UNI und FH
AstA FH Düsseldorf
in der Terz
AStArix in Behlerland
Wir schreiben das Jahr 1999. Alle Hochschulen haben sich bereits mit
dem neuen Entwurf des Landeshochschulgesetzes abgefunden.
Alle Hochschulen? Nein, denn ein kleines Kollektiv linker emanzipatorischer
alternativer Autonomer trifft sich in jedem Mond und öfter, und fand
sich auch am Tage des 18. 11. im Jahre des Herrn 1999 zusammen, um gegen
diesen Entwurf vorzugehen. Einige hatten sogar viele FreundInnen mitgebracht.
Sie bekundeten ihren Unmut über das Gesetz auf dem Feld zu Fuße
des Rheinturmes in Düsseldorf. Zu diesem Zwecke bauten sie einen
eher satirischen "Jahrmarkt der (Un)möglich-keiten" auf.
Die Gesandten der zehn wider-standskräftigsten Stämme hatten
sich bei Sonnenaufgang versammelt, um, dem Schneetreiben zum Trotze, die
Schlacht vorzubereiten und ihre Lager aufzuschlagen. So gab es dann zur
allgemeinen Belustigung Spielbuden und Erbsensuppe. Neben Spiel, Tanz
und Gesang gab es Straßentheater, fach-be-reichs-übergreifendes
Dosenwerfen, Selbstbestimmung der Studiengebühren durch das allseits
beliebte Kräftemessen am Lukas, ein Drei-Körbe-BaFöG-Gewinnspiel
und das Angeln von Bildungsgutscheinen. Allen Anwesenden wurde nebenbei
der Besuch des Bildungsfriedhofes nicht verwehrt. Das alles wurde untermalt
von dem Chor der Barden, der unter den Augen der Bildungsstatue seinen
Minnesang darbot.
Für zukünftige Zusammenkünfte dieses Kollektivs wurde die
Hoffnung geäußert, daß noch mehr Angehörige der
besagten Gruppe an solchen Aktionen teilnehmen (denn die Wichtigkeit der
Mission ist ja wohl allen bewußt und auf's deutlichste kundgetan
worden), daß die Flüstertüte (als eine Waffe) nicht mehr
gefürchtet oder gar gemieden wird und daß in Zukunft auch die
Öffentlichkeit auf unseren Protest aufmerksam wird.
ALLES KANN, NICHTS PASSIERT!!!
V. i. S. d. P.:
Vorstand des AStA FH D
Georg Glock-Str. 15
40474 Düsseldorf
Tel.: 0211 - 451206
Fax: 0211 - 452369
Öffnungszeiten des AstAs:
Montags bis donnerstags von 11 bis 14 Uhr
Heine macht TERZ
Unsere Daten dürft Ihr raten...
Universität plant elektronische Erfassung aller Studierenden
Am Mittwoch, den 27. Oktober platzte die Bombe. In einer Sitzung des
Arbeitskreises BA/MA der Philosophischen Fakultät wurde über
den Einsatz von EDV bei den neuen Studiengängen diskutiert. Angedacht
wird ein Modell, wonach alle StudentInnen elektronisch erfaßt werden
sollen. Bei dieser Erfassung werden nicht nur Name und Matrikelnummer
in einer Datei gespeichert, sondern die Uni plant eine noch viel weitergehende
Datenverwertung.
Zukünftig sollen Kurse, Praktika und sonstige Veranstaltungen in
diesen Dateien festgehalten werden. Auch erworbene Scheine und Fehlzeiten
sollen an dieser Stelle registriert werden. Am Anfang des Semesters wird
den StudentInnen dann mitgeteilt, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen
dürfen und an welchen nicht.
Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch, in welcher Form die DozentInnen
Zugriff auf die Datei bekommen sollen. So soll dann gewährleistet
werden, daß dieser Personenkreis über die entsprechenden Informationen
verfügt und die StudentInnen besser einschätzen können.
Eine Erweiterung des Modells ist ohne weiteres denkbar. So gibt es die
Möglichkeit, diese Datei zum Abschluß des Studiums als Art
Führungszeugnis auszuhändigen. Daran kann dann der evtl. Arbeitgeber
ersehen, wie stringent das eigene Studium betrieben wurde. Auch ließe
sich dieses Modell auf die Spitze treiben, indem man die Mensacard mit
dem Studierenden- und Bibliotheksausweis koppelt. So wäre dann die
absolute Überwachung der StudentInnen zu gewährleisten.
Mit dem Modell würde sich die Universitätsleitung dem bundesweiten
Trend zur Überwachung der BürgerInnen anschließen. So
meldete die Frankfurter Rundschau am 27. Oktober diesen Jahres, daß
die Zahl der Telefonüber-wachun-gen 1998 um 13 Prozent zunahmen.
Fakt ist, daß diese Überwachung nicht nur dem Zweck der Verbrechensaufklärungen
dient, auch Organisationen wie der AStA wurden zumindest 1990 noch landesweit
abgehört. Es sollte sich also niemand der Illusion hingeben, daß
man sich nichts habe zu schulden kommen lassen und deshalb nicht abgehört
wird.
Kommentar:
Ach, wie schön sind doch diese Zeiten. Doppelzüngig verurteilt
man die Methoden der Abteilung Staatssicherheit (StaSi) der DDR und vergleicht
diese mit der Geheimen Staatspolizei (GeStaPo) der Nazi-Zeit. Mit erhobenen
Zeigefinger wird vom deutschen Bürgertum darüber referiert,
wie schlimm doch die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Eingriffe
in die Privatsphäre waren. Gerade auf letzteren Punkt bezieht man
sich unwahrscheinlich gerne.
Und richtig, selbst ich, dem man schon des öfteren vorgeworfen hat,
ein marxistischer Sektierer zu sein, verurteile diese Methoden und diesen
Tätigkeitsbereich. Es gibt nichts schlimmeres, als Leute, die ihre
Nasen in Angelegenheiten stecken, in denen sie nichts verloren haben,
nämlich in meine.
Andererseits verfüge auch ich über eine große Neugier
und wüßte schon gerne, was meinE Nebenmann oder -frau so macht.
Also lege ich mich auf die Lauer und bespitzele diesen Personenkreis.
Anders kann man es wohl kaum bezeichnen. Welch widerwärtige, moralisch
zu verwerfende Handlung, nicht wahr?
Und genau so kommt mir das Verhalten der Herr- und Frauschaften vor, die
im Rahmen der »Effizienz« überlegen, wie man die StudentInnen
erfassen kann. Den »gläsernen Bürger« brauchen wir
nicht. Auch nicht den ersten Schritt, den die Heinrich-Heine-Universität
in diese Richtung gehen will. Wie heißt es doch in einem schönen
Lied: »Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...«. Die
InitiatorInnen brauchen sich nicht der Illusion hinzugeben, daß
wir Schritte in dieser Richtung tolerieren werden.
HAPPUS
Neulich, bei der Kunstgeschichts-Party...
Freitag, der 29.10.1999:
Anfangs war es eine Party wie jede andere auch, bis es so gegen fünf
Uhr morgens zu einem Streit zwischen zwei jungen Männern kam. Da
es nicht um Handgreiflichkeiten ging wurden beide gebeten, sich friedlich
zu verhalten oder die Feier zu verlassen. Etwa eine halbe Stunde später
lag der »nicht-deutschstämmige« der Männer auf dem
Boden und bekam Tritte vom anderen. Die beiden wurden von Kommilitonen
getrennt und der Schläger herausgeworfen. Dabei äußerte
er noch Sätze wie: »Kanaken wie den pack' ich normalerweise
nicht mal mit der Kneifzange an«, oder »Ihr scheiß Studenten,
wir müssen für euch zahlen!«
Vor der Tür stand dann auch schon die Polizei. Diese zierte sich
jedoch und nahm die Personalien des Täters erst nach mehrmaliger
Aufforderung auf. Trotz einer Anzeige wegen schwerer Körperverletzung
konnte (oder wollte?) sie ihn jedoch nicht mit aufs Revier nehmen.
Der Kommilitone wurde verletzt zu den nahegelegenen Unikliniken gebracht,
wo er medizinisch versorgt wurde. Gegen den Täter wurde zusätzlich
wegen Beleidigung und Hausfriedensbruch Anzeige erstattet. Wie die Staatsanwaltschaft
sich in dieser Angelegenheit verhalten wird, ist noch die Frage ...
ViSdP: Christian (Happus) Happ
Kontakt:
AStA Heinrich-Heine-Universität
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
fon 81-13172 / fax 81-13290
E-Mail: astadue@uni-duesseldorf.de
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