnisse der PISA-Untersuchung”.
Thomas Kremer, AStA-Vorsitzender der FH-D: “Die Demonstration
und die
vielfältigen studentischen Aktionen im Vorfeld zeigen, dass wir
uns nicht damit
abgefunden haben – und das auch weiterhin nicht tun werden –, dass
herrschende
Bildungspolitik nur noch vor dem Hintergrund angeblicher
wirtschaftspolitischer
Sachzwänge betrieben wird.”
Ein
Großaufgebot der Polizei begleitete den Demonstrationszug durch
die
vorweihnachtliche Innenstadt. Offenbar hatte die Polizeiführung
den angekündigten
Gang auf die “Barrikaden” etwas zu wörtlich genommen und sich
entsprechend
gerüstet. Doch es blieb neben lautstarken Parolen und
Lautsprecherdurchsagen
bei einigen verfrühten Silvester-Böllern. Der Weg führte
über Ost- und
Schadowstraße sowie Düsseldorfs Glitzermeile
Königsallee bis zum Burgplatz in
der Altstadt, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Dieses sei “nicht
die
letzte Aktion” gewesen, betonten studentische Vertreter unter
lautstarkem
Beifall ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen: “Wir kommen wieder!”
Eine
Gelegenheit hierfür böte der anstehende Parteitag der CDU am
6. Dezember in
Düsseldorf ...
OB
Erwin
will CSD Düsseldorf verhindern
Ein
buntes
Fest hat Düsseldorf im Sommer 2004 kennen gelernt, ein Fest und
einen Gedenktag
in Einem. 2005 möchte die Stadtverwaltung offenbar keine
Wiederholung dieser
Veranstaltung.
Am
11.11.
erreicht eine Email der Stadtverwaltung Julia Magerkurth, die dem
Organisationskomitee für den Düsseldorfer ”Christopher Street
Day” (CSD)
vorsitzt. Den Inhalt der Mail findet sie nicht besonders ”jeck”. Die
Stadtverwaltung, die unter der Leitung von OB Erwin steht, lehnt
sämtliche
Terminvorschläge für das Straßenfest ab. Eigene
Alternativen werden nicht
genannt. Die Häufung von Großveranstaltungen im Sommer wird
als Grund angegeben,
doch in Anbetracht des Japanfestes, der Rewe-Familienkirmes, des
Weinblütenfestes, das im Vorjahr zeitgleich mit dem CSD statt
fand, zeigen sich
diese Angaben als fadenscheinige Argumente.
Offenbar
will man von Seiten Erwins unliebsame Veranstaltungen aus dem Stadtbild
bügeln,
gerade da der OB, der schon 2004 durch Abwesenheit glänzte, viel
Kritik an
seiner Politik hinnehmen musste. Diese Aktion macht den CSD als
politische
Demonstration um so notweniger, denn Erwins Vorgehen passt zu gut in
das gewohnte
Muster seiner volkstümlichen Aussagen. Dumm für ihn, dass
sich sogar fast 80%
der Leser der Online-Ausgabe der konservativen ”Rheinischen Post”
für einen CSD
Düsseldorf 2005 aussprechen. Rügen hat Erwin mittlerweile von
SPD, FDP und PDS
erhalten.
Herr
Erwin
unterschätzt vielleicht die Symbolträchtigkeit der
Demonstration, die 70 Jahre
nach der Verschärfung des §175 in der NS-Diktatur geplant
ist. Und
Demonstrationen sind ein Grundrecht der Menschen, das lassen wir uns
nicht
verbieten!
Bo
Event-Kalender
Dezember 2004
> Culture Factory
präsentiert:
9.
Dezember: Party vor dem Audimax
(FH-Gebäude,
Josef-Gockeln-Str. 9)
> Kino
77 präsentiert:
7.
Dezember: Gegen
die Wand
14.
Dezember: Feuerzangenbowle
Kino
77 ist
das Programmkino des AStA der FH Düsseldorf. Vorführungen
während der
Vorlesungszeit: jeden Di., 20 Uhr im Audimax
(FH-Gebäude,
Josef-Gockeln-Str. 9)
>
Studierendencafé “Freiraum”
präsentiert:
Dienstag,
7. Dezember: Cocktailparty (Cocktails ab 2,50 Euro), ab 21.00 Uhr,
Josef-Gockeln-Str.
9
(Außentreppe
links neben FH-Haupteingang)
Café-Öffnungszeiten:
Di. bis Do. von 12 bis 15 Uhr
www.terz.org - 23.11.2004