Im Ausland Prostitution fördern, im Inland Hilfsprojekte fördern

Kritik an der Bundeswehrunterstützung für die Mädchen-Notschlafstelle Knackpunkt

Am 16. April findet in der Tonhalle durch den Lions Clubs Kaarst-Büttgen-Korschenbroich ein Benefizkonzert der "Big Band der Bundeswehr" statt. Die Hälfte der eingenommen Gelder sollen an die Düsseldorfer Notschlafstelle Knackpunkt gehen.

Nach eigenen Angaben der von der Caritas betriebenen Einrichtung ist der Knackpunkt "die erste und einzige Notschlafstelle in Düsseldorf für Mädchen und junge Frauen. Er richtet sich als Jugendhilfeeinrichtung an minderjährige Mädchen und junge erwachsene Frauen, die faktisch auf der Straße leben, größtenteils drogenabhängig sind und der Beschaffungsprostitution nachgehen."

Militär und Prostitution

Schon immer gab es eine enge Verbindung zwischen Militär und Prostitution. Das sollte auch den Verantwortlichen eigentlich bekannt sein.

Krieg bedeutet immer Tod und Zerstörung. Laut Friedensinstituten stieg die Zahl der zivilen Opfer in Kriegen von 10 % im 1. Weltkrieg auf 90 % im Irakkrieg. Besonders betroffen davon sind Frauen und Kinder. Neben dem direkten Tod sind sie betroffen von der Zerstörung der lebenswichtigen Infrastruktur. Die Folgen von Kriegen sind immer verbunden mit einer Verelendung der Bevölkerung. Um zu überleben werden Frauen und Kinder zur Prostitution gezwungen. Die Besatzungsarmeen unternehmen nichts gegen diese Art der Ausbeutung, profitieren sie doch davon, dass die Soldaten die Not der Frauen und Kinder ausnutzen.

Unverständlich

Wir finden es in diesem Zusammenhang für unverständlich, das sich der Knackpunkt, der in Düsseldorf eine wichtige Funktion sehr gut ausfüllt, von der Bundeswehr instrumentalisieren lässt. Auch wenn das Konzert vom Lions-Club organisiert wird, ist es die Bundeswehr Big Band, die sich in Szene setzt und mit ihrem angeblich sozialen Engagement wirbt. Die Bundeswehr ist aber eben nicht eine normale Organisation. Frei nach Tucholsky sind Soldaten Mörder, egal ob mit Waffen oder Instrumenten. Sie versucht vermehrt mit karitativem und sozialem Engagement von ihren Taten abzulenken und gleichzeitig für sich zu werben. Mit der karitativen Selbstinszenierung sucht die Bundeswehr in der Bevölkerung die moralische Unterstützung für das von ihr im Ausland verursachte Leid. Es ist ein Unding, das der Knackpunkt Gelder durch die Bundeswehr annimmt, die dort wo ihre Soldaten im Ausland stationiert sind, Strukturen und Bedingungen unterstützen und fördern, mit denen der Knackpunkt in Düsseldorf konfrontiert ist.