Termine

Die „Studentische Initiative Theaterpädagogik“ präsentiert:
Donnerstag, 4. Mai 2017, 12.30 bis 21.00 Uhr, Campus Derendorf, Freiraum (Gebäude 3, Erdgeschoss)

Mehr Drama, Baby! Theaterpädagogik zum reinschnuppern und aktiv sein.

Performances und Workshops von & mit Studierenden der Hochschule Düsseldorf
Um 19.00 Uhr präsentiert „TheaterKunstKöln“ die Inszenierung „Ein ganz gewöhnlicher Jude“ von Charles Lewinsky. Die Aufführung und das Zuschauergespräch sind der Auftakt zum Theaterprojekt „Erinnern heißt Handeln!“, das im Frühjahr 2018 Premiere haben wird.
Nähere Infos: http://www.asta-fh-duesseldorf.de/blog/2017/04/13/mehr-drama-baby/ und unter info[at]asta-fh-duesseldorf[dot]de.

Der Antifa-AK an der Hochschule Düsseldorf und andere präsentieren
Mittwoch, 31. Mai 2017, 19.30 Uhr, Hinterhof - Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf:

INPUT – Antifaschistischer Themenabend: Die braune Traumfabrik – Propaganda im NS-Film

Referent: Michael Fehrin (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Die deutsche Filmproduktion war während des NS-Regimes nach der aus Hollywood die zweitgrößte der Welt. Ungefähr 1.100 Spielfilme wurden in den 12 Jahren der NS-Herrschaft gedreht, dazu tausende Dokumentarfilme und Wochenschauen. Wie wurde Propaganda damals transportiert, wie passte sie sich den politischen Gegebenheiten an und welche Wirkung hatte sie? Mit diesen Fragestellungen wird sich am 31. Mai der Vortrag von Michael Fehrin beschäftigen.

Was bedeutet Propaganda? Der erfolgreichste Spielfilm während des „Dritten Reichs“ war „Die große Liebe“ von Rolf Hansen, ein Melodram mit Zarah Leander. Etwa 28 Millionen Menschen fieberten in diesem Film mit und hörten Songs wie „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ und „Davon geht die Welt nicht unter“, die noch heute populär sind. Allerdings gibt es darin eine Szene, die nach dem Krieg verschwand. In dieser sieht man Wehrmachts- und SS-Soldaten – gemeinsam friedlich schunkelnd – Zarahs Gesang lauschen. Diese Szene, die unterschwellig diese beiden Gruppen gleichsetzt, ist eine für jene Zeit sicherlich gängige Sichtweise und doch eine eindeutige Beeinflussung. Wie sehr Filme die Menschen objektiv manipuliert haben – oder eben auch nicht –, ist allerdings nicht messbar. Der Hetzfilm „Jud Süss“ wurde KZ-Wachmannschaften vorgeführt und galt generell als großer Publikumserfolg. Aber wurden die Verbrechen und die Täter_innen dadurch wirklich noch brutaler? Oder gab es auch ganz andere, sogar ungewollte Effekte? Der dunkelhaarige und galante „Jud Süss“-Darsteller Ferdinand Marian soll körbeweise Liebesbriefe bekommen haben…

Erst etwa Ende der fünfziger Jahre wurde das Fernsehen zur Massenkultur und löste das Kino als Supermedium ab. Die Jahre 1933 bis 1945 waren die „große Zeit“ des Kinos in Deutschland, in diesen Jahren stellte die deutsche Filmindustrie mit etwa 1.100 abendfüllenden Spielfilmen nach der amerikanischen die größte der Welt dar. Goebbels Mixtur, von ihm oft betont: vermeintlich 90 Prozent Unterhaltung und 10 Prozent Propaganda. Offensichtlich glaubte man das noch in der Nachkriegszeit, so dass Spielfilme des „Dritten Reiches“ nicht nur in der BRD, sondern sogar in der Sowjetunion und DDR oft gezeigt wurden. Die von den Alliierten nach Kriegsende etwa 100 verbotenen Filme verschwanden jedoch im Giftschrank, in dem viele bis heute liegen. Das wirft die Frage auf, ob diese Filme so gut gemacht waren, dass anfällige Betrachter_innen vor diesen Machwerken tatsächlich geschützt werden müssen. Einige von ihnen – vor allem die von Leni Riefenstahl und Veit Harlan – wurden später wieder vorzeigefähig gemacht.

Bereits vor 1933 versuchten Nazis Einfluss auf Kinoprogramme zu nehmen, besonders „beliebt“ war die direkte Störung von Aufführungen. Berühmt wurde das Beispiel von Berliner SA-Männern, die 1930 Mäuse in einem Kino aussetzten, während der pazifistische Film „Im Westen nichts Neues“ lief, der ihr „patriotisches“ Empfinden störte. Auf dem Höhepunkt der deutschen Macht 1942 flimmerte dann die bunt-grausam glitzernde Nazi-Traumfabrik ungestört von etwa 7.000 Leinwänden. Davon waren in den Westzonen im Sommer 1945 noch 1.000 übriggeblieben.

Gibt es ihn überhaupt, den „Nazi“ Film? Fakt ist: Die große Mehrheit der Produktionen der NS-Zeit unterschieden sich nicht wesentlich von den meisten der späten Weimarer Zeit oder von denen im Westen der 50iger und 60iger Jahre. So konnte Heinz Rühmann von „Die drei von der Tankstelle“ 1930 über die „Feuerzangenbowle“ 1944 bis zu „Briefträger Müller“ 1953 immer denselben Typ spielen und es zum beliebtesten Schauspieler der frühen Bundesrepublik bringen. Ist ein Machwerk wie „Der ewige Jude“ – obwohl definitiv nicht repräsentativ für die 1.100 Filme des „Dritten Reiches“ – der Nazifilm schlechthin? Es fehlt darin die übliche Mischung aus Dummheit, Ignoranz, Jovialität, Lust an der „Volksgemeinschaft“ und am ach so herrlichen Kriegerleben. Es ist ein Film, in dem das Regime die Maske fast ganz fallen lässt und der nichts anderes ist, als die direkte Aufforderung zum Mord.

INPUT-Vorankündigungen für Sommer 2017:

Mittwoch, 28. Juni 2017, 19.30 Uhr, Hochschule Düsseldorf, Campus Derendorf, Münsterstr. 156, Geb. 3, Erdgeschoss, AStA-Café Freiraum
Die „Reichsbürger“ – Verschwörungsideologie mit deutscher Spezifik
Referent: Jan Rathje (Projektleiter „No World Order. Handeln gegen Verschwörungsideologien“ der „Amadeu Antonio Stiftung“).

Diese Veranstaltung findet auch am 27. Juni in Bonn und am 28. Juni in Köln statt. Achtet auf Ankündigungen.
Im Juli und August 2017 finden wegen der Sommerferien und der Gedenkstättenfahrt vom 21. bis 27. August nach Auschwitz/Oświęcim keine INPUT-Veranstaltungen statt, weiter geht es am 27. September 2017.